Müller will offenbar weg

Thomas Müller wohl vor Abgang: Was tun die Bayern-Bosse?

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Für viele Fans undenkbar, dass Bayern-Star Thomas Müller sich verabschiedet.

Thomas Müller saß in Folge fünfmal auf der Bank. Für den Publikumsliebling und Bayern-Star eine wohl ungewohnte Situation. Von Abschied ist die Rede. 

München - Wenn man sich mit Thomas Müller unterhält und er plötzlich von Hochdeutsch ins Bairische wechselt, ist das ein Zeichen dafür, dass sich der Bayern-Star wohlfühlt. FCB-Trainer Niko Kovac ist des bairischen Dialekts als gebürtiger Berliner nicht mächtig, die Kommunikation mit seinem Trainer beschränkt Müller nach dessen Notnagel-Aussage („Wenn Not am Mann sein sollte, wird er mit Sicherheit seine Minuten bekommen“) allerdings ohnehin nur auf das Nötigste. Heißt: Müller fühlt sich unter Kovac in München nicht mehr wohl – und will den Verein laut Sport Bild im Winter verlassen.

Thomas Müller will sich auf wichtige Dinge konzentrieren

„In den vergangenen fünf Spielen war ein Trend zu erkennen, der mich nicht glücklich macht. Wenn das Trainerteam mich in Zukunft nur noch in der Rolle des Ersatzspielers sieht, muss ich mir meine Gedanken machen. Dafür bin ich einfach zu ehrgeizig“, zitiert der Kicker Müller, der Kovacs Notnagel-Spruch ansonsten nicht krummnimmt: „Als ich nach dem Spiel mit der Aussage konfrontiert wurde, war ich natürlich überrascht. Aber ich bin bei so etwas nicht so empfindlich. Es gab mit dem Trainer bereits ein Vieraugengespräch. Damit ist die Geschichte für mich ausgeräumt.“

Am Mittwoch trainierte er an der Säbener Straße, postete ein Bild auf Instagram und schrieb dazu: „Das perfekte Wetter, um sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren – Training im Regen.“

Thomas Müller: Gab es schon Gespräche mit den Bayern-Bossen? 

Tatsächlich wurden bislang noch keine Gespräche zwischen dem Müller-Management und den Bayern-Bossen geführt, gestern weilten sowohl Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge als auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic tagsüber nicht in München. Doch die Situation ist verfahren. Auch wenn Müller sich öffentlich nicht über seine Rolle als Edeljoker beschwert, macht er intern keinen Hehl daraus, dass ihn sein Status nervt.

Fakt ist: Vor ein paar Jahren war es noch undenkbar, dass der Fanliebling München verlässt. Müller trägt seit seinem zehnten Jahr das Bayern-Trikot, betreibt mit seiner Frau Lisa im Süden Münchens ein Gestüt und wohnt nur unweit davon entfernt. Nach tz-Informationen schließt man mittlerweile aber auch beim FCB nicht mehr aus, dass Müller seine Heimat in Zukunft für eine neue Herausforderung verlassen könnte. Dass das allerdings vor Ende seiner Vertragslaufzeit (30. Juni 2021) geschieht, ist unwahrscheinlich. Auf der Wiesn gab es allerdings schon schlechte Stimmung. Müller betritt kommentarlos das Festzelt 

Thomas Müller - Was spricht für einen Wechsel?

Trotz der Last-Minute-Verpflichtungen von Coutinho und Perisic ist der Bayern-Kader nicht unbedingt üppig besetzt. Sollte sich Coutinho verletzen, ist Müller wieder erste Wahl auf der Zehner-Position. Gleiches gilt auch, wenn Robert Lewandowski einmal ausfallen sollte. Für den Verein hat Müller also durchaus noch einen sportlichen Wert, auch wenn Trainer Kovac ihn nicht mehr als Mann für die Startelf sieht.

Dabei hatte es der „Raumdeuter“, den sein Mentor Louis van Gaal („Müller spielt immer“) 2015 für 100 Millionen Euro zu Manchester United locken wollte, mit seiner unorthodoxen Spielweise nicht nur bei Kovac schwer. Bei Taktik-Liebhaber Pep Guardiola zählte Müller nie zu den absoluten Stammspielern. Auch Guardiola-Nachfolger Carlo Ancelotti, wegen dessen Entlassung Karl-Heinz Rummenigge in Tränen ausbrach, wie er nun verriet,  ließ den Offensivspieler links liegen. Nach einem Spiel in Bremen erreichte die Beziehung zum Italiener ihren Tiefpunkt. Nachdem Ancelotti ihn 73 Minuten auf der Bank schmoren ließ, schimpfte der Bayern-Star: „Ich weiß nicht genau, welche Qualitäten der Trainer sehen will, aber meine sind scheinbar nicht hundertprozentig gefragt.“

Was ebenfalls gegen einen baldigen Wechsel spricht, ist Müllers Gehalt, das auf 15 Millionen brutto geschätzt wird. Es gibt nur wenige Vereine, die einen solch üppigen Lohn für einen Spieler zahlen, der bereits 30 Jahre alt ist. Das weiß auch Müller.

tz-Kommentar über Thomas Müller: Trainer Kovac fehlt der Respekt! Die Bayern-Bosse sind jetzt gefordert

Thomas Müller in Zahlen

  • Alter: 30.
  • Beim FC Bayern seit: 2000.  
  • Profi seit: 2008.
  • Debüt: 15.8.2008 (2:2 gegen den HSV).
  • Spiele: 495.
  • Tore: 186. 
  • Assists: 171.
  • Länderspiele: 100.
  • Tore: 38.
  • Ehepartnerin: Lisa Müller (seit 2009).
  • Erfolge: 8 x Deutscher Meister, 5 x Pokalsieger, Champions-League-Sieger, Weltmeister.

Die Nationalmannschaft trifft im Freundschaftsspiel auf Argentinien - auch einige Bayern-Spieler sind im Kader. Wir begleiten das Spiel im Live-Ticker und berichten rund um das Spiel.

Manuel Bonke

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