Nationalspieler im Interview

Sieht Timo Werner seine Zukunft beim FC Bayern? Chelsea-Star trifft richtungsweisende Entscheidung

Timo Werner
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Chelseas Timo Werner jubelt nach über sein Tor zum 2:1 gegen den FC Southampton. Der Stürmer erklärt seinen Beraterwechsel.

Timo Werner hat seinen Berater gewechselt. Einige Beobachter deuteten das als mögliches Signal für eine Zukunft beim FC Bayern. Der Stürmer im Interview.

München - Timo Werner (25) hat vom Trainerwechsel bei der Nationalmannschaft durchaus profitiert. Nach enttäuschender EM kam der Stürmer unter Hansi Flick (56) in allen drei Länderspielen über die vollen 90 Minuten zum Einsatz. Werner traf in jedem Spiel, vergab aber auch noch große Möglichkeiten. Die tz sprach mit dem Stürmer des FC Chelsea über seine Leistung und seine Zukunft auf der Insel.

Sie standen bei der Nationalmannschaft als einziger Spieler die kompletten 270 Minuten auf dem Platz. Wie sehr hat Ihnen das geholfen?
Werner: Ich war sehr zufrieden, dass ich so viel spielen durfte. Bei einem neuen Trainer will sich jeder neu beweisen, das ist ein Neustart. Natürlich wäre die Torausbeute noch zu verbessern gewesen. Aber ich habe in jedem Spiel einen Treffer erzielt, Vorlagen gegeben. Das hat mir gutgetan.
Es blieb aber auch der Fehlschuss im letzten Spiel gegen Island in Erinnerung.
Werner: Bei mir werden mittlerweile immer mehr die Fehlschüsse als die Tore gezählt. Für mich ist das nicht schlimm. Ich habe gegen Island auch mein Tor gemacht. Wegen einer vergebenen Chance mache ich mich nicht verrückt. Ich bin nicht mit einem schlechten Gefühl abgereist, nur weil ich eine Möglichkeit vergeben habe.
In der Premier League standen Sie bisher nur 298 Minuten für Chelsea auf dem Platz. Damit können Sie nicht zufrieden sein.
Werner: Nein, die letzten Wochen waren schwierig bei Chelsea. Nach langen Jahren war ich plötzlich etwas hintendran und musste mich wieder ran kämpfen. Man hat in seiner Karriere immer Aufs und Abs, es geht nie stetig nach oben. Damit muss man umgehen. Aber man lernt damit umzugehen. Ich muss mich neu reinbeißen, das fordert mich. Natürlich wünsche ich mir mehr Spielminuten, entsprechend gebe ich im Training Gas.

Timo Werner: „Ich habe Volker nicht ausgewählt, weil er in München einige Spieler und den Trainer hat“

In der Presse war zu lesen, dass Sie sich ein Ultimatum gesetzt hätten, um ansonsten über einen Wechsel nachzudenken.
Werner: Von der Deadline weiß ich persönlich nichts. Natürlich kann ich nicht zufrieden sein, wenn ich nicht spiele. Natürlich will ich bei einer großen Mannschaft Stammspieler sein. Ich sage aber nicht, dass ich unbedingt wegwill, wenn ich nicht zehn oder 15 Spiele bis Weihnachten von Anfang an mache. Im Fußball geht es relativ schnell. Ich muss das Gesamtbild betrachten, um meine Entscheidung zu treffen.
Ihr Beraterwechsel hin zu Volker Struth wurde von einigen als Signal gedeutet, dass Ihre Zukunft bei Bayern liegen könnte.
Werner: Ich habe Volker nicht ausgewählt, weil er in München einige Spieler und den Trainer hat. Ich habe mich mit ihm neu aufgestellt, um eine neue Sichtweise auf meine Karriere zu bekommen. Das sollte nicht als Fingerzeig für oder gegen Bayern gedeutet werden. Es hat zwischen uns einfach gut gepasst. Da ging es gar nicht darum, welcher Verein in Zukunft vielleicht mal für mich interessant sein könnte. Es ging einfach um die zwischenmenschliche Basis. Die Zusammenarbeit ist bisher sehr gut.
Und wie fühlt sich die Zusammenarbeit mit Hansi Flick an?
Werner: Es ist immer gut, wenn man das Vertrauen des Trainers spürt. Das macht er mit allen Spielern so. Er ist sehr nah an den Spielern, gibt uns das Gefühl, dass wir wichtig für die Mannschaft sind. Wir dürfen auch Fehler machen. Er spricht diese dann positiv an und sagt, was wir verbessern sollen. Jeder Spieler kann das gut gebrauchen. Hansi ist ein super Trainer.

Interview: Manuel Bonke

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