Rechtsstreit machte geplatzten Wechsel öffentlich

Völlig verrückte Transfer-Geschichte: Hatte Timo Werner schon beim FC Bayern unterschrieben?

hoto by Dave Shopland/Shutterstock (12457734ck) Timo Werner of Chelsea Chelsea v Aston Villa, Carabao
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Timo Werner soll 2019 bereits einen Vertrag beim FC Bayern unterzeichnet haben.

Viele Gerüchte rankten sich bereits um Timo Werner und den FC Bayern. Scheinbar hatte der Stürmer 2019 bereits bei den Münchnern unterschrieben, doch es kam anders.

München/London - Derzeit läuft ein Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen Weltklasse-Spieler und Berater Karlheinz Förster und seinem mutmaßlichen Geschäftspartner Murat Lokurlu. Am Landgericht Mosbach in Baden-Württemberg geht es um einen Millionen-Streit zwischen den beiden Spielervermittlern. Auch die beiden Nationalspieler Niklas Süle und Timo Werner spielen bei der gerichtlichen Auseinandersetzung eine Rolle. Wie aus den Prozessakten und einem Bericht des Spiegel hervorgeht, soll der heutige Chelsea-Profi Werner vor seinem Wechsel nach England scheinbar einen Vertrag beim FC Bayern unterschrieben haben.

FC Bayern: Prozess um Berater Karlheinz Förster - unterzeichnete Timo Werner bereits beim Rekordmeister?

Der pfeilschnelle Stürmer, der aus der Jugend des VfB Stuttgart stammt, war früh ein Klient des Ex-Stuttgarters Förster. Bereits bei Werners ersten Profivertrag beim VfB war Förster dem Spiegel zufolge involviert, allerdings nicht als zuständiger Berater. Wenige Monate vor der Vertragsunterzeichnung hatte Förster bei der Hamburger Agentur T21plus gekündigt und unterlag daher einem Wettbewerbsverbot. Darum soll er die Sperre umgangen haben, indem Murat Lokurlu kurzerhand die entsprechende Vermittlungsvereinbarung unterzeichnete. Förster soll daraufhin vertragswidrig abkassiert haben, obwohl sein Name nicht in der Vereinbarung genannt wurde.

Im Rechtsstreit geht es um die Geschäftsbeziehung zwischen den beiden Akteuren. Förster behauptet, nach dem ersten Werner-Vertrag keine weiteren Geschäfte mit Lokurlu gemacht zu haben. Dieser wehrt sich gegen die Behauptungen, beide sollen in einer mündlich beschlossenen Gesellschaft Profis vermittelt sowie beraten haben. Lokurlu wartet dem Bericht zufolge bis heute auf seine Vergütung aus der vermeintlichen Zeit als Geschäftspartner und will diese nun vor Gericht einklagen.

FC Bayern: Liverpool-Deal platzte wohl Werners FCB-Plänen - oder wurde er zur Unterschrift gedrängt?

Doch wie kam es dazu, dass Försters langjähriger Klient Timo Werner anscheinend einen Vertrag beim FC Bayern unterschrieb? Wie aus einem dem Spiegel vorliegenden Schriftsatz des Gerichts hervorgeht, sollte Werner im Sommer 2020 ablösefrei aus Leipzig wechseln. Dazu sollen Förster und Lokurlo bereits - unerlaubterweise - im Jahr zuvor Vorgespräche mit dem FC Liverpool geführt, der schließlich konkrete Angebote vorlegte. Allerdings scheiterte der Deal wohl, nachdem bei den Engländern der Verdacht aufkam, dass ein Wechsel zum FC Bayern wohl der primäre Plan war und man selbst offenbar nur „als Absicherung diente“.

Wie aus den Prozessunterlagen hervorgeht, ist dies wohl zutreffend. „Timo Werner hatte still und heimlich auf Drängen des Klägers – der Spieler war davon nicht zu sehr begeistert – zwischenzeitlich bereits bei dem FC Bayern München einen befristeten Arbeitsvertrag … unterschrieben“, heißt es im Schriftsatz. Förster, dem vorgeworfen wird, Werner zur Unterschrift gedrängt zu haben, wehrt sich über seinen Anwalt gegen die Anschuldigungen.

FC Bayern: Timo Werner beendete Vertrag beim Rekordmeister offenbar trotz Unterschrift

Zu einem Wechsel kam es trotz der Vertragsunterzeichnung mit den Münchner während der Saison 2018/19 jedoch nicht. Der Kontrakt wurde anscheinend beendet. Werner, der den Vertrag nur „widerwillig unterschrieben hatte“, erfuhr, dass der damalige Bayern-Coach Niko Kovac und Sportdirektor Hasan Salihamidzic gegen eine Verpflichtung seien. Werner verlängerte 2019 in Leipzig und wechselte im Sommer 2020 schließlich für 53 Millionen Euro an die Themse.

Ob es bei dem Prozess am 28. September weitere Neuigkeiten über den Fast-Transfer von Tim Werner gibt, bleibt abzuwarten. Vorrangig wird es um die Rolle von Lokurlu und Förster gehen. Der Nationalspieler sowie der deutsche Rekordmeister ließen Anfragen des Spiegel zum Prozess unbeantwortet. Werner wechselte inzwischen seinen Berater. (ajr)

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