Bayern in Darmstadt gefordert

Pep über die Lilien: "Habe sie spielen sehen - wow!"

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Pep Guardiola warnt vor den Lilien.

München - Aufsteiger Darmstadt 98 ist das Überraschungsteam der Liga. Am Samstag wollen die Lilien auch noch die großen Bayern ärgern.

Vor dem Duell der krassen Gegensätze in der „Kampfzone“ Darmstadt griff Pep Guardiola zu mehr als den üblichen Höflichkeitsfloskeln. „Ich habe sie spielen gesehen - wow!", sagte der Trainer des Rekordmeisters FC Bayern München vor dem Gastspiel am Samstag (Anstoß 15.30 Uhr/hier bei uns im Ticker) bei Aufsteiger Darmstadt 98: "Sie haben in Leverkusen gewonnen, bei einem Champions-League-Verein. Wir haben großen Respekt vor Darmstadt, das ist keine Mannschaft für die 2. Liga.“

Und erst recht keine, die sich vor dem scheinbar übermächtigen FC Bayern verstecken will. „Sie sind wohl die beste Mannschaft der Welt. Was ich von ihnen gesehen habe, hat mich begeistert“, sagte Trainer Dirk Schuster zwar, aber: „Wir gehen nicht mit Angst ins Spiel.“

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Der Coach des ungeschlagenen Überraschungsteams bastelt zwar noch an den Details; mit welcher Strategie die Bayern am 5. Spieltag der Bundesliga in Bedrängnis gebracht werden sollen, ist aber klar. „Wo wir die Kampfzone auf dem Platz einrichten werden, ist noch nicht entschieden“, sagte Schuster, allzu defensiv will er seine Mannschaft aber nicht einstellen: „Sonst muss man irgendwann den Ball aus dem Netz holen - und nicht nur einmal.“

"Ein unangenehmer Gegner"

Sein berühmter Kollege Guardiola wollte von einem möglichen Kantersieg beim Underdog, der nach 33 Jahren eine bislang sehr gelungene Bundesliga-Rückkehr erlebt, nichts wissen. „Es ist sehr interessant, was sie machen. Sie sind aufgrund ihrer Spielweise ein unangenehmer Gegner“, sagte er.

Außerdem muss der FC Bayern womöglich auf die angeschlagenen Robert Lewandowski, Xabi Alonso und Arturo Vidal verzichten. Und: Der Favorit fürchtet weitere Nachwirkungen des aufreibenden Starts in der Champions League bei Olympiakos Piräus. Guardiola warnte seine Profis deshalb unmittelbar nach der Rückkehr in einer eigens anberaumten Besprechung vor 98.

Nach Ansicht Schusters haben die Lilien allerdings eigentlich keine Chance - aber die wollen die Hessen nutzen. „Es wäre das Normalste von der Welt, wenn die Bayern mit drei Punkten im Gepäck nach Hause reisen würden“, meinte der 47-Jährige: „Aber wir werden versuchen, sie ein bisschen zu ärgern. Wir sind uns unserer Stärken bewusst und hoffen, dass unser Teamgeist greift.“

Alles andere als ein Freundschaftsspiel

Schuster weiß genau, was auf seine Schützlinge zukommt. „Bayern und Darmstadt sind zwei verschiedene Welten“, sagte der Coach im kicker: „So eine Mannschaft am Böllenfalltor begrüßen zu dürfen, gab es zuletzt vor ein paar Jahren, als sie hier ein Benefizspiel absolvierten.“ Mit ihrem Auftritt damals trugen die Münchner zum Überleben der Lilien bei.

Ein weiteres Freundschaftsspiel wird sie aber nicht erwarten. Die Profis vermeiden zwar große Kampfansagen, sind aber heiß auf die Stars von der Isar. „Ich freue mich darauf, die Bayern zu ärgern“, sagte Angreifer Marco Sailer. Für Kapitän Aytac Sulu ist es „ein Bonusspiel“, Jan Rosenthal versprach: „Wir sind topfit und werden bis zur 90. Minute Gas geben.“

Das müssen die Darmstädter auch, um im Duell zwischen David (Kaderwert: 19,1 Millionen Euro) und Goliath (559,25 Millionen) bestehen zu können. Während die Münchner mit Weltstars auflaufen werden, schicken die Lilien eine Truppe der „Gescheiterten“ ins Rennen - Spieler, die sich bei anderen Klubs nicht durchsetzen konnten und nun in Darmstadt eine zweite Chance erhalten.

SID

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