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FC Bayern: Rummenigge trauert Star hinterher – Abgang „nicht kompensiert“

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Von: José Carlos Menzel López

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Karl-Heinz Rummenigge
Karl-Heinz Rummenigge erklärte, dass der Abgang eines Bayern-Stars „in Gänze bislang nicht kompensiert worden“ sei. (Archivfoto) © Tom Weller/dpa

Der FC Bayern München musste sich beim FC Augsburg mit 1:2 geschlagen geben. Einmal mehr passte es nicht in der Defensive - würde es mit David Alaba anders laufen?

München – Baustellen finden sich dieser Tage an der Säbener Straße so einige. Eine, die sich gefühlt länger zieht als seinerzeit der Bau des Hauptstadtflughafens BER, findet sich in der Abwehr des Rekordmeisters. Dass die Bayern ihre Gegner gewissermaßen einladen zum Toreschießen, war auch bei der 1:2-Pleite in Augsburg zu beobachten. Beiden Treffern gingen teils grobe Schnitzer voraus:

Julian Nagelsmann: „Bin tatsächlich den ersten Tag als Bayern-Trainer richtig sauer auf uns“

Beim 1:0 durch Mads Pedersen bekam Lucas Hernández eine Flanke im Fünfmeterraum nicht geklärt, dem 2:0 durch André Hahn ging ein leichtsinniger Ballverlust von Marcel Sabitzer im Spielaufbau voraus.

Kein Wunder also, dass Cheftrainer Julian Nagelsmann nach Abpfiff mehr als bedient war. Warum bekommt er die Bayern nicht dicht? „Ich bin tatsächlich den ersten Tag als Bayern-Trainer richtig sauer auf uns, weil wir es deutlich besser machen müssen“, meinte der 34-Jährige mit entsprechender Miene. Insbesondere die sich wiederholenden Fehler, die zu Gegentoren führen, machen Nagelsmann zu schaffen. „Wir bekommen die Tore immer auf die gleiche Art und Weise in dieser Saison.“

FC Bayern München: Nach Ballverlust steht Abwehr offen wie ein Scheunentor

Heißt im Klartext: Nach Ballverlusten steht die Münchner Hintermannschaft in der Regel offen wie ein Scheunentor. Machen es ihre Gegner wie beispielsweise die Gladbacher beim 0:5-Pokaldrama oder nun auch der FCA schnell und bespielen die richtigen Räume, liegt das Leder auch schon im Netz. Wettbewerbsübergreifend geschah das bereits 20 Mal in der laufenden Saison. Kein alarmierender Wert, zumal die Offensivabteilung in der Regel mehr Tore schießt, als die wacklige Abwehr zulässt. Sind Robert Lewandowski & Co. hingegen mal nicht in Ballerlaune, kosten derartige Böcke Punkte. „Wenn die Offensive mal nicht so eine große Strahlkraft hat, muss die Defensive einfach stabiler sein – und das war sie nicht“, so der Nagelsmann-Klartext zum fehlerhaften Abwehrapparat des Rekordmeisters.

Auch Thomas Müller bemängelte den unbedingten Willen in der Arbeit gegen den Ball, insbesondere „wenn du das Gefühl hast, du kannst jedes Spiel zwei, drei, vier Tore machen“. Eine Sicherheitslücke, die es vor nicht allzu langer Zeit noch nicht gab beim Rekordmeister. Schließlich war zweifelsohne die Abwehr jener Mannschaftsteil, die nach der vergangenen Saison der größten Revolution ausgesetzt wurde. Jerome Boateng war nicht mehr gut oder jung genug, David Alaba ließ man aufgrund seiner zu hohen Gehaltsforderungen ablösefrei zu Real Madrid ziehen.

Karl-Heinz Rummenigge: „Alabas Abgang hätte besser nicht stattfinden sollen“

„Alabas Abgang hätte besser nicht stattfinden sollen“, meinte Ex-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei Sky90 dazu. Und weiter: „Vielleicht fehlt der Organisator. David Alaba war da ein wichtiger Mann, auch in der Kabine. Dieser Abgang ist in Gänze bislang nicht kompensiert worden.“ Als neuer Abwehrchef wurde im Sommer von RB Leipzig für 42,5 Millionen Dayot Upamecano verpflichtet, der diese Rolle bislang nur hin und wieder ausfüllen konnte. Dazu sollte 80-Millionen-Mann Hernández ebenfalls mehr Verantwortung in der Abwehrmitte übernehmen, der Franzose ist - ähnlich wie Niklas Süle - aber nach wie vor weit von seinem Leistungsmaximum entfernt. Die FCB-Abwehr ist zu knacken. Und die Bundesliga hat verstanden, wie. (José Carlos Menzel López)

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