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„Neuer Messi“, Weltmeister und weitere Stars auf Ablösefrei-Liste: Was machen die Bayern?

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Von: Christoph Klaucke

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Bayern-Trainer Julian Nagelsmann (li.) und Sportvorstand Hasan Salihamidzic tüfteln an Schnäppchen-Transfers.
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann (li.) und Sportvorstand Hasan Salihamidzic tüfteln an Schnäppchen-Transfers. © Frank Hoermann/Imago

Im Sommer laufen etliche Verträge von internationalen Superstars aus. Diese Namen sollten auf der Ablösefrei-Liste beim FC Bayern nicht fehlen. Ein Überblick.

München - Erinnern Sie sich noch an den Transfer von Leon Goretzka? Der damalige Schalker wechselte im Sommer 2018 ablösefrei zum FC Bayern. Goretzka entwickelte sich schnell zum absoluten Stammspieler, vor ein paar Monaten verlängerte er seinen Vertrag langfristig bis 2026. Ein Glücksfall für die Bayern.

Doch seitdem tut sich der Rekordmeister schwer mit kostenlosen Schnäppchen-Transfers. In den letzten drei Jahren kamen lediglich Alexander Nübel, Sven Ulreich, Tanguy Nianzou, Omar Richards und Eric Maxim Choupo-Moting zum Nulltarif - allesamt keine Stammspieler. Nübel wurde nach nur einem Jahr nach Monaco verliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Dagegen stehen teure Transfers von Bankdrückern wie Bouna Sarr (8 Millionen Euro), Marc Roca (9 Mio.) oder auch Marcel Sabitzer (15 Mio.).

Ablösefrei-Liste: FC Bayern plant Transfers - etliche Superstars zum Schnäppchenpreis

Die Bayern haben vor allem in Person von Sportvorstand Hasan Salihamidzic immer wieder betont, dass man in der finanziell schwierigen Corona-Pandemie kreativ werden müsse. Dabei dürfte Brazzo neben Leihgeschäften mit Sicherheit auch an ablösefreie Transfers gedacht haben. Mit Blick auf das Sommertransferfenster wird das Thema richtig interessant, doch selbst Winter-Transfers sind aufgrund der jüngsten Entwicklungen nicht mehr ausgeschlossen.

Die Verträge von mehreren Stars internationaler Spitzenklubs und der Bundesliga laufen im Juni 2022 aus. Somit könnten sie für einen neuen Klub ablösefrei sein. Schlägt Brazzo zu und lotst endlich wieder einen Top-Star zum Schnäppchen-Preis nach München? Wir haben die spannendsten Kandidaten auf einen möglichen Wechsel analysiert:

Paulo Dybala (Juventus Turin): Angriff, 28 Jahre, Marktwert 50 Millionen Euro

Der dribbelstarke Argentinier galt einst als neuer Messi. Diese Hoffnung konnte Paulo Dybala nicht ganz erfüllen, trotzdem kann der mittlerweile 28-Jährige eine Abwehr mit seiner individuellen Klasse im Alleingang aushebeln oder einen Freistoß in den Knick schweißen. Solche Spieler sind für den FC Bayern immer interessant und gegen zumeist tiefstehende Gegner Gold wert. Dybala könnte Robert Lewandowski, Thomas Müller und Leroy Sané entlasten und mit seiner offensiven Vielseitigkeit ein neues Element ins Bayern-Spiel bringen.

Und die Chancen stehen gar nicht schlecht, dass Dybala endlich den Weg von Turin an die Isar findet. In den letzten Jahren wurde der flinke Offensivmann schon des Öfteren mit den Bayern in Verbindung gebracht - jetzt ist er sogar ablösefrei. Die Vertragsverhandlungen mit Juventus liegen derzeit auf Eis. Die Alte Dame soll einige Änderungen am vorliegenden Angebot vorgenommen haben, was den emotionalen Argentinier erzürnte.

„Es sind Dinge passiert, über die ich lieber nicht sprechen möchte. Der Verein hat beschlossen, dass wir zwischen Februar und März darüber sprechen werden, ich muss niemandem etwas beweisen“, sagte Dybala bei DAZN. Klingt nach Luftveränderung. Inter Mailand soll bereits die Fühler ausgestreckt haben. Grätscht der FC Bayern dazwischen?

Auch auf einen prominenten Teamkollegen von Dybala haben es die Münchner angeblich abgesehen.

Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Abwehr, 28 Jahre, Marktwert 35 Mio. Euro

Der deutsche Nationalspieler würde genau ins Beuteschema des FC Bayern passen. Rüdiger zählt zur Marke Führungsspieler, auf dem Platz macht dem Innenverteidiger in Sachen Ehrgeiz und Aggressivität keiner was vor. Solche Typen will jeder Klub in seiner Mannschaft haben und machen am Ende den Unterschied zwischen guten und sehr guten Teams.

Zudem haben sich die Bayern auf die Fahne geschrieben, die besten deutschen Nationalspieler in München zu vereinigen. Antonio Rüdiger gilt als neuer Abwehrchef im DFB-Team. Eine entscheidende Rolle dürfte Niklas Süle in der Angelegenheit spielen, dessen Vertag ebenfalls im Sommer ausläuft. Nimmt der Innenverteidiger das FCB-Angebot an, dürfte sich ein Transfer wohl erübrigen.

Rüdiger lehnte ein erstes Chelsea-Angebot als „respektlos“ ab. Die Option FC Bayern sei für Rüdiger „sehr interessant“, hieß es zuletzt, doch die Konkurrenz ist groß. Beim Champions-League-Sieger stehen mehrere Topklubs Schlange. Neben den Bayern sollen auch Real Madrid, Juventus Turin, PSG und Manchester United ihr Interesse hinterlegt haben.

Andreas Christensen (FC Chelsea): Abwehr, 25 Jahre, Marktwert 35 Mio. Euro

Neben Rüdiger ist noch ein weiterer Chelsea-Verteidiger im Sommer ablösefrei zu haben. Andreas Christensen pendelt bei den Blues zwischen Startelf und Bank. Der Däne hat jedoch keine Eile und will die Entwicklungen bei Rüdiger und Süle beobachten.

Christensen bringt als Innenverteidiger alles mit, was das Trainerherz begehrt. Schnelligkeit, Zweikampfstärke und vor allem seine Spieleröffnungen zeichnen ihn aus. Und: Christensen ist erst 25 Jahre jung, hat neben internationaler Erfahrung aber auch schon in der Bundesliga seine Sporen hinterlassen. Zwischen 2015 und 2017 war er an Borussia Mönchengladbach verliehen.

Folgt die Rückkehr nach Deutschland? Laut Sky Italia sollen sich die Bayern und Barcelona intensiv um einen Transfer bemühen. Aber: Barca kann sich für Christensen ein üppiges Handgeld aufgrund der finanziellen Schieflage womöglich gar nicht leisten, berichtet Mundo Deportivo. Borussia Dortmund hat dagegen wohl eher Außenseiter-Chancen.

Ousmane Dembele (FC Barcelona): Offensives Mittelfeld, 24 Jahre, Marktwert 30 Mio. Euro

Vor fünf Jahren war der Offensiv-Künstler nach einer Granaten-Saison in Dortmund nach Barcelona gewechselt - für eine Mega-Ablöse von 140 Millionen Euro plus Boni. Mittlerweile ist der Marktwert des streitbaren Franzosen auf 30 Millionen Euro gekracht. Barca wollte mit Dembele, Weltmeister von 2018, verlängern, doch die Verhandlungen sind gescheitert.

Die finanziell angeschlagenen Katalanen wollen Dembele nun bereits im Winter transferieren, um wenigstens noch einen Bruchteil der damaligen horrenden Ablösesumme zurückzubekommen. Barca droht dem Flügeldribbler mit einem Tribünenplatz, sollte er weder das Vertragsangebot annehmen, noch wechseln. Allerdings könnte Dembele seinen Vertrag auch aussitzen.

Barcelona Ousmane Dembele und Juves Paulo Dybala im Zweikampf - bald vereint beim FC Bayern?
Barcelona Ousmane Dembele und Juves Paulo Dybala im Zweikampf - bald vereint beim FC Bayern? © Imago

Die Bayern haben Dembele trotz seiner Verletzungsanfälligkeit und Verfehlungen außerhalb des Platzes nie aus den Augen verloren. Im Klub solle man sich durchaus zutrauen diese Probleme mit Hilfe des familiären Umfelds an der Säbener Straße und der ausgezeichneten medizinischen Abteilung in den Griff zu bekommen. Greifen die Bayern womöglich schon jetzt zu? Trainer Julian Nagelsmann outete sich jüngst als „Freund von Wintertransfers“.

Denis Zakaria (Borussia Mönchengladbach), Defensives Mittelfeld, 25 Jahre, Marktwert 27 Mio. Euro

Mit dem Gladbacher Mittelfeld-Strategen beschäftigt sich der FC Bayern laut Bild-Journalist Christian Falk „intensiv“. Berichten zufolge ist Zakaria im Winter-Transferfenster für sechs bis sieben Millionen zu haben, die Gladbacher fordern angeblich sogar neun. Eine Summe, die der FC Bayern wohl ohne Probleme aufbringen könnte. Die Münchner könnten aber auch bis Sommer warten, um gar keine Ablöse mehr zahlen zu müssen.

Zakaria steht bei den Bayern auch wegen seiner Vielseitigkeit im Fokus. Der Schweizer kann nicht nur im Mittelfeld spielen, sondern auch in der Innenverteidigung aushelfen, so wie einst Javi Martinez. Der Spanier musste letzten Sommer nach neun Jahren gehen. Sollte Corentin Tolisso die Bayern im Sommer verlassen, stünde mit Zakaria ein Bundesliga-erfahrener und günstiger Ersatz parat.

Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Abwehr, 28 Jahre, Marktwert 24 Mio. Euro

Zakarias Gladbacher Kollege Matthias Ginter ist im Sommer ebenfalls ablösefrei. Der deutsche Nationalspieler und Innenverteidiger wird seinen Vertrag nicht verlängern. Die Bayern haben laut Sky intern entschieden, dass man Ginter, Weltmeister von 2014, spätestens im nächsten Sommer ablösefrei holen möchte, versuchen aber den Transfer noch bis Ende Januar über die Bühne zu bekommen.

Der FC Bayern könnte mit den Gladbachern Ginter und Zakaria also einen Transfer-Doppelpack schnüren, entweder im Winter oder im Sommer. Die nächsten Wochen und Monate versprechen in jedem Fall ein spannendes Wechsel-Theater. (ck)

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