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Ablösefrei-Alarm! Verliert der FC Bayern nach Alaba und Boateng drei weitere Stars zum Nulltarif?

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Von: Marcus Giebel

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Mehrere Bayern-Profis gehen nebeneinander über den Rasen
Ablösefreies Trio? Bei Corentin Tolisso (l.), Kingsley Coman (2. v. r.) und Niklas Süle (r.) drohen dem FC Bayern Abgänge zum Nulltarif. © IMAGO / Michael Weber

Beim FC Bayern tummeln sich die Stars. Entsprechend hoch sind die Ablösesummen bei Transfers. Es sei denn, die Spieler wechseln nach Vertragsablauf. Genau das droht bei einem Trio.

München - Die aktuelle Saison in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal lernt gerade erst laufen. Aber schon jetzt bahnt sich beim FC Bayern ein größeres Stühlerücken im kommenden Sommer an. Zumindest, was den Kader betrifft.

Vor allem geht es darum, die unter Julian Nagelsmann wie bei Vorgänger Hansi Flick kaum zum Zug kommenden Reservisten wie Michael Cuisance, Bouna Sarr und Marc Roca loszuwerden. Dafür setzen die Roten nach Informationen der Sport Bild auf die Vermittlung durch neutrale Mittelsmänner.

FC Bayern drohen ablösefreie Abgänge: Gerade in Corona-Zeit sind diese Einnahmen wichtig

Sportlich würden diese Abgänge nicht wirklich ins Gewicht fallen. Und obendrein winken zumindest kleine Millionenbeträge. Auf die in der Corona-Zeit auch ein großer Klub wie der FC Bayern auf keinen Fall verzichten will.

Umso mehr könnten drei andere Abschiede schmerzen. Denn bei diesem Trio handelt es sich nicht nur um Profis mit Starpotenzial, das sie auch schon für den Rekordmeister unter Beweis gestellt haben. Sondern auch um Akteure, die im schlimmsten Fall ohne finanziellen Gegenwert - also zum Nulltarif - verabschiedet werden müssten.

FC Bayern drohen ablösefreie Abgänge: Süle spielt in dieser Saison auf Bewährung

Da wäre Niklas Süle, der in dieser Saison quasi auf Bewährung spielen sollte. Die einst geplante Vertragsverlängerung wurde auf Eis gelegt, da der Innenverteidiger nach seinem Kreuzbandriss vor zwei Jahren nur mühsam wieder in Gang kam. Zeitweise wurde mehr über seine Ernährung diskutiert als über seine sportlichen Leistungen.

In der vergangenen Spielzeit wurde Süle nur unregelmäßig eingesetzt. Unter anderem auch als Rechtsverteidiger, weil ihm während seiner unfreiwilligen Auszeit David Alaba und Jerome Boateng im Abwehrzentrum den Rang abgelaufen hatten. Nun sind beide weg. Ablösefrei.

FC Bayern drohen ablösefreie Abgänge: Unter Nagelsmann blüht Süle wieder auf - träumt aber von England

Genau dieses Szenario eines Abschieds mit auslaufendem Vertrag wollen die Bayern-Bosse künftig unbedingt vermeiden. Doch Süle befindet sich in seinem letzten Vertragsjahr und blüht unter Nagelsmann, den er aus gemeinsamen Hoffenheimer Zeiten kennt, wieder richtig auf. Er verpasste noch keine Partie, stand nur zweimal nicht in der Startelf.

Folglich sollten Interessenten Schlange stehen. Wie die Sport Bild berichtet, träumt der 26-Jähruge von einem Engagement in der Premier League und hofft auf entsprechende Angebote. Bereits 2019 verriet Süle im Interview mit Spox und DAZN: „Das ist eine der Ligen, in denen ich unbedingt mal spielen will.“ Er habe sogar vor seiner Unterschrift an der Säbener Straße über einen Wechsel nach England nachgedacht.

FC Bayern drohen ablösefreie Abgänge: Gerade in der Corona-Zeit sind diese Einnahmen wichtig

Zuletzt waren im Zuge eines Rechtsstreits zwischen zwei Beratern Whatsapp-Nachrichten des Bayern-Profis an die Öffentlichkeit gelangt, in denen ein offensichtlich frustrierter Süle seinen Wunsch äußerte, „unbedingt nach England“ gehen zu wollen. Darüber berichtete der Spiegel, ehe es von anderen Medien aufgegriffen wurde.

Von seiner Statur her sollte er perfekt ins Oberhaus des Fußball-Mutterlands passen, wo es deutlich körperbetonter zugeht als in der Bundesliga. Zuletzt wurde schon über ein Interesse von Newcastle United spekuliert. Die „Magpies“ gehören nach dem Verkauf an ein saudi-arabisches Konsortium zu den reichsten Klubs der Welt und stehen vor einem Neuaufbau.

Bei Süle scheinen die Bayern also schlechte Karten zu haben. Vielleicht aber ist sein alter Weggefährte Nagelsmann das Ass im Ärmel.

Video: Wechselt Dest von Barcelona nach München?

FC Bayern drohen ablösefreie Abgänge: Tolisso im letzten Vertragsjahr und kaum noch gefragt

Noch wahrscheinlicher ist ein ablösefreier Abgang von Corentin Tolisso. Der einst teuerste Zugang der Klubgeschichte spielt im zentralen Mittelfeld längst nur noch die zweite Geige hinter dem eingespielten Duo Joshua Kimmich und Leon Goretzka. Eigentlich schien sein Abgang schon für diesen Sommer ausgemacht, doch Verletzungsprobleme vereitelten alle Pläne.

Weder von Spieler- noch von Vereinsseite drängen sich Argumente für eine Verlängerung des auslaufenden Vertrags aus. Werbung in eigener Sache konnte Tolisso noch nicht betreiben. Bislang steht der Weltmeister bei vier Einsätzen, nur im Pokal beim Bremer SV durfte er von Beginn an ran.

FC Bayern drohen ablösefreie Abgänge: Coman will offenbar Gehalt verdoppeln lassen

Etwas anders stellt sich die Situation bei seinem Landsmann Kingsley Coman dar. Der Flügelflitzer ist noch bis 2023 gebunden und es wird fleißig über ein neues Vertragswerk verhandelt. Das Problem: Wie die Sport Bild berichtet, pocht das Lager des 25-Jährigen auf eine Verdoppelung des Gehalts von zehn auf 20 Millionen Euro im Jahr. Da senkt die Bayern-Chefetage zumindest noch den Daumen.

Die Roten haben auch wenig Grund, sich unter Druck setzen zu lassen. In Leroy Sané, Serge Gnabry und Jamal Musiala steht ein Trio mit außergewöhnlichen Fähigkeiten für die beiden Flügelpositionen parat. Zudem wird an einer Rückholaktion von Karim Adeyemi gearbeitet - auch wenn das alles andere als ein Selbstläufer zu sein scheint.

FC Bayern drohen ablösefreie Abgänge: Coman-Lager würde Vertrag wohl zur Not auch auslaufen lassen

Bei Coman kommt erschwerend hinzu, dass angesichts seiner Verletzungshistorie immer die Gefahr eines Ausfalls mitzuschwingen scheint. Auch das wird bei den Gesprächen nicht komplett unter den Tisch fallen.

Dem Bericht zufolge sollen sich Comans Berater auch damit anfreunden können, den Vertrag in knapp zwei Jahren auslaufen zu lassen. Denn dann würde die Unterschrift bei einem neuen Klub wegen der nicht zu zahlenden Ablösesumme sehr wahrscheinlich mit einem üppigen Handgeld versüßt werden.

Das wiederum wäre natürlich gar nicht im Sinne des FC Bayern, der von einem Coman-Abgang nichts hätte. Hier heißt es also: Kommt es nicht zu einer Einigung, wäre ein Verkauf im Sommer 2022 für den Rekordmeister lukrativer. Ansonsten drohen ablösefreie Abgänge nach dieser und der kommenden Spielzeit. (mg)

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