Talente werben für sich

Nagelsmann mit Sonderlob für Bayern-Juwel: Jungstar schon vor Beförderung?

Der FC Bayern München bereitet sich auf die neue Saison vor. Beim ersten Test gegen Köln standen viele Nachwuchsspieler im Aufgebot.

München – Das erste Testspiel von Julian Nagelsmann (33) als Trainer des FC Bayern war wenig aussagekräftig. Einerseits fehlten den Münchnern beim 2:3 gegen den 1. FC Köln in Villingen-Schwenningen die Top-Stars. Andererseits traten die Domstädter fast mit voller Kapelle an. Nagelsmanns Fazit? „Insgesamt okay. Es waren viele dabei, die nicht Bundesliga spielen und keinen Rhythmus haben“ so der Coach. „In Anbetracht des Kaders war das schon in Ordnung.“ Was ihm gefiel: „Unsere Chancen und Tore haben wir gut herausgespielt.“

FC Bayern: Erster Test unter Trainer Nagelsmann mit Abstimmungsproblemen

Dass die Münchner* die drei Gegentore fast auf die identische Art und Weise bekommen haben, ärgerte ihn allerdings. Nagelsmann* erklärt: „Wir haben auf Abseits gespielt, ohne Druck auf den Ball, und die gegnerischen Flanken nicht gut verteidigt. Das war ein bisschen simpel.“ In der Viererkette spielten Dayot Upamecano (22) und Chris Richards (21) im Zentrum, sowie Josip Stanisic (21) als rechter und Omar Richards (23) als linker Verteidiger von Anfang an. In der zweiten Hälfte bildeten Bouna Sarr (29), Tanguy Nianzou (19), Jamie Lawrence (18) und Remy Vita (20) die Defensive. Nicht völlig überraschend, dass es bei den zusammengewürfelten Abwehr-Reihen mit Nachwuchsspielern mitten in der Saison-Vorbereitung noch Abstimmungs- und Orientierungsprobleme gab.

„Das war ein bisschen simpel“: Bayern-Trainer Julian Nagelsmann ärgerte sich über die drei Gegentreffer.

FC Bayern: Einige Talente fielen beim Test gegen Köln positiv auf

Einige Talente fielen hingegen positiv auf und dürfen laut Nagelsmann „Hoffnung haben“, länger im Profi-Kader zu bleiben. Einer, der überzeugte, war Armindo Sieb (18) – nicht nur aufgrund seines Treffers zum 1:0. Beeindruckend war auch die Robustheit des Offensivspielers. „Armindo Sieb war gut“, betont Nagelsmann, der das Nachwuchs-Juwel immer wieder aufforderte, in die Tiefe zu gehen.

Der Trainer brachte Sieb sein Konzept der „minimalen Breite“ näher. Das bedeutet, dass die Flügelspieler nicht nur an der Seitenlinie kleben, sondern mehr in Richtung Zentrum agieren sollen. Die Mittelfeldspieler Taylor Booth (20) und Malik Tillman (19) sowie Angreifer Lucas Copado (17) lobte Nagelsmann ebenfalls. Der Sohn von Ex-Bundesliga-Profi Francisco Copado (46), mit dessen Schwester Hasan Salihamidzic* verheiratet ist, durfte in der zweiten Halbzeit ran. Er spielte mutig, verpasste in der 75. Minute den Ausgleich zum 3:3. „Er war schlau im Ball-Klauen, hat die tiefen Bälle gut fest gemacht. Er hatte zwei, drei sehr gute Aktionen. Insgesamt war ich sehr zufrieden“, sagte Nagelsmann, der auch an der Seitenlinie eine kleine Taktik-Tafel dabei hatte.

Zudem auffällig: Der Trainer war während des Spiels sehr aktiv, gab seinen Spielern immer wieder Tipps und holte Akteure zu sich, um ihnen genau zu erklären, was diese besser machen können. Nach dem Testspiel nahm er sich auch noch für die Fans Zeit. Vorbildlich mit FFP2-Maske. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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