Spannende Erkenntnisse

„Wir zahlen, was die Anderen wollen!“ Ex-Bayern-Trainer gibt Einblick in Transfer-Strategie

Andries Jonker (l) an der Seite von Louis van Gaal in der Allianz Arena in München.
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Andries Jonker (l) war drei Jahre lang für den FC Bayern München tätig.

Ein ehemaliger Trainer des FC Bayern gibt spannende Einblicke in die Transfer-Strategie der Münchner. Besonders bei ligainternen Wechseln soll der Rekordmeister äußerst kalkuliert vorgehen.

München - Der FC Bayern* gilt seit jeher als das Nonplusultra des deutschen Fußballs. Sowohl in sportlicher als auch in finanzieller Hinsicht haben die Münchner einen immensen Vorsprung auf die Konkurrenz, den sie zu nutzen wissen. Besonders bei ligainternen Transfers behält der Rekordmeister regelmäßig die Oberhand und kann die Top-Stars an die Säbener Straße lotsen.

In Interview mit Goal hat sich nun ein ehemaliger Trainer des amtierenden Meisters, der jüngst den Supercup im Duell mit dem BVB für sich entscheiden konnte, zu Wort gemeldet und spannende Einblicke in die Transfer-Strategie gegeben. In der Zeit unter Präsident Uli Hoeneß* sollen die Bayern mit besonderem Kalkül vorgegangen sein.

FC Bayern: „Wir zahlen, was die Anderen verlangen!“ Ex-Coach gibt Einblick in Hoeneß‘ Transfer-Strategie

Dass der FC Bayern sich oft bei den direkten Kontrahenten bedient, ist ein prominenter Kritikpunkt. Vor allem die Fangemeinden der übrigen Vereine werfen dem Ligaprimus eine gezielte Schwächung vor. Auch der ehemalige FCB-Coach Andries Jonker wunderte sich in seiner Amtszeit über diese Vorgehensweise und wandte sich an niemand Geringeren als Uli Hoeneß. Wie er jetzt in einem Interview verriet, ist der Hintergrund dieser Strategie vielschichtiger als vermutet.

„Einmal habe ich Uli gefragt, warum er immer die besten Spieler der Bundesliga-Rivalen kauft, damals zum Beispiel Mario Gomez vom VfB Stuttgart“, erzählt der 58-jährige Niederländer. Und liefert die Antwort des Ex-Präsidenten gleich mit: „Er sagte, dass Bayern in solchen Fällen nicht verhandle, sondern immer das zahle, was der andere deutsche Verein verlangen würde. Der jeweilige Klub würde das Geld in einen guten Ersatz investieren und den Rest dann in die eigene Jugendarbeit stecken, was wiederum den Bayern zukünftig helfen würde, um den nächsten guten Spieler des entsprechenden Klubs zu bekommen. Eine schöne Erklärung“, merkt Jonker an.

Das Erbe von Uli Hoeneß: Transfer-Strategie des FC Bayern besteht weiterhin

Obwohl Uli Hoeneß das Amt des Bayern-Präsidenten niedergelegt hat, handelt der Verein weiter nach seinem Vorbild. In der jüngeren Vergangenheit bedienten sich die Roten häufig bei Borussia Dortmund. Mit Robert Lewandowski*, Mats Hummels* oder Mario Götze wurden über die Jahre tragende Säulen aus der Stammformation des größten Kontrahenten verpflichtet.

Zudem streckt der Rekordmeister immer wieder seine Fühler in Richtung der vielversprechendsten Bundesliga-Talente aus. In der aktuellen Wechselperiode kauften die Bayern in Person von Dayot Upamecano sogar einen RB Leipzig-Akteur aus seinem Vertrag. Das Interesse an Mittelfeld-Ass Marcel Sabitzer ist hinreichend bekannt. (men) *tz.de ist ein Angebot von IPPPEN.MEDIA

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