Wenige Wochen vor Saisonstart

Bedrohliche Bayern-Zukunft? Salihamidzic zeichnet plötzlich düsteres Szenario

Der FC Bayern München steht vor einer schweren neuen Saison. Das bestätigten nun auch Aussagen von Sportvorstand Hasan Salihamidzic.

München - Die Worte von Hasan Salihamidzic klangen einigermaßen bedrohlich. „Es ist eine Situation, die für uns nicht so einfach ist, wenn man sieht, wie einige Klubs investieren können“, sagte der Sportvorstand des FC Bayern jüngst, als es vor allem um die Transferoffensive von Paris Saint-Germain ging. „Wir werden das Mögliche machen, kreativ bleiben und versuchen, für die Spieler anders sexy zu sein. Gegen manche finanzielle Kräfte ist zumindest im Moment nichts zu machen“, meinte Salihamidzic weiter.

Transfermarkt: Paris klotzt, Bayern kleckert

Es ist freilich nicht das erste Mal, dass die Bayern-Bosse den französischen Hauptstadt-Klub, der zu hundert Prozent dem Staat Katar gehört, als Bösewicht im Fußball-Business hinstellen. Ganz falsch liegen sie damit nicht. Vor allem die Corona-Krise kann PSG, das aus der Wüste stets mit frischen Scheinchen versorgt wird, offenbar wenig anhaben. Die Franzosen zahlten zwar nur für Achraf Hakimi (60 Mio. Euro, Inter Mailand) und Danilo Pereira (16 Mio., FC Porto) eine Ablöse, mit Georginio Wijnaldum (FC Liverpool), Sergio Ramos (Real Madrid) und Gianluigi Donnarumma (AC Mailand) schließen sich aber drei Topstars dem Klub an, die nur auf den ersten Blick günstig sind. Das Trio kostet zwar keinen Cent Ablöse, wird samt Beratern aber - wie branchenüblich - ein saftiges Handgeld für die Unterschrift einstreichen. Da kommt das Gehalt noch obendrauf, das bei Wijnaldum, Ramos und Donnarumma zwischen zehn und 15 Millionen liegen soll - netto versteht sich.

Bayerns einziger großer Neuzugang: Upamecano (li.) mit Salihamidzic.

„In diesem Sommer merkt man, dass PSG von der wirtschaftlichen Krise durch die Pandemie etlicher Topvereine wie Real Madrid, Barcelona oder Juventus Turin profitiert“, meint der französische Ex-Profi Emmanuel Petit. „Mit dieser aggressiven und spektakulären Transferoffensive wird dieses Team womöglich der große Favorit in der kommenden Saison in der Königsklasse werden.“

FC Bayern muss wegen Corona sparen

Da können die Münchner, die laut Präsident Herbert Hainer wegen Corona mit Umsatzeinbußen von rund 150 Millionen rechnen, nur neidisch in die Stadt der Liebe blicken. Neben Dayot Upamecano (42,5 Mio.) und Trainer Julian Nagelsmann (Sockelbetrag 15 Mio.) kamen mit Omar Richards und Sven Ulreich bislang nur zwei ablösefreie Spieler, die keinesfalls Gehälter wie Ramos und Co. aufrufen.

Oberste Maxime hat beim FC Bayern seit eh und je, dass der Klub vernünftig wirtschaftet. Dazu gehört, dass im Sommer lieber bei den Transferausgaben gespart wird, um die Vertragsverlängerungen von Leon Goretzka und Kingsley Coman stemmen zu können.
Neben PSG hat bislang auch der FC Barcelona auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Memphis Depay (Olympique Lyon), Sergio Aguero und Eric Garcia (beide Manchester City) kamen ablösefrei und angeblich auch für vergleichsweise kleines Gehalt nach Katalonien. Der klamme Klub muss ohnehin jeden Cent zusammenkratzen, um die Vertragsverlängerung mit Lionel Messi bewerkstelligen zu können.

FC Bayern München kann von Millionen-Transfers vorerst nur träumen

Ansonsten lassen die großen Shoppingtouren noch auf sich warten. Real Madrid schnappte sich David Alaba - ablösefrei, aber für ein geschätztes Nettogehalt von rund 12,5 Millionen. Liverpool lotste Leipzig-Verteidiger Ibrahima Konate (40 Mio.) an die Anfield Road. Vorläufiger Höhepunkt des Transfer-Sommers: Jadon Sancho (21) steht vor einem Wechsel von Borussia Dortmund zu Manchester United. Fixkosten: 85 Millionen. Zahlen, von denen Bayern vorerst nur träumen kann.

Er steht beim FC Bayern vor einer ungewissen Zukunft. Die Bosse würde ihn gerne abgeben, doch Julian Nagelsmann will Niklas Süle noch eine Chance geben.

Rubriklistenbild: © Sven Simon/imago-images

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