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Bayern-Interesse an EM-Star? Klopp hatte ihn schon auf dem Zettel

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Von: Andreas Schmid

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Wen schüttelt Hasan Salihamidzic noch aus dem Ärmel?
Wen schüttelt Hasan Salihamidzic noch aus dem Ärmel? © AFP / ALEXANDER HASSENSTEIN

Bastelt der FC Bayern München an der Verpflichtung eines Offensivspielers? Das Talent des Außenspielers ist unbestritten - einst wollte ihn auch Jürgen Klopp.

München - Die aktuell laufende Europameisterschaft* bietet etlichen Spielern die Gelegenheit, sich ins Rampenlicht der großen Klubs zu spielen. Tschechiens Patrick Schick etwa spielte ein herausragendes Turnier, in Leverkusen bleibt ihm meist nur die Backup-Rolle hinter Lucas Alario. Nun sammelte Schick Argumente für mehr Einsatzzeit oder einen Stammplatz bei einem anderen Klub. Auch in der belgischen Nationalmannschaft sorgte ein Spieler für Furore – Jeremy Doku. Der FC Bayern* soll interessiert sein.

FC Bayern München: Von der Ligue 1 in die Bundesliga? Doku im Fokus

Doku ist 19 Jahre alt und kommt überwiegend auf den Flügelpositionen zum Einsatz. Der Rechtsfuß feierte vor weniger als einem Jahr sein Debüt in der belgischen Nationalmannschaft* und kommt bisher auf zehn Spiele für die Roten Teufel (zwei Tore). Bei der EM, in der Belgien im Viertelfinale an Italien gescheitert war, kam er in zwei Spielen zum Einsatz.

Doku spielt seit Sommer 2020 in Frankreich für Stade Rennes. Die Bretagner ließen sich die Dienste des Offensivjuwels rund 24 Millionen Euro kosten. Mit zwei Tore und drei Vorlagen in 30 Ligue-1-Spielen ist seine Bilanz jedoch ausbaufähig. Doku kickte zuvor in der Jugend des belgischen Rekordmeisters RSC Anderlecht* und machte dort seine ersten Schritte im Profifußball. Folgt nun das nächste Kapitel in München?

Jeremy Doku im Trikot der belgischen Nationalelf
Jeremy Doku kommt bisher auf zehn Länderspiele. Sein letztes bestritt er im EM-Viertelfinale gegen Italien. © ActionPicture via imago-images

FC Bayern München: Interesse an Belgien-Talent Doku?

Wie die Bild berichtet, war Doku bereits Thema beim FC Bayern, allerdings soll momentan kein konkretes Angebot mehr vorliegen. Eurosport UK schreibt aber, dass sie die Münchner ernsthafte Gesprächen mit dem Youngster anstreben würden. Der Serienmeister soll allerdings nicht der einzige Topklub sein, der Doku auf dem Zettel habe.

Doku besitzt in Rennes einen Vertrag bis 2025. Angesichts dieses langen Kontrakts ist ein Wechsel unterhalb der 30-Millionen-Euro-Marke unrealistisch. Die Roten müssten ihren selbst auferlegten Sparkurs also etwas lockern. Aber brauchen die Münchner Doku überhaupt?

FC Bayern München: Doku im Fokus? Außenbahne aktuell gut besetzt

Aktuell bekleiden die Flügelpositionen beim FCB Serge Gnabry*, Kingsley Coman* und Leroy Sané*. Über den zuletzt oft kritisierten Sané meinte Neu-Trainer Julian Nagelsmann auf seiner Premierenpressekonferenz: „Ich kriege auch die Berichterstattung mit. Wir tun aber alle gut daran, Leroy mal in Ruhe zu lassen. Er hat herausragende Qualitäten, unfassbaren Speed und ist einer der besten Eins-gegen-Eins-Spieler. Wir brauchen gegen tief stehende Mannschaften Spieler wie ihn. Ich bin mir relativ sicher, dass wir einen stärkeren und verbesserten Leroy sehen werden.“ Nagelsmann scheint also auf Sané setzen zu wollen.

Mit Blick auf das Team meinte der frühere Leipzig-Coach, man habe „einen sehr guten Kader, auf den ich mich sehr freue.“ Das bedeutet freilich nicht, dass es keine Transfers mehr geben wird. Ein Doku-Transfer scheint letztlich aber nur infrage zu kommen, wenn einer der drei Flügelspieler den Klub verlässt. Dabei muss allerdings auch Rennes Interesse an einem Transfer haben. Der Sechste der vergangenen Saison ist finanziell gut aufgestellt. Präsident Nicolas Holveck sagte jüngst der L’Équipe, bis Ende August definitiv keine Spieler abgeben zu wollen.

Jeremy Doku zum FC Bayern? „Ich habe selten einen Spieler mit so viel Explosivität gesehen“

Erst bei möglichen Abgängen wird die Personalie Doku wohl so richtig heiß in München. Dass der 19-Jährige sportlich interessant ist, überrascht nicht. Der in der Nähe von Antwerpen geborene Sohn ghanaischer Eltern überzeugt mit Dribbelfreude und einer enormen Geschwindigkeit. Zudem versprüht er eine gewisse Unbekümmertheit. Gegen Italien ging er mit am häufigsten ins Eins gegen Eins. Was gegen die routinierte Abwehr der Azzurri nicht immer funktionierte, zeugt von einer Risikobereitschaft, die Offensivspielern aktuell immer öfter abzugehen scheint.

Anderlechts ehemaliger Trainer Hein Vanhaezebrouck ist von Dokus Talent überzeugt: „Ich habe selten einen Spieler mit so viel Explosivität auf den ersten Metern gesehen, der so schnell beschleunigen und die Richtung wechseln kann, während er gleichzeitig eine perfekte Kontrolle über seinen Körper und den Ball behält“, sagte er einst gegenüber Het Nieuwsblad. Laut der Zeitung kommt Doku auf Spitzengeschwindigkeiten von 35 Kilometern pro Stunde.

Jeremy Doku im Trikot des RSC Anderlecht.
Kaum zu stoppen: Jeremy Doku im Trikot des RSC Anderlecht. © Belga via imago-images

Jeremy Doku: „Klopp erklärte, dass er in ihm einen potenziellen Nachfolger für Sadio Mané sieht“

Dokus aktuelle Bilanz ist noch ausbaufähig, sein Potenzial nach Beobachtern jedoch unbestritten. Auf der von Next Generation veröffentlichten Liste der vielversprechendsten Talente bis Jahrgang 2002 wird er derzeit auf Rang 14 geführt. Auf Platz eins landet übrigens Barcelonas Ansu Fati gefolgt von Eduardo Camavinga, ebenfalls in Rennes unter Vertrag und im Fokus des FC Bayern. Jamal Musiala* landet auf Rang acht, Tanguy Nianzou* auf 15.

Bereits 2018 wurde daher auch Jürgen Klopp auf Doku aufmerksam. „Er erklärte, dass er in Jeremy einen potenziellen Nachfolger für Sadio Mané sieht“, erklärte Dokus Vater nach einem Besuch in Liverpool vor drei Jahren. Doku war damals 16 Jahre alt und unterschrieb kurze Zeit später seinen ersten Vertrag in Anderlecht. Nun steht er in Frankreich unter Vertrag. Es bleibt die Frage: Wie lange noch? (as) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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