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Münchner Politiker fordert Trikot-Änderung beim FC Bayern

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Von: Antonio José Riether

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Der FC Bayern und Katar. Diese Partnerschaft brachte den Münchnern viel Kritik ein, nun fordert ein Politiker sogar die Änderung des Auswärtstrikots.

München - Wenige Wochen vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft Ende November rückt das Thema Katar wieder in den Vordergrund. Besonders beim FC Bayern, der eine intensive Partnerschaft zum Emirat pflegt, erregt die Thematik die Gemüter, und das bereits seit Jahren. Kritische Fans versuchten erst bei der Jahreshauptversammlung 2021, das Sponsoring mit dem Staat, dem schwerste Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, zu beenden. Nun gerät auch das Trikot des Rekordmeisters in die Kritik.

Politiker will FC-Bayern-Trikot ändern - Grund sind das Stadtwappen und die Katar-Werbung

Grund dafür ist einer der beiden Trikotsponsoren der Bayern, seit der Saison 2018/19 ziert das Logo der staatlichen Fluggesellschaft Qatar Airways den linken Ärmel der FCB-Trikots. Die Münchner lassen sich die Partnerschaft ordentlich vergüten, Berichten zufolge kassiert der Rekordmeister etwa 17 Millionen Euro pro Spielzeit aus Katar.

Auf dem neuen Auswärtstrikot der Bayern ist der Qatar-Airways-Schriftzug ebenfalls auf dem Ärmel zu sehen, auf dem Nacken prangt jedoch auch das Stadtwappen, das Münchner Kindl. Daran stört sich die Linkspartei, zudem fordert sie, dass das Logo entfernt wird und sucht die Unterstützung der anderen Fraktionen im Stadtrat.

Das Münchner Kindl im Nacken und der Schriftzug „Qatar Airways“ – das ist für die Linkspartei nicht vereinbar.
Das Münchner Kindl im Nacken und der Schriftzug „Qatar Airways“ – das ist für die Linkspartei nicht vereinbar. © Kirchner-Media/imago

FC Bayern: Linkspolitiker für Anpassung am Auswärtstrikot - „Bayern nicht nur Sportverein“

Erst am Dienstag lud Die Linke im Münchner Rathaus zum Austausch unter dem Titel „Menschenrechte in Katar und der Fußball“ und machte deutlich, dass der Umgang des bekanntesten Bundesliga-Klubs mit dem Thema Katar auch die Politik interessiert. Bis auf zwei Grünen-Vertreter sowie Tobias Ruff von der ÖPD blieben aber alle anderen Parteien der Veranstaltung fern.

Thomas Lechner, Linkspolitiker im Sportausschuss und Menschenrechtsaktivist, meinte dabei: „Wir können Bayern nicht nur als Sportverein sehen, da steckt ein Unternehmen dahinter.“ Die Unternehmensspitze um Präsident Herbert Hainer machte jedoch in der Vergangenheit klar, dass sie sich nicht von Kritik aus den eigenen Reihen beeinflussen lässt.

Dies beweist etwa das geplante Trainingslager der Bayern-Profis im kommenden Januar oder der Wutanruf von Uli Hoeneß, der im Doppelpass ein Plädoyer für Katar hielt und darin etwa pauschal behauptete, die Bedingungen für Arbeitsmigranten hätten sich auch durch das Bayern-Engagement verbessert. Dem widersprachen mehrere ehemalige Arbeitsmigranten bei dem Treffen am Dienstag vehement, bezeichneten die Aussagen sogar als „komplett falsch“.

FC Bayern: Münchens OB Reiter freut sich über Stadtwappen auf dem Trikot

Noch reagierte der Verein nicht auf die Forderung der Linken. Oberbürgermeister Dieter Reiter sieht die Entfernung des Stadtlogos hingegen kritisch, auf tz-Nachfrage meinte der SPD-Politiker: „Der FC Bayern ist weltbekannter Imageträger der Stadt München. Ich freue mich, dass der Verein das Stadtwappen auf seinem Trikot trägt.“ Darauf, dass der Staat, der nur wenige Zentimeter neben dem Wappen seine Werbung schaltet, für die Tode von 15.000 Arbeitern auf den WM-Baustellen verantwortlich gemacht wird, ging er allerdings nicht ein. (ajr)

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