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Nagelsmann feiert „Weltklasse“-Leistung gegen Hoffenheim – nur Kahns Reaktion auf der Tribüne verblüfft

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Von: Hanna Raif

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Salihamidzic und Dreesen hatten gute Laune in Sinsheim, Oliver Kahn blieb das ganze Spiel über weniger euphorisch.
Salihamidzic und Dreesen hatten gute Laune in Sinsheim, Oliver Kahn blieb das ganze Spiel über weniger euphorisch. © Michael Deines/M.i.S.

Der FC Bayern scheint wieder auf Kurs zu sein. Beim 2:0-Sieg gegen Hoffenheim freute sich Coach Nagelsmann, wie „gut und gierig“ seine Mannschaft auftrat. Jetzt freuen sich die Münchner auf ein „supergeiles Spiel“ gegen Barcelona.

München - Der Blick auf die Tribüne verhieß nichts Gutes. Hätte man am Samstag in Sinsheim 90 Minuten ausschließlich Oliver Kahn beobachtet, hätte man meinen können, der FC Bayern hat wenig bis nichts zustande gebracht. Auch von Hasan Sali­hamidzic, der bei den Treffern von Jamal Musiala (18.) und Eric Maxim Choupo-Moting (38.) neben ihm aufsprang, ließ sich der Bayern-Boss nicht anstecken. Er saß da und blickte skeptisch. Dabei hatte das Team wirklich alles getan, um sich und den Chefs zu beweisen, dass die Leistungskurve nach oben zeigt. Oder wie Julian Nagelsmann betonte: „Das war zum Teil Weltklasse.“

FC Bayern: „Außergewöhnlich gut und sehr gierig“ aufgetreten

Der Trainer meinte damit vor allem die ersten 35 Minuten der Partie, in denen die Bayern eine Zweikampfquote von 71 Prozent aufwiesen, „außergewöhnlich gut und sehr gierig“ waren. Dass der Rekordmeister danach zehn weniger souveräne Minuten überstehen musste und nach dem Seitenwechsel ein paar Gänge runterschaltete, war dem 35-Jährigen zwar nicht entgangen – er legte aber auch diese Phasen nicht negativ aus. Von einer „sehr reifen und erwachsenen Leistung“ sprach der Coach, obwohl das Spiel „vom Kopf her“ nicht einfach gewesen sei. Aus sieben Spielen seit der Länderspielpause stehen sechs Siege und ein Remis, Torverhältnis: 27:6.

„Man kann schon von einem Flow sprechen“, sagte Leon Goretzka mit Blick auf die vergangenen Wochen. Zwar sei „die breite Brust nie verschwunden“, betonte der Nationalspieler: „Aber wir haben in den letzten Wochen schon deutlich konsequenter gespielt.“ Brauchte die Angriffsreihe beispielsweise in den vier sieglosen Saisonspielen noch im Schnitt 23 Torschüsse für ein Erfolgserlebnis, sind es jetzt nur noch knapp sieben. Dass hinten wieder die Null stand, sprach Abwehrchef Matthijs de Ligt der gesamten Mannschaft zu („ein Kompliment“). Ersatzkeeper Sven Ulreich, der sein Team in Abwesenheit von Manuel Neuer mit zwei starken Paraden in Front hielt, unterstrich aber, was offensichtlich war: „Wir haben zur Zeit eine starke Abwehr in richtig guter Form.“

Sechs Siege aus sieben Spielen nach der Länderspielpause: Die Bayern haben sich wieder gefangen

Wer sich den Blick auf die Tabelle gespart hat, kann vor dem Ausflug zum FC Barcelona unter der Woche von einer heilen Bayern-Welt sprechen. Goretzka aber wies schon vor der Partie der 1:2-Pleite von Union beim Vfl Bochum darauf hin, „dass wir immer noch nicht Erster sind“. Er führte aus: „Wenn wir ein Spiel verlieren, sieht es gleich wieder schlecht aus. Deshalb müssen wir dranbleiben.“ Auch wenn der Rückstand nach diesem Spieltag nur noch einen Punkt beträgt.

Jetzt gilt der Fokus erst auf das Spiel am Mittwoch in Barcelona. In diesem „supergeilen Spiel“ werde man „alles tun, um zu gewinnen“ (Goretzka). Mit welchem Personal die Bayern die Reise antreten werden, ist noch nicht final geklärt. Entwarnung gab Nagelsmann bei Kingsley Coman, der nach einem Pferdekuss ausgewechselt wurde. Thomas Müller hingegen trainierte gestern nach Magen-Darm-Virus wieder. Die Bestbesetzung soll auflaufen, denn auch wenn das Achtelfinale sicher ist, geht es noch um den Gruppensieg. Außerdem hat Nagelsmann auch das Prinzip seines Vereins inzwischen sehr gut verstanden.

Bevor der Bus losrollte, sagte er: „Bei Bayern musst du einfach gewinnen, dann ist alles super.“ Immerhin: Nach Abpfiff klatschte auch Kahn in die Hände. Ein einziges Mal. Hanna Raif

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