Nach der Fünf-Tore-Gala gegen Freiburg

Einstellung, Defensive, Konzentration: Wo gibt‘s noch Luft nach oben?

Im ersten Spiel nach der Rückkehr von Jupp Heynckes brillieren die Roten wieder wie zu besten Zeiten. Vieles läuft wie im Schnürchen - doch es gibt auch noch Verbesserungspotenzial.

München - Bayern-Herz, was willst du mehr? Triple-Coach Jupp Heynckes ist da und schon ballern die Münchner los! Mit 5:0 schoss der FCB den SC Freiburg aus der Arena. „Die Mannschaft hat über weite Strecken gut gespielt, hatte eine gute Raumaufteilung, den Ball gut zirkulieren lassen, auch Tempowechsel vorgenommen, das war wunderbarer Fußball“, freute sich Heynckes nach dem Spiel. Dementsprechend gut war die Stimmung im FCB-Lager. Weiterer Gute-Laune-Faktor: Durch die 2:3-Pleite des BVB gegen RB Leipzig sind die Roten bis auf zwei Punkte am Dortmunder Spitzenreiter dran.

Heynckes juppt die Sorgen erst mal weg - ganz zufrieden war der 72-Jährige mit dem Auftritt am Samstag trotzdem nicht. Die tz zeigt, was unter Heynckes schon gut klappt und wo noch Luft nach oben ist.

Kein Larifari-Gekicke mehr

Einstellung: Vom Larifari-Gekicke der vergangenen Liga-Partien war gegen Freiburg keine Spur. Stellte auch Mats Hummels fest: „Wir haben Gas gegeben, wir hatten eine gute Einstellung auf dem Platz - in beide Richtungen. Jeder hat für jeden gespielt. Deutliche Worte fand Joshua Kimmich: „Jeder einzelne Spieler hat heute eine Reaktion gezeigt. Wir wussten, dass es für uns Spieler kein Alibi mehr gibt.“

Offensivspiel: Fünf Tore in einem Spiel sprechen für sich. Anders als gegen Wolfsburg und Berlin wollte der FCB die Zwei-Tore-Führung nicht verwalten. „Positiv ist, dass wir auch nach dem 2:0 auf das nächste Tor gespielt haben. Das ist ein positiver Anfang nach den letzten Wochen“, lobte Heynckes.

Nicht rundherum zufrieden: Bayern-Trainer Jupp Heynckes hat noch Verbesserungspotenzial bei seinem Team ausgemacht.

Zwei Youngster treffen

Youngster drehen auf: Mit einem feinen Hacken-Tor von Kimmich und einem sehenswerten Flugkopfball von Kingsley Coman haben die FCB-Youngster unter Don Jupp gleich Erfolgserlebnisse gefeiert. Zu viel Offensivdrang ließ Heynckes seinen jungen Wilden aber nicht durchgehen: „Ich wollte zu null spielen, deswegen habe ich die Kids immer zurückgerufen.“ Hat geklappt.

Defensive: Der starken Offensivleistung stand ein teilweise wackeliger Abwehr-Auftritt gegenüber. „Da müssen wir viel sicherer und kompakter sein. Wir müssen, das ist fundamental im Fußball, erst mal defensiv sehr gut stehen, zu null spielen. Das war in der ersten Halbzeit nicht der Fall“, kritisierte der Triple-Coach. Abwehrchef Hummels gab einen Einblick, worauf der alte neue FCB-Trainer in der Abwehr Wert legt: „Man kann maximal einen, vielleicht zwei Spieler tolerieren, die nicht in der Defensive mitarbeiten. Man braucht alle, sonst ist man keine richtig gute Mannschaft. Das hat der Trainer auch begriffen und allen sehr klargemacht.“

Bilder: FC Bayern siegt bei Heynckes-Comeback - Eine 1, sieben 2er

Ulreich bügelt Kimmich-Fehler wieder aus

Konzentration: Einem starken Reflex von Sven Ulreich war es zu verdanken, dass die Münchner nicht unerwartet früh mit 0:1 zurücklagen. Vorausgegangen war ein unnötiger Ballverlust von Kimmich. Nicht die einzige Unkonzentriertheit im Spielaufbau der Bayern. Heynckes: „In der ersten Halbzeit haben wir Chancen zugelassen, im Aufbauspiel Fehlpässe gespielt. Da müssen wir viel sicherer und kompakter sein. Da muss man hellwach sein, das waren wir nicht.“

Unzufriedenheit: Sky-Experte Didi Hamann rechnet in den nächsten Monaten mit massiver Unzufriedenheit im FCB-Kader. Hamann bei Sky: „Bis zum Winter werden es sehr interessante Wochen und Monate. Ich bin gespannt, wie die Spieler, die jetzt in der ersten Reihe stehen und dann vielleicht mal nicht spielen, reagieren werden. Nur mit moderieren ist dieser Mannschaft nicht geholfen. Ein James wäre ohne Ancelotti sicher nicht in München. Das sind alles potentielle Krisenherde, die Heynckes bewältigen muss.“

Manuel Bonke, Jonas Austermann, Video: Glomex

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Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

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