Straffer Herbst für die Flick-Elf

FC Bayern München: Wird der Triple-Himmel zur Hölle? Jürgen Klopp kann davon ein Liedchen singen

Schon am 11. September starten die Bayern mit der Pokalpartie bei Oberligist 1. FC Düren in die neue Saison. Samt Länderspielen drohen den Bayern-Stars bis Jahresende 31 Spiele in 17 Wochen.

  • Am Sonntag triumphierte der FC Bayern im Champions-League-Finale gegen PSG und machte das historische Triple perfekt.
  • Durch den Sieg wird der Herbst-Terminkalender des FCB noch einmal bedeutend straffer.
  • Die Klub-WM und der europäische Supercup gegen Sevilla lassen kaum mehr Lücken.

München - Bayerns Triple-Helden dürfen in den kommenden zwei Wochen die Akkus aufladen und den Erfolg von Lissabon sacken lassen. Das Fußballgeschäft aber ist ein schnelllebiges, in Corona-Zeiten gilt das umso mehr. Schon am 11. September starten die Münchner mit der Pokalpartie bei Oberligist 1. FC Düren in die neue Saison. Samt Länderspielen drohen den Bayern-Stars bis Jahresende 31 Spiele in 17 Wochen – ein höllischer Herbst!

FC Bayern München: Supercup in Budapest - Klub-WM in Katar

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge lobte Flicks Triple-Truppe auf dem Bankett nach dem Champions-League-Sieg ausführlich, sagte aber auch: „Ab jetzt habt ihr ein paar Tage Urlaub, dann geht es wieder weiter – leider. Aber so ist das Leben eines Fußballers.“ Ab dem ersten Spiel gegen Düren sind die Bayern in allen Wettbewerben die Gejagten, jeder will schließlich den jeweiligen Titelträger schlagen.

Und durch den Triumph in der Königsklasse haben sich die Münchner den ohnehin vollen Terminkalender noch ein bisschen voller gepackt. Denn: Am 24. September steht in Budapest der UEFA-Supercup an. Dort trifft der FCB als CL-Sieger auf den Europa-League-Gewinner FC Sevilla. Stand jetzt plant der europäische Verband in der ungarischen Hauptstadt erstmals wieder einige Zuschauer ins Stadion zu lassen.

Der FC Bayern feiert den Titel in der Champions League.

Ein weiterer Pflichttermin für Champions-League-Sieger ist traditionell die Klub-Weltmeisterschaft, bei der sich die Gewinner der kontinentalen Vereinswettbewerbe messen. 2019 fand das Turnier vom 11. bis 21. Dezember in Katar statt. Das Emirat sollte auch heuer wieder Ausrichter sein, als Probelauf für die Weltmeisterschaft 2022. Der europäische Teilnehmer ist dabei für das Halbfinale gesetzt, auf den FC Bayern kämen also „nur“ zwei weitere Spiele zu. Blickt man auf den Kalender der Roten, wären die Partien Ende Dezember aber nur dann möglich, wenn die Münchner je eine Begegnung in Liga und Pokal verlegen dürften.

FC Bayern München: Liverpool musste den Terminstress im Vorjahr erdulden - und eine U23 antreten lassen

Einschlägige Erfahrungen mit derlei Termin-Problemen hat im letzten Jahr der FC Liverpool gemacht. Jürgen Klopps Team hatte sich unglücklicherweise für das Viertelfinale im Ligapokal qualifiziert. Die Partie gegen Aston Villa war am 17. Dezember angesetzt. Das Problem daran: Einen Tag später sollte in Doha das Halbfinale der Klub-WM stattfinden. Eine Verlegung des Pokalspiels wurde vom Verband abgelehnt, also musste Liverpools Trainer Jürgen Klopp die zweite Mannschaft, eine U 23, zum Erstligisten Aston Villa schicken. Die Truppe mit einem Durchschnittsalter von 19,5 Jahren kassierte – wen wundert’s – eine 0:5-Packung.

Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie ist der Münchner Terminplan heuer ähnlich straff, wie der des FC Liverpool einst. Einzige Hoffnung aus Bayern-Sicht ist eine Verlegung oder gar komplette Aussetzung der Klub-WM. Noch hat Ausrichter und Weltverband FIFA sich nicht dazu bzw. zur genauen Terminierung geäußert.

So oder so: Die Triple-Sieger werden bis Jahresende mächtig ins Schwitzen kommen. Und im Jahr 2021 ist kaum Besserung in Sicht. Überstehen die Bayern die erste Pokalrunde, ist die Winterpause nur gut zehn Tage lang. Die DFL muss das Bundesliga-Programm schließlich bis Ende Mai durchpeitschen, denn im kommenden Sommer (11. Juni bis 11. Juli) soll die Europameisterschaft im zweiten Anlauf endlich steigen. Vor allem für die Nationalspieler in den Reihen des Triple-Siegers gilt im kommenden Jahr das Oliver-Kahn-Motto „Weiter, immer weiter.“ - Jonas Austermann

Rubriklistenbild: © Michael Regan/Getty Images via UEFA/dpa

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