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Hoeneß platzt der Kragen: „Welche Vertragssau kann ich denn heute durchs Dorf treiben?“

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Von: Manuel Bonke, Philipp Kessler

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Deutscher Meister 2022: Die Titelparty fand erstmals seit der Pandemie wieder auf dem Rathausbalkon statt.
Deutscher Meister 2022: Die Titelparty fand erstmals seit der Pandemie wieder auf dem Rathausbalkon statt. © Peter Kneffel/dpa

Einige Tausend Fans jubelten den Bayern lautstark zu, als diese am Sonntagnachmittag auf dem Rathausbalkon die silberne Meisterschale in den blauen Münchner Himmel stemmten.

Der zehnte Titel in Folge war eine historisch einmalige Leistung. Trotzdem möchte die nationale Konkurrenz den FC Bayern nächste Saison von der Bundesliga-Spitze stürzen.

„Aber eines sage ich euch: Diese Hoffnung können die sich abschminken!“, kündigte Vorstands-Boss Oliver Kahn (52) den FCB-Fans vom Rathausbalkon an. „Nächste Saison greifen wir wieder richtig an.“

FC Bayern: „Nächste Saison greifen wir wieder richtig an“, sagt Kahn

Das würde auch den Oberbürgermeister freuen, der das Team empfing. „Ich habe noch nie einem anderen deutschen Meister gratuliert. Von mir aus kann es so bleiben. Ich habe noch vier Jahre Vertrag hier.“

Die Meisterfeier selbst war eher eine müde Veranstaltung – von Seiten der Fans und auch der Spieler, mit Ausnahme von Partykanone Thomas Müller. Ob mehrtägige Meisterfeiern – im Vergleich zu früher – generell nicht mehr angebracht seien, wurde Leon Goretzka im BR gefragt. Der Mittelfeld-Mann konterte trocken: „Ja, heute kriegst du auf den Sack, wenn du zwei Tage nach Ibiza fliegst.“

Trainer Julian Nagelsmann (34) kündigte jedenfalls eine erfolgreichere Zukunft an: „Als kleiner Junge stand ich auch mal da unten und habe gejubelt“, sagte der gebürtige Bayer. Er weckte bei den Fans Hoffnungen: „Ich würde nächstes Jahr gerne mehr Titel feiern mit Euch. Nächstes Jahr werden es hoffentlich ein, zwei Titel mehr.“

FC Bayern: Ehrenpräsident Hoeneß mahnt Nagelsmann zur Titel-Geduld

Ehrenpräsident Uli Hoeneß (70) mahnt Nagelsmann zur Titel-Geduld. „Auch er muss lernen, dass Rom nicht in einem Jahr erbaut werden kann. Er hat, finde ich, das erreicht, was beim FC Bayern wichtig ist: nämlich die Meisterschaft. Der Engländer würde sagen: There’s more to come“, sagte Hoeneß unserer Zeitung. Grundsätzlich sei eine Saison mit einer Meisterschaft gut. Und wenn die Mannschaft ins Halbfinale der Champions League komme, dann sei sie sehr gut. Bis Weihnachten habe er manchmal im Stadion gesessen und gesagt: Wow! „Ich habe das Spiel in Berlin gesehen, da habe ich den Julian angerufen und gesagt: ‚Gestern habe ich ein Spiel gesehen, da haben die Berliner Such’s Balli gespielt’. Und so haben wir dann plötzlich einfach nicht mehr gespielt. Und das muss analysiert werden.“

Hoeneß: „Die Pandemie hat uns im Januar, Februar unglaublich getroffen“

Aber woher kam dieser Leistungsabfall? Hoeneß hat eine Vermutung: „Herbert Hainer hat es heute gesagt, die Pandemie hat uns im Januar, Februar unglaublich getroffen. Dann diese Sache mit Joshua Kimmich, die hat nicht nur die Mannschaft, sondern auch ihn sehr getroffen, finde ich, weil er lange Zeit gebraucht hat, bis er einigermaßen wieder fit war. Diese Dinge zusammen spielen schon eine Rolle.“

Für die aktuellen Vertrags-Diskussionen um Robert Lewandowski & Co. hat Hoeneß ebenfalls kein Verständnis. „Es gibt ja scheinbar einige Journalisten, die stehen jeden Morgen auf und sagen: Welche Vertragssau kann ich denn heute durchs Dorf treiben? Es gibt auf der ganzen Welt keinen Verein, wo das Thema so thematisiert wird. In keinem Verein. Überall laufen Verträge aus, aber bei uns wird jeden Tag darüber geschrieben. Aber den Vorwurf mache ich dem Verein, dass er sich das gefallen lässt“, kritisiert Hoeneß und erklärt: „Der FC Bayern ist im Moment Spielball einiger Medien und das darf nicht sein.“ MANUEL BONKE UND PHILIPP KESSLER

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