Fast wie zu Zeiten des FC Hollywood

Jede Menge Zündstoff! Die vier Brandherde des FC Bayern

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Beim FC Bayern geht es außerhalb des Platzes zurzeit rund.

München - Ruhe herrscht beim FC Bayern nur ganz selten, aber aktuell überschlagen sich die Themen. Egal worum es geht: Zündstoff herrscht an allen Fronten.

Beim FC Bayern München überschlagen sich aktuell die Ereignisse. So wurden vor wenigen Stunden die Verträge von Thomas Müller, Javi Martinez, Xabi Alonso und Jerome Boateng langfristig verlängert. Ein Thema, das neben der sportlichen Situation endlich wieder einmal für positive Schlagzeilen beim FC Bayern sorgte.

In der Bundesliga dominieren die Bayern fast in erwarteter Form. Nach dem 2:0-Sieg über den FC Ingolstadt haben Philipp Lahm und Co. die Herbstmeisterschaft in der Tasche. In der Champions League bekommt es der Deutsche Rekordmeister im kommenden Jahr im Achtelfinale mit Juventus Turin zu tun und im DFB-Pokal wartet im Viertelfinale der VfL Bochum auf die Münchner. Doch außerhalb des Platzes gibt es auch viel Unruhe beim amtierenden Deutschen Meister.

Das Bayern-Lazarett

Die Liste der Verletzten ist lang beim Rekordmeister. Frank Ribéry stand zwar schon wieder auf dem Platz, allerdings zog er sich im letzten Champions League-Spiel bei Dinamo Zagreb einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zu. Diese Verletzung wird den Franzosen bis über die Jahreswende hinaus außer Gefecht setzen und so wird auch aus dem Plan, Ribéry im Trainingslager in Kater komplett fit zu machen nichts.

Auch Kapitän Philipp Lahm wird in diesem Jahr nicht mehr für die Bayern auflaufen. Er zog sich im DFB-Pokalspiel gegen den SV Darmstadt eine Muskelzerrung zu und fällt für das Spiel am kommenden Samstag gegen Hannover 96 (15.30 Uhr/im Liveticker) aus. Zudem müssen die Bayern auch auf Arjen Robben im anstehenden Auswärtsspiel verzichten. "Ich brauche noch Geduld", erklärte Robben auf Nachfrage.

Insgesamt fasst die Lazarett-Liste des FC Bayern München mit Medhi Benatia, David Alaba, Juan Bernat, Philipp Lahm, Mario Götze, Frank Ribéry und Arjen Robben gleich sieben Spieler. Die verletzten Spieler des Bayern-Kaders haben laut transfermarkt.de einen Wert von 201 Millionen Euro. Der Marktwert der Ausfälle ist damit größeren als der des gesamten Kaders des amtierenden Pokalsiegers aus Wolfsburg.

Die vielen verletzten Spieler zwingen FCB-Coach Pep Guardiola natürlich immer wieder zum Umstellen seiner Mannschaft und teilweise steht dem Katalanen auch nicht die gewünschte Spielerbreite zur Verfügung. So saßen gegen den SV Darmstadt am vergangenen Dienstag mit Thiago, Jan Kirchhoff, Sebastian Rode und Holger Badstuber lediglich vier Feldspieler auf der Bank. Gerade offensiv hätte Guardiola nicht mehr viel nachlegen können. Gegen den Bundesliga-Aufsteiger kein Problem, aber wenn der Gegner Ende Februar Juventus Turin heißt, ist eine breitere Bank von Nöten um in Europa ganz vorne mitzuspielen.

Der Streit zwischen Coach und Arzt

Die vielen verletzten Spieler führten auch immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Chef-Coach Pep Guardiola und dem Ärztestab. Mitte April dieses Jahres hatte die langjährige Bayern-Ikone Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt seine Arbeit beim Deutschen Rekordmeister nach jahrzehntelanger Arbeit niedergelegt. Grund dafür waren auch Zwistigkeiten mit Pep Guardiola. Der Spanier und der langjährige Bayern-Arzt seien sich nicht einig über die Behandlung verschiedener Spieler gewesen. Nach der 1:3-Niederlage beim FC Porto kam es dann zum Eklat in der Bayern-Kabine und dem Rücktritt von Müller-Wohlfahrt. Auch Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge stellte sich damals gegen die Ärzte-Abteilung.

Für Müller-Wohlfahrt übernahm Dr. Ernst-Otto Münch die medizinische Abteilung beim FC Bayern München. Mannschaftsarzt blieb weiterhin Dr. Volker Braun. Aber auch Müller-Wohlfahrt blieb im Ärzteteam. Verschiedene Spieler wie Philipp Lahm oder Torhüter Manuel Neuer setzen noch immer auf den ehemaligen Bayern-Doc.

Nun hat es offenbar einen erneuten Streit zwischen Pep Guardiola und Dr. Volker Braun gegeben. Der Bayern-Trainer soll Braun die Schuld für die anhaltende Verletzungsmisere gegeben haben. Dieser sieht die Schuld eher bei Guardiola, der seiner Ansicht nach die Akteure zu früh wieder spielen lässt.

Diese Streitigkeiten zwischen der medizinischen Abteilung und dem Trainer garantieren dem FC Bayern ständige Unruhen im Verein, da sich niemand den schwarzen Peter zuschieben lassen will, aber jeder seine eigenen Ziele verfolgt.

Die Trainerdiskussion

Geht Pep Guardiola nach dieser Saison, oder bleibt er? Diese Frage beschäftigt ganz Europa bereits seit Wochen. Neuesten Entwicklungen zur Folge stehen die Zeichen eher auf Abschied.

In unserem Ticker zur Entwicklung in Sachen Pep Guardiola oder neuem Bayern-Trainer verpassen Sie nichts.

Die Bayern würden ihren Trainer gerne behalten. In den vergangenen Jahren hat sich der Verein Pep Guardiola mehr und mehr ausgeliefert und die Strukturen so verändert, wie es sich der ehemalige Barca-Spieler und Trainer vorstellte. Sogar Kapitän Philipp Lahm sprach beim Coach vor um ihm im Namen aller Spieler die Bitte zu überbringen, er möge doch in München bleiben. Scheinbar vergebens.

Nun kursieren eine Vielzahl von Namen um eine möglich freiwerdende Stelle auf der Bayern-Bank. Carlo Ancelotti zählt aktuell zu den wahrscheinlichsten Kandidaten. Bei den Bayern-Fans aktuell nicht so hoch im Kurs steht der ehemalige Chelsea-Trainer José Mourinho. Aber auch andere Namen wie der von Bundestrainer Joachim Löw wurden bereits gehandelt.

Wie die Sache weitergeht steht aktuell noch in den Sternen. Pep Guardiola ließ auf der Pressekonferenz vor dem Spiel bei Hannover 96 verlauten, dass Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge bereits in seine Entscheidungsgedankten eingeweiht sei. Alle anderen fischen jedoch vorerst weiter im Trüben.

Das Trainingslager in Katar

Die Planungen waren ein ewiges Hin und Her. In den vergangenen fünf Jahren absolvierte der FC Bayern München sein Wintertrainingslager in Katar, doch in dieser Saison sollte es dann auf einmal anders laufen. Aufgrund der Missachtung der Menschenrechte hatten sich die Bayern viel Kritik über ihre Ortsauswahl zugezogen.

Mögliche Pläne das Trainingslager im amerikanischen Florida abzuhalten zerschlugen sich aufgrund der durchwachsenen Bedingungen der Trainingsplätze. Es wurde sogar darüber spekuliert, ob die Bayern nicht ein Trainingslager "dahoam" abhalten würden und gar nicht erst in die Sonne fliegen. Allerdings würde ein plötzlicher Wintereinbruch die Situation an der Säbener Straße schwierig gestalten und so wurde sich gegen diesen Plan entschieden.

Dann jedoch kam die Meldung, dass es für den Rekordmeister doch wieder und damit zum sechsten Mal in Folge nach Katar gehen soll. Vom 6. bis 14. Januar 2016 sei das Trainingslager geplant. Dort würden die Bayern "die beste Trainingsanlage im Weltfußball" vorfinden, verteidigte Karl-Heinz Rummenigge zu der umstrittenen Auswahl der Bayern.

mko

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