Rückspiel gegen Donezk: Heute gilt's

Pep warnt: "Dann machen sie uns kaputt"

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Ein Aus gegen Donezk würde Pep Guardiola wohl ziemliche Kopfschmerzen bereiten.

München - Das erste Finale für den FC Bayern findet diese Saison bereits Mitte März statt. Nach der mageren Nullnummer im Hinspiel bei Schachtjor Donezk geht es beim Rückspiel am Mittwoch (20.45 Uhr, Sky) um die Wurst.

 „Hopp oder topp“, brachte es Holger Badstuber auf den Punkt. Fakt ist: Die Bayern brauchen einen Sieg. Egal wie. Doch allein aufs Knipsen konzentrieren reicht gegen die Ukrainer nicht. Vielmehr geht es auch darum, keine Kiste zu fangen, sonst droht nämlich bereits im Frühjahr der europäische Super-GAU:

Badstuber weiß, dass es am Mittwoch vor allem auf ihn und seine Kollegen in der Verteidigung ankommt. Sie dürfen die Stürmer um Luiz Adriano nicht im Rücken entwischen lassen, sind Peps Abfangjäger für die flinken Konterknipser der Ukrainer. „Das wird gefährlich“, ahnte Badstuber. „Wir brauchen die Offensive und müssen Tore erzielen. Wir wissen aber auch um die Gefahr von Schachtjor und müssen ihre Gegenstöße kontrollieren. Schaffen wir das, werden wir sicher stehen und die Null halten.“

Sieht der Trainer genauso. Guardiola stellte zwar klar, dass Tore schießen wichtiger sei als Tore zu verhindern, fügte aber auch an: „Wenn wir Spieler wie Douglas Costa, Taison, Luiz Adriano oder Srna laufen lassen, haben wir ein Problem. Dann machen sie uns kaputt.“ Geht es nach dem Spanier, werde Donezk ohnehin viel zu sehr unterschätzt. Pep erinnerte daran, dass er sich schon beim FC Barcelona mächtig schwer gegen Donezk getan hätte, nur einen klaren Sieg hätte landen können. Guardiola: „Schachtjor hat die Qualität der großen Mannschaften in Deutschland. Ich bin mir sicher: Wenn sie hier spielen würden, würden sie darum kämpfen, die Bundesliga zu gewinnen.“

Immerhin: Die Statistik ist auf Bayernseite! Nach torlosen Unentschieden in fremden Stadien ist der FCB in seiner Europacuphistorie fünfmal weitergekommen. Nur in der Saison 1980/81 reichte die Nullnummer nicht, als die Münchner dann im Rückspiel gegen Liverpool mit 1:1 ausschieden. Doch was wäre, wenn der „worst case“ tatsächlich eintritt und die Bayern sich bereits im März von der europäischen Bühne verabschieden müssen? „Ich bin 44, bin also noch ein junger Trainer. Aber ich weiß, was passieren wird, wenn wir die nächste Phase nicht erreichen“, so Guardiola am Dienstag. Dann gäbe es „ein großes Problem“ – und zwar nicht nur für Mannschaft und Klub, sondern auch für ihn.

Doch Guardiola wollte sich nicht allzu lange mit diesem Szenario auseinandersetzen. Der Spanier glaubt an seine Truppe, und das unterstrich er auch vor der Presse. Pep: „Ich denke, wir werden das Viertelfinale erreichen. Ich habe Vertrauen in meine Spieler.“ Und zwar auch darin, dass sie den Einzug in die Runde der besten Acht schon innerhalb der 90 Minuten klarmachen. Auf die Frage, ob er für den Fall der Fälle Elfmeter hätte üben lassen, antwortete er: „Nein!“

Dass von Anfang alles glatt läuft, dafür hat auch Bastian Schweinsteiger Sorge zu tragen. Der Weltmeister soll den rotgesperrten Xabi Alonso in der Schaltzentrale des Rekordmeisters vertreten und das Spiel der Münchner von der Sechser-Position aus lenken. Gegen Donezk ist einmal mehr der Chef Schweinsteiger gefragt. Geht es jedoch nach Manuel Neuer, wird der 30-Jährige seinen Erwartungen auch gerecht werden. Der Keeper klipp und klar: „Basti wird die Mannschaft führen!“

Vorne wirbeln müssen dann aber wieder andere. Die Freigeister wie Arjen Robben oder Franck Ribéry. Auch für den Franzosen wird es eine besondere Partie. Bereits im Hinspiel kratzten und bissen sich die Ukrainer an ihm fest, Douglas Costa haute dem Turbodribbler sogar seinen Ellbogen ins Gesicht. Gegen Braunschweig trat der Filou seinem Gegenspieler nach, gegen Donezk muss er sich wieder im Griff haben – sonst muss der FCB womöglich mit zehn ran. „Er muss das kontrollieren“, so Pep. „Aber wir brauchen seine Emotionalität. Wir brauchen den besten Franck!“ Und den besten FCB!

lop

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