Transferstau beim Rekordmeister

Sané-Ersatz aus dem eigenen Nachwuchs? Die Offensivtalente des FC Bayern

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Leon Dajaku, Sarpreet Singh, Timothy Tillman, Marcel Zylla und Oliver Batista Meier (v. li. n. re.) sind die FCB-Nachwuchshoffnungen für die offensive Außenbahn. 

Der FC Bayern ist weiterhin auf der Suche nach Verstärkungen. Trotz der Verpflichtung von Ivan Perisic hat der Rekordmeister noch Bedarf. Bedient sich Kovac bei der eigenen Jugend?

Über zehn Jahre hinweg prägten Franck Ribery und Arjen Robben die Offensive des FC Bayern München. Nach dem Abschied von „Robbery“ klafft nun auf den Außen eine Lücke. Zwar hat der Deutsche Rekordmeister mit Serge Gnabry und Kingsley Coman bereits zwei würdige Nachfolger gefunden, allerdings waren beide in der Vergangenheit durchaus verletzungsanfällig. 

Nach dem Kreuzbandanriss von Leroy Sane hat der FC Bayern mit Ivan Perisic von Inter Mailand bereits eine Alternative für den Flügel verpflichtet. Weitere Neuzugänge sind nicht ausgeschlossen. Oder befördert Niko Kovac eines der Talente aus der U23 dauerhaft? Wir stellen die heißesten Kandidaten vor.

Sarpreet Singh 

Der Neuseeländer stand sowohl im Supercup gegen Borussia Dortmund, als auch im DFB-Pokal gegen Energie Cottbus im Kader. Beim Audi Cup kam der Offensivspieler in beiden Partien zum Einsatz und konnte mit seiner Schnelligkeit und Technik überzeugen. Auch die Vorbereitung in den USA und am Tegernsee absolvierte der vierfache Nationalspieler mit den Profis.

Durch seine überzeugenden Auftritte in der Vorbereitung könnte er zu einer ernstzunehmenden Alternative im Profikader werden. „Ich finde, dass wir einen guten Fang gemacht haben. Er war für die zweite Mannschaft vorgesehen. Ich betone das „war“, lobte Kovac den Neuzugang. Sarpreet Singh kam erst vor wenigen Wochen vom neuseeländischen Klub Wellington Phoenix nach München. Rund 650.000 Euro soll der FC Bayern für den 20-Jährigen bezahlt haben. Der Neuseeländer mit indischen Wurzeln kam in der vergangenen Saison 25 Mal in der neuseeländischen A-League zum Einsatz und steuerte dabei fünf Tore und sieben Assists bei. Zudem stand er bei der U20-WM im Mai bei allen vier Spielen auf dem Platz und zog dabei das Interesse des Deutschen Rekordmeisters auf sich. 

„Er hat schon bewiesen, dass er ein feines Füßchen hat“, sagte Amateur-Trainer Sebastian Hoeneß über Singh. Allerdings hat er besonders im körperlichen Bereich noch Nachholbedarf: „Er kommt vom anderen Ende der Welt und hat noch nicht das körperliche Niveau, dass er ein Kandidat für die erste Elf ist“, so Hoeneß. In der Vorbereitung kam Singh zwar zumeist im Zentrum zum Einsatz, aufgrund seiner Technik und Handlungsschnelligkeit könnte er aber auch für den Flügel infrage kommen.

Oliver Batista Meier

Der 18-Jährige ist das wohl größte Offensivtalent im Nachwuchs des FC Bayern. Vor der Saison wurde der Flügelspieler zu den Amateuren hochgezogen und das, obwohl er noch für die U19 spielen könnte. In der Mannschaft von Sebastian Hoeneß gehört der Deutsch-Brasilianer zum Stammpersonal und kam in bisher allen vier Spielen von Beginn an zum Einsatz. Gegen den KFC Uerdingen traf er per sehenswertem Fernschuss zum Siegtreffer.

In der vergangenen Spielzeit bestritt der Dribbelkünstler verletzungsbedingt nur elf Einsätze in der A-Jugend-Bundesliga, konnte dabei aber mit vier Toren und fünf Vorlagen glänzen. Nach einem Bänderriss im Sprunggelenk zog sich der 18-Jährige einen Riss der Syndesmose und des Innenbandes sowie eine Bruch des Knöchels zu und fiel fast die komplette Rückrunde aus.

Nach seinem Wechsel vom 1. FC Kaiserslautern an die Isar im Sommer 2016 gewann er die Deutsche Meisterschaft mit der U17. In der folgenden Hinrunde erzielte Batista Meier in 14 Spielen 20 Tore und wurde vorzeitig in die A-Jugend berufen. 

Leon Dajaku

Wie Singh wechselte auch der 18-Jährige erst im Sommer nach München. 1.5 Millionen Euro legte der FC Bayern für den Deutschen Junioren-Nationalspieler auf den Tisch. In der vergangenen Saison führte er die U19 des VfB Stuttgart mit elf Toren bis ins Finale um die Deutsche Meisterschaft. Sowohl im Halbfinale als auch im Endspiel gegen Borussia Dortmund erzielte er je einen Treffer. Zudem durfte er zweimal für die Profis der Schwaben in der Bundesliga ran. Dort absolvierte er auch die Vorbereitung, war für diese Saison allerdings nur für die zweite Mannschaft in der fünftklassigen Oberliga eingeplant, weshalb sich das Sturmjuwel für einen Wechsel nach München entschied.

Beim FC Bayern soll er vorerst in der 3. Liga Spielpraxis sammeln. In bisher allen vier Begegnungen kam er zum Einsatz. Gegen Hansa Rostock und Viktoria Köln zuletzt jeweils von Beginn an. Beim Test gegen Sparta Prag B erzielte er seinen ersten Treffer. Da er noch für die U19 spielberechtigt ist, durfte er am spielfreien Wochenende der Amateure für die Elf von Martin Demichelis ran. Dajaku erzielte ein Tor selbst und bereitete den Siegtreffer vor. Im Testspiel gegen den FC Rottach-Egern durfte er erstmals Profiluft beim FC Bayern schnuppern und erzielte prompt einen Treffer.

Dajakus Stärken liegen vor allem im Tempo und in der Abschlussstärke. Außerdem ist er flexibel einsetzbar. Der deutsch-Türke kann sowohl im Sturmzentrum als auch auf den Flügeln agieren.

Marcel Zylla

Der 19-Jährige ist ein echtes Eigengewächs des FC Bayern. Auch er gewann, wie Batista Meier, mit der U17 die Deutsche Meisterschaft. In der U19 gehörte der Zehner zu den Leistungsträgern. Bei den Amateuren verdrängte er Meritan Shabani aus der Startelf und spielt hauptsächlich auf dem Rechten Flügel. Nur bei der Niederlage gegen Hansa Rostock kam er nicht zum Einsatz.

Für die polnische Nationalmannschaft war Zylla im Sommer bei allen vier Spielen der U20-WM im Einsatz. Dabei gelang ihm ein Treffer. Zuvor spielte der gebürtige Münchner jahrelang für die Nachwuchsmannschaften Deutschlands. Erst kürzlich sollen mehrere polnische Erstligisten ihr Interesse an Zylla hinterlegt haben, allerdings entschied sich der Youngster für einen Verbleib beim FC Bayern.

Timothy Tillman

Der 20-Jährige war in der vergangenen Spielzeit an den 1. FC Nürnberg verliehen. Diese verlief allerdings für alle Seiten eher enttäuschend. Nach einem verkorksten ersten Halbjahr bestritt er in der Rückrunde unter Boris Schommers immerhin noch sechs Spiele in der Bundesliga und steuerte eine Vorlage bei. Zudem kam er siebenmal für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Bayern zum Einsatz. Trotzdem setzt der FC Bayern weiterhin große Stücke auf den Deutsch-Amerikaner. Um dem Franken weiterhin Spielzeit auf höchstem Niveau zu garantieren, wurde in der Sommerpause ein erneutes Leihgeschäft angestrebt. 

Allerdings zog sich Tillmann im ersten Training nach seiner Rückkehr eine Syndesmosebandverletzung im rechten Sprunggelenk zu und fehlt seitdem. Mit starken Leistungen bei den Amateuren in der 3. Liga könnte er sich in naher Zukunft für die Profis empfehlen.

Dass er allerdings überhaupt noch beim FCB unter Vertrag steht, haben die Fans Uli Hoeneß zu verdanken. In der U19 machte Tillman mit starken Leistungen auf sich aufmerksam. Einem Wechsel zu Real oder Atletico Madrid schob der Präsident persönlich einen Riegel vor. Schließlich zahlt der Deutsche Rekordmeister erst im Sommer 2017 500.000 Euro an Greuther Fürth

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