Wenig Training, fast kein Testspiel

Bayerns Minimalprogramm: Das kann ins Auge gehen

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Satz mit x: Das war wohl nix beim einzigen Test des FC Bayern in der Winterpause.

München - Die Niederlage im Testspiel beim Karlsruher SC war für den FC Bayern ein Warnschuss fünf Tage vor Rückrundenbeginn. Nun steht die Vorbereitung in der Kritik.

Die Ernüchterung beim FC Bayern nach dem versemmelten Testspiel gegen den Karlsruher SC war groß. Die Niederlage an sich war vielleicht noch das kleinste Problem. Schwerer wiegt der Grund für das 1:2 beim Zweitligisten und die Verletzung von Rechtsverteidiger Rafinha kam noch obendrauf. Die Münchner wirkten unkonzentriert und teils wenig abgestimmt. Wieder einmal wurden die wenigen echten Chancen schlicht nicht genutzt, immer wieder rannten sich die Roten an der KSC-Abwehr fest oder liefen vor allem gegen Spielende in tödliche Konter.

Einige Beobachter machen dafür nun das sehr minimalistisch gestaltete Winterprogramm des FCB verantwortlich. Grund genug für einen Vergleich: Mit dem, was insbesondere die Bundesliga-Konkurrenten so gemacht haben. Und mit der Vorbereitung in der Rückrunde der Saison 2012/13, mit welcher die aktuelle Situation allzu gern verglichen wird.

Trainingseinheiten im Winter: FC Bayern im Mittelfeld

Vor der Partie gegen den Karlsruher SC erklärte Matthias Sammer noch: "Wir wollten mehr trainieren als spielen." Diesen Plan hat der FC Bayern ziemlich Konsequenz durchgesetzt: Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben die Münchner laut Bild insgesamt 15 Trainingseinheiten durchgezogen. Dabei sind sowohl die Übungen vor Abflug ins Trainingslager berücksichtigt, als auch die in Doha, öffentlich wie von dem Publikum getrennt.

Der mit acht Punkten Rückstand in der Bundesliga ärgste Verfolger Borussia Dortmund schaffte in der selben Zeit 14 Einheiten, der Tabellendritte aus Berlin aber immerhin 19. Spitzenreiter in dieser Rangliste ist übrigens Werder Bremen mit 22 Übungseinheiten.

Unter der arabischen Sonne wurde dabei durchaus geackert. Zwar gab es zwischendrin auch einmal lockere Übungen, doch insbesondere beim nicht-öffentlichen Training kann man davon ausgehen, dass Pep Guardiola seine Spieler an ihr Maximum gehen lies, um etwa neue Passfolgen oder Standards zu trainieren.

Testspiele: Bayern machte am wenigsten, Werder am meisten

In Sachen Testspielen ist der FCB in der Rangliste ganz unten. Nur einmal spielte man gegen einen Zweitligisten und verlor prompt. Dies könnte der Angst vor neuerlichen Verletzten geschuldet sein, vielleicht wollte man aber auch nur aufgrund der für die Rückrunde möglichst lange geplanten Dreifachbelastung die Spieler präventiv schonen. Der BVB testete allerdings auch nur zwei Mal, genau wie Leverkusen, der FC Schalke oder der FCA. Auch in der Testspiel-Rangliste steht Werder Bremen ganz oben, der SVW machte 5 Probe-Partien, ebenso hielt es Hannover 96. Der Durchschnitt der Bundesliga-Vereine liegt bei drei Testspielen.

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Bemerkenswert ist auch, dass der FC Bayern einen der Triple-Saison konsequent entgegengesetzten Weg geht: 2013 begann man schon am 2. Januar wieder mit den Einheiten, dieses Jahr war es der 4. Das Trainingslager in Doha war genauso lang wie in dieser Saison, man machte dort aber zwei Testspiele: Gegen Lekhwiya SC aus Katar und gegen den ebenfalls im Emirat trainierenden FC Schalke 04. Dazu kamen nach der Rückkehr nach München noch drei Partien gegen den FC Basel, die SpVgg Unterhaching und Alemannia Aachen. Zwar gingen die ersten zwei Partien nicht über 90 Minuten, dennoch ist der deutliche Unterschied zur aktuellen Vorbereitung auffällig.

Minimalistische Vorbereitung des FC Bayern: Der erste Versuch ging schief

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass beim Winterprogramm des FC Bayern vor allem die niedrige Anzahl der Testspiele ins Auge sticht. Die Anzahl der Einheiten liegt im Liga-Durchschnitt und über die Härte des Trainings lässt sich aufgrund der nicht-öffentlichen Einheiten nur teilweise eine qualifizierte Aussage treffen. Matthias Sammer warnte vor dem Test gegen den KSC noch: "Natürlich ist da auch eine gewisse Gefahr drin" und meinte damit das Testspiel-Minimalprogramm. Gegen den Zweitligisten ging es auf jeden Fall schon mal ins Auge, angesichts der großen Pläne für die Rückrunde kann man nur hoffen, dass dieser Schuss vor den Bug saß.

bix

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