Am Tag des ausgefallenen Wiesn-Starts

Die Bayern in Ballerlaune: Münchner „hatten richtig Spaß, ein bisschen wie im Bierzelt“

Der FC Bayern feiert gegen Bochum ein Schützenfest. Kein Wunder, dass sich die Münchner Star-Truppe fast so gut fühlte, wie vor einer frischen Wiesn-Maß.

München - Passend zum Oktoberfest-Auftakt, der ohne Pandemie am Samstag stattgefunden hätte, feierte der FC Bayern gegen den VfL Bochum ein 7:0 (4:0)-Schützenfest. Sehr zur Freude der 25 000 anwesenden Fans, die einen Treffer nach dem anderen bejubelten und zwischenzeitlich die Laola-Welle anstimmten.

Und ganz nebenbei stellten die Bayern-Stars auf dem Rasen im grünen Wiesn-Trikot einen Rekord für ihren neuen Cheftrainer Julian Nagelsmann auf. Denn: In den ersten fünf Bundesliga-Spielen unter der Regie des gebürtigen Landsbergers haben die Münchner 20 Tore erzielt. Das gelang zuvor nur Udo Lattek (1970) und Andries Jonker (2011) zu ihren FCB-Zeiten. Kein Wunder also, dass Ur-Bayer Thomas Müller nach dem Kantersieg frohlockte: „Auf dem Platz hatten wir richtig Spaß. Die Stimmung war zwischenzeitlich schon ein bisschen wie im Bierzelt.“

FC Bayern fegt Bochum 7:0 aus dem Stadion: Stimmung „wie im Bierzelt“

Es schien alles zu klappen an diesem ersten „Wiesn“-Samstag: Leroy Sané präsentierte sich als Königstransfer, Joshua Kimmich gelang sein erster Bundesliga-Doppelpack und Manuel Neuer blieb im zweiten Spiel in Folge ohne Gegentreffer. „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, aber auch mit der Art und Weise“, sagte Nagelsmann und konkretisierte sein Lob: „Mit Ball hatten wir eine gute Struktur. Wir haben das Spiel oft gut verlagert und viele Chancen herausgespielt.“

Choupo-Moting traf zum 7:0-Endstand gegen Bochum.

Den Torreigen eröffnete Sané per Freistoß (17. Minute), ehe Kimmich (27.), Serge Gnabry (32.) und ein Eigentor von Vasilios Lampropoulos das Halbzeit-Ergebnis auf 4:0 schraubten. Nach dem Wechsel sorgten Robert Lewandowski (61.), erneut Kimmich (65.) und der eingewechselte Eric Maxim Choup-Moting (79.) für den Endstand. Übrigens: Mit seinem Treffer hat Lewandowski mal wieder einen Rekord aufgestellt. Der Stürmer traf im 13. Heimspiel in Serie – das ist zuvor noch keinem Spieler im deutschen Oberhaus gelungen.

FC Bayern: Nagelsmann war regelrecht aus dem Häuschen

Cheftrainer Nagelsmann war regelrecht aus dem Häuschen, dass seine Mannschaft trotz der Champions-League-Gala gegen Barcelona (3:0 im Camp Nou) unter der Woche auch gegen Außenseiter Bochum diesen unglaublichen Siegeswillen an den Tag legte –und zu keinem Zeitpunkt nachließ. „Die Gier ist unglaublich“, schwärmte er: „Das überrascht mich nicht, sondern ich bin froh, dass es so ist. Es war interessant zu sehen, wie es nach den Erfolgen der letzten zwei Jahren weitergeht.“

Goretzka: „Wir haben einfach Bock, Fußball zu spielen“

Der Fußballlehrer betonte, dass die Gier zwar ungebrochen sei, allerdings immer mit guten Ideen gefüllt werden müsse. Nachdem die Halbzeitführung gegen Bochum schon recht komfortabel war, gab Nagelsmann seinen Spielern eine andere Aufgabe mit an die Hand: ohne Gegentor bleiben! „Es war uns auch wichtig, zu null zu spielen und das haben die Jungs gemacht“, schilderte er. Das kommt an beim Münchner Star-Ensemble, wie Mittelfeldspieler Leon Goretzka versicherte: „Wir haben einfach Bock, Fußball zu spielen. Wir wollen uns weiterentwickeln, von Spiel zu Spiel und mehr und mehr die Philosophie des neuen Trainers verinnerlichen.“

Die gute Nachricht: In der kommenden Trainingswoche haben die Spieler und ihr Coach ausreichend Zeit, weiter an der Idee der Nagelsmann-Bayern zu arbeiten. Es steht eine normale Trainingswoche an, die mit dem nächsten Bundesligaspiel am Freitag bei Greuther Fürth endet.

Rubriklistenbild: © Stefan Matzke/sampics

Auch interessant

Kommentare