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Leih-Bilanz des FC Bayern: Singh und Zirkzee überzeugen, Arp nur Joker

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Von: Alexander Nikel

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Joshua Zirkzee trifft regelmäßig bei Anderlecht, Arp ist bei Kiel nicht gesetzt, Singh ist Topscorer bei Regensburg (von links).
Joshua Zirkzee trifft regelmäßig bei Anderlecht, Arp ist bei Kiel nicht gesetzt, Singh ist Topscorer bei Regensburg (von links). © Imago/Sven Leifer

Der FC Bayern hat im Sommer zwölf Talente zu anderen Klubs verliehen. Wir geben im zweiten Teil einen Überblick zu den aktuellen Leistungen der Offensivspieler.

München - Nach dem überraschenden Abstieg der FC Bayern Amateure von der 3. Liga in die Regionalliga Bayern hat der deutsche Rekordmeister im vergangenen Sommer zwölf Talente verliehen, um ihnen weiterhin Spielpraxis auf hohem Niveau garantieren zu können. Da in den meisten Ligen rund die Hälfte der Spiele absolviert ist, ist Zeit für eine erste Zwischenbilanz: Bei wem hat sich die Leihe bisher ausgezahlt und wer hat dementsprechend in Zukunft Chancen auf einen Platz im Kader der Profis? Im zweiten Teil beschäftigen wir uns mit den Offensivspielern.

Sarpreet Singh

Der 22-Jährige ist die vielleicht größte Überraschung der Leihspieler des FC Bayern* in dieser Saison. Im Sommer 2019 kam Singh aus Australien zur zweiten Mannschaft des FCB und entwickelte sich schnell zu einer echten Option für die Profis. Um deshalb auf höherem Niveau regelmäßig Spielpraxis zu bekommen, wechselte der Neuseeländer im Sommer 2020 leihweise zum 1. FC Nürnberg. Bei den Franken konnte sich der offensive Mittelfeldspieler nicht durchsetzen. Nur wenige Monate später wurde die Leihe abgebrochen und Singh kehrte nach München zurück. Im Sommer wagte der neuseeländische Nationalspieler erneut den Schritt in die 2. Bundesliga und schlug dort dieses Mal voll ein. Bei Überraschungsteam Jahn Regensburg kam Singh in allen 16 Ligaspielen von Beginn an zum Einsatz und zahlte das Vertrauen mit vier Toren und sechs Assists zurück. In zwei DFB-Pokal-Spielen für den Tabellendritten steuerte der Zehner ein Tor und eine Vorlage bei.

Nicolas Kühn

Der 21-Jährige wechselte 2020 - zuerst im Winter leihweise, im Sommer dann fest - mit viel Vorschusslorbeeren aus der Jugend von Ajax Amsterdam* nach München. 2019 wurde der Offensivspieler mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold als bester U19-Spieler Deutschlands ausgezeichnet. Beim FC Bayern konnte Kühn zwar in der 3. Liga mehrfach sein Potenzial andeuten, aufgrund zahlreicher Verletzungen allerdings nie richtig entfalten. Seit Sommer versucht es das ehemalige Toptalent von RB Leipzig* eine Liga höher bei Erzgebirge Aue. Dort wurde der Flügelspieler zu Beginn mehrere Wochen von einer Oberschenkelverletzung gestoppt, in den letzten sieben Spielen gehörte er jedoch immer zur Startelf. In zwölf Zweitligaspielen gelangen Kühn ein Tor und zwei Assists.

Nicolas Kühn wurde mit der Fritz-Walter-Medaille als bester deutscher U19-Spieler ausgezeichnet.
Nicolas Kühn wurde mit der Fritz-Walter-Medaille als bester deutscher U19-Spieler ausgezeichnet. © Imago Images

Marvin Cuni

Der 21-Jährige wurde in der Jugend des SC Eintracht Freising und der Bayern ausgebildet. In der vergangenen Spielzeit trug der Offensivspieler leihweise das Trikot des Regionalligisten SG Sonnenhof-Großaspach und machte dort mit 23 Toren und neun Vorlagen in 28 Spielen auf sich aufmerksam. Zu Saisonende zog sich der Albaner eine Außenbandverletzung im Knie zu. Bei den Amateuren des FC Bayern stieg er wieder ins Aufbautraining ein. Statt der Demichelis-Elf jedoch beim sofortigen Wiederaufstieg zu helfen, verpflichtete Zweitligist SC Paderborn den Youngster. Dort stand er nach seiner Verletzung sechsmal im Kader und feierte vor rund zwei Wochen sein Debüt. Am Wochenende kam er zu seinem ersten Startelfeinsatz. Nach drei Einsätzen für die zweite Mannschaft in der Oberliga Westfalen hat Cuni drei Tore und zwei Vorlagen auf dem Konto.

Marvin Cuni (l.) bekommt beim SC Paderborn Spielpraxis in der 2. Bundesliga.
Marvin Cuni (l.) bekommt beim SC Paderborn Spielpraxis in der 2. Bundesliga. © dpa

Joshua Zirkzee

Der 20-Jährige entwickelte sich mit seinen beiden Jokertore zu den Siegen gegen den SC Freiburg* und VfL Wolfsburg* in der Saison 2019/2020 innerhalb weniger Tage zur großen Sturm- und Zukunftshoffnung als Nachfolger für Robert Lewandowski* beim FC Bayern. Im Anschluss konnte der Niederländer jedoch weder bei den Profis noch bei den Amateuren an die Leistungen und großen Erwartungen anknüpfen. In der Rückrunde der Saison 2020/2021 wurde Zirkzee* zum italienischen Erstligisten Parma ausgeliehen. Beim Absteiger kam der Stürmer aufgrund einer Bänderverletzung im Knie nur viermal zum Einsatz. Im Sommer landete der Niederländer dann beim belgischen Topklub RSC Anderlecht, bei welchem er bisher aufblüht. In 15 Liga-Spielen war Zirkzee an elf Toren (sieben Tore, vier Vorlagen) direkt beteiligt. Dazu gelangen ihm zwei Tore in zwei Einsätzen im Pokal und sieben Treffer und zwei Assists in fünf Spielen für die niederländische U21-Nationalmannschaft, die er zuletzt zweimal als Kapitän aufs Feld führte.

Fiete Arp

Der 21-Jährige kam im Sommer 2019 als größte Sturmhoffnung Deutschlands vom Hamburger SV* nach München. Beim deutschen Rekordmeister erzielte der Angreifer nach starker Vorbereitung bei den Profis in 42 Spielen für die zweite Mannschaft in der 3. Liga nur acht Tore und drei Vorlagen. In seinen zwei Spielzeiten beim FCB wurde Fiete Arp* immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. In der Nähe seiner alten Heimat soll der Gewinner der Fritz-Walter-Medaille in Gold von 20 im U17-Jahrgang zu neuem Selbstvertrauen finden. Doch auch beim Zweitligisten Holstein Kiel gelang Arp bisher nicht viel. In zwölf Spielen erzielte der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler ein Tor und bereitete einen weiteren Treffer vor. In den letzten sechs Spielen stand Arp einmal nicht im Kader, saß dreimalüber 90 Minuten auf der Bank und wurde dreimal eingewechselt. Zu Saisonbeginn gehörte er noch zum Stammpersonal. (Alexander Nikel) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Hier geht es zu Teil I mit den Defensivspielern.

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