Hummels und Co. schwächeln

Zu viele Führungen verzockt: Wackelt die Bayern-Abwehr auch in Berlin?

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Mats Hummels und seine Abwehr-Kollegen mussten zuletzt einiges einstecken.

Eine mittlerweile nicht mehr gültige Bundesliga-Weisheit lautet: Führen die Bayern mal, wird es ganz schwer bis unmöglich, etwas gegen den FCB zu holen. Diese Zeiten sind längst vorbei.

München - Die tragische Zahl in diesen Tagen beim FC Bayern ist die 14. Denn exakt so viele Punkte ließ der Rekordmeister nach einer Führung bislang liegen. Das in der Vergangenheit oft vorentscheidende 1:0 gibt dem FCB mittlerweile ganz offenbar keine Sicherheit mehr, ganz im Gegenteil. Die Bayern wackeln!

Augsburg, Freiburg, Dortmund, Düsseldorf, Leverkusen, Amsterdam – in all diesen Partien legten die Münchner vor und gingen nach dem Schlusspfiff doch nicht als Sieger vom Platz. Ein großes Problem der Roten, wenn es nach Coach Niko Kovac geht. Vor dem Pokal-Achtelfinale am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky) in Berlin machte der Kroate klar: „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass der FC Bayern in der Vergangenheit in dieser Fülle Punkte nach Führung liegen gelassen hat.“ Vorbei die Zeiten der breiten Brust und des Mia san mia.

Kovac: „Wir halten uns an die Vorgaben“

Die Lösung des Problems? Kovac meint: „Wir kommen immer gut ins Spiel und halten uns an die Defensivvorgaben. In der zweiten Halbzeit entwickeln wir nach einer Führung dann das Gefühl: Das reicht so. Wir können einen Tick weniger machen. Aber das funktioniert nicht!“

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Aus dieser Larifari-Einstellung resultiert auch die hohe Anzahl an Gegentoren. Bei der Pleite in Leverkusen schlug es bereits zum fünften Mal in dieser Spielzeit drei Mal im Münchner Kasten ein. Kovac: „Das ist definitiv zu viel. Das darf in dieser Form nicht passieren. Wir müssen alle gemeinsam angreifen und verteidigen.“ Stattdessen werden die Defensivspieler im zweiten Durchgang regelmäßig allein gelassen. Die Konsequenz: 23 Gegentore nach 20 Bundesligaspielen. Das gab es so zuletzt in der Saison 2010/2011 unter Louis van Gaal. Damals beendete der FCB die Spielzeit auf Rang drei, der Niederländer wurde im April 2011 vorzeitig beurlaubt. Zum Vergleich: In den drei Jahren unter Pep Guardiola hatte der Rekordmeister am 20. Spieltag jeweils erst neun Treffer kassiert – und wurde anschließend immer Deutscher Meister.

Verteidigen macht nicht jedem Spaß, weiß FC-Bayern-Trainer Kovac

Schon am Mittwoch im DFB-Pokal gegen Berlin soll aus den ­Wackel-Bayern wieder eine Mauer werden, zumindest in der Abwehrarbeit. Kovac erklärt: „Wir müssen dem Gegner die Zeit nehmen, ihn im Sprint anlaufen. Das ist das, was mir in vielen Spielen in der zweiten Halbzeit fehlt. Es geht darum, in der zweiten Halbzeit genau so gut zu verteidigen wie in der ersten.“

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Der Kroate weiter: „Verteidigen macht nicht unbedingt jedem Spaß, aber es ist ein ganz wichtiges Mittel.“ Noch wichtiger für die Stimmungslage an der Säbener Straße ist ein Weiterkommen am Mittwoch. Bisher stolperten die Roten mehr durch die Pokalspiele als dass sie überzeugten. Gegen die Viertligisten SV Drochtersen/Assel (1:0) und SV Rödinghausen (2:1) bekleckerte sich der FCB kein bisschen mit Ruhm.

FC Bayern München: Drittes Endspiel in Folge für Kovac?

Mit seinem Heimatverein Hertha BSC hat Kovac bei der 0:2-Niederlage im September 2018 schlechte Erfahrungen gemacht. Der gebürtige Berliner sagt: „Wir haben etwas gut zu machen!“ Der Kroate, der im Stadtteil Wedding aufwuchs, will seine ganz persönliche Pokal-Serie aufrecht erhalten. Mit Ex-Klub Eintracht Frankfurt schaffte er es überraschend zwei Mal in Folge ins Endspiel. Jetzt soll das mit dem FC Bayern klappen!

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Auch, damit Kovac die Rückkehr zu den Wurzeln mehr genießen kann als beim Liga-Spiel. Kovac: „Ich bin gebürtiger Berliner und stolz darauf. Ich werde nach dem Spiel wieder einige Bekannte treffen.“ Für die Münchner geht’s nämlich erst am Donnerstag zurück, hoffentlich mit dem Viertelfinal-Ticket im Gepäck. Dafür braucht es allerdings eine stabile Defensive.

Jonas Austermann

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