Rückkehr ins zweite Glied droht

Alonso da! Was wird aus Hojbjerg, Gaudino & Rode?

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Gianluca Gaudino (l.) und Pierre-Emile Hojbjerg schafften den Sprung aus der Jugend in den Profikader beim FC Bayern.

München - Xabi Alonso ist da und füllt die entstandenen Lücke in der Bayern-Zentrale. Doch was bedeutet der Kauf des Weltstars für die hoffnungsvollen Nachwuchskräfte Gaudino und Hojbjerg oder Neuzugang Rode?

Gefreut hat sich mit absoluter Sicherheit keiner über den Kreuzbandriss von Javi Martinez im Supercup-Spiel gegen Borussia Dortmund. Doch der lange Ausfall des Spaniers, der in Pep Guardiolas Personalplanungen eine zentrale Rolle eingenommen hatte, bedeutet auch eine Chance für die anderen Kräfte im teilweise luxuriös besetzten Kader des Rekordmeisters - genauer gesagt für die beiden Youngster Pierre-Emile Hojbjerg und Gianluca Gaudino, oder für Neuzugang Sebastian Rode. Durch die überraschende Verpflichtung von Weltstar Xabi Alonso von Real Madrid dürften die hoffnungsvollen Nachwuchskräfte zunächst einmal wieder ins zweite Glied rücken. Wir nehmen die Situation der drei Akteure unter die Lupe:

Gianluca Gaudino.

Gianluca Gaudino: Der 17-jährige Sohn von Ex-Profi Maurizio Gaudino feierte am 1. Spieltag beim 2:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg etwas überraschend sein Bundesliga-Debüt. Der 1,75 Meter große, technisch beschlagene Mittelfeldspieler stand auch im Supercup in der Bayern-Startelf, wurde im Pokal eine Woche zuvor gegen Münster eingewechselt, gegen Wolfsburg rückte er nun endgültig ins nationale Rampenlicht. "Es ist nicht einfach, mit 17 in dieser Arena aufzulaufen. Er hat ein paar sehr, sehr gute Pässe gespielt", lobte hinterher Coach Guardiola. Auch Sportvorstand Matthias Sammer war begeistert vom unbeeindruckten Auftreten des Teenagers in seinem ersten Bundesliga-Spiel: "Gianluca hat etwas, das schwierig zu lernen ist: Er kann richtig gut Fußball spielen." Gaudino, wie auch Lucas Scholl, der 18-jährige Sohn von Ex-Bayern-Profi Mehmet, noch für die A-Jugend spielberechtigt, überzeugte seinen Trainer aber in der Vorbereitung, als die Youngster den durch die WM-Fahrer und Verletzten ausgedünnten Kader auffüllten. Durch den Alonso-Transfer sind seine Chancen auf die Startelf zwar deutlich gesunken, doch für Gaudino spricht die Zeit. Unter Guardiola könnte er zu einem Stammspieler reifen, schließlich steht der Spanier auf genau diesen Spielertypen.

Sebastian Rode.

Sebastian Rode: Der ablösefreie Neuzugang von Eintracht Frankfurt zählt aufgrund seiner Spielweise nicht gerade zu den Lieblingen von Technikfanatiker Guardiola. Rodes Qualitäten liegen eher in seiner körperlichen Robustheit, seinem harten, aber erfolgreichen Zweikampfverhalten und seiner scheinbar nie ermüdenden Laufbereitschaft. Doch Sportvorstand Sammer ist ein großer Fan des blonden 23-Jährigen. Er hatte Rode auch nach München gelotst, trotz einer langwierigen Knieverletzung. Gegen Wolfsburg musste der Ex-Frankfurter allerdings trotz mehrerer Verletzter auf der Reservebank Platz nehmen. Doch nach seiner Einwechslung in der 79. Minute sorgte er sofort für frischen Wind, erzielte ein wegen angeblicher Abseitsstellung zu Unrecht nicht gegebenes Tor und sorgte mit seiner Zweikampfstärke dafür, dass den Bayern die Partie nach dem Wolfsburger Anschlusstreffer nicht aus den Händen glitt. Von Sammer gab es dafür nach dem Schlusspfiff vor den TV-Kameras ein Sonderlob. Dennoch dürfte Rode wegen der Alonso-Verpflichtung nicht gerade vor Glück auf dem Tisch tanzen. Bringt der Spanier doch eine ähnliche körperliche Robustheit wie Rode mit, verfügt dabei aber über ein größeres Spielverständnis und ein besseres Passspiel. Wenn die verletzten Schweinsteiger, Thiago und nächstes Jahr auch Martinez wieder zurückkommen, könnte es eng werden für Rode mit einem Platz im Kader.

Pierre-Emile Hojbjerg.

Pierre-Emile Hojbjerg: Der junge Däne machte bereits in der vergangenen Saison auf sich aufmerksam, als er als damals 18-Jähriger im DFB-Pokalfinale routiniert seinen Stiefel runterspielte und hinterher Lob nicht nur vom Kollegen Arjen Robben einheimste: "Die ganze Mannschaft ist stolz auf ihn. Mit 18 Jahren so ein Finale zu spielen, verdient ein Riesenkompliment." Bayern-Scout Björn Andersson hatte den damals 17-jährigen Dänen Michael Tarnat empfohlen, dem sportlichen Leiter der Nachwuchsabteilung. Tarnat nahm Hojbjerg zuhause bei sich auf, der robuste und vielseitig einsetzbare Teenie setzte sich im Nachwuchs durch und erlebte im April 2013 beim Heimsieg gegen Nürnberg im Alter von 17 Jahren und 251 Tagen sein Bundesliga-Debüt als bislang jüngster Bundesliga-Akteur der Bayern in der Geschichte. Inzwischen ist Hojbjerg, der im dritten Jahr an der Säbener Straße aktiv ist, 19 Jahre alt geworden und fester Bestandteil in den Planungen des Rekordmeisters - zumindest langfristig. Auch wenn durch den Alonso-Deal potenziell zunächst ein Platz weniger in der Elf des Rekordmeisters für Hojbjerg frei ist, wird er von den Erfahrungen und dem Können des Weltstars profitieren und an seiner Seite voraussichtlich den nächsten Entwicklungsschritt schaffen.

dh

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