Alonso sucht nach seiner Form

Nach Platzverweis: "Xabi ist ein bisschen traurig"

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Xabi Alonso (r.) geht unter den Augen von Trainer Pep Guardiola vom Feld.

München - Pep Guardiola war bedient. Auf direktem Weg schritt der Coach des FC Bayern nach dem Abpfiff in die Katakomben, verzichtete sogar auf den üblichen Handschlag mit seinem Gegenüber Mircea Lucescu.

Dabei hatte der Rumäne wohl nur bedingt Schuld an Guardiolas Gemütszustand, vielmehr richtete sich dessen Ärger gegen einen seiner Landsleute – Schiedsrichter Alberto Undiano Mallenco. Einige Entscheidungen des Referees passten Pep nämlich überhaupt nicht, allen voran der Platzverweis gegen Xabi Alonso (65.). Dabei gab es durchaus strittige Szenen, wie den Ellbogenschlag von Douglas Costa gegen Franck Ribéry, den Undiano Mallenco nur mit Gelb ahndete (58.) – Alonsos Ampelkarte war allerdings berechtigt.

Diskutieren zwecklos. Alonso sieht Gelb-Rot und muss vom Platz.

So wurde der 33-jährige Jubilar, der in Lwiw sein 100. CL-Spiel bestritt, zur tragischen Figur. Denn nicht nur die Gelb-Rote Karte deckte am Dienstagabend die Schwächen des spanischen Strategen auf. Guardiola hatte seinem Landsmann direkt wieder den Taktstock des FCB-Spiels anvertraut, doch auf europäischer Ebene schwang Xabi ihn zu langsam. Das Angriffspiel der Münchner stockte, Alonso erlaubte sich viele Fehlpässe – zu viele für seine Verhältnisse. Und die fehlende Schnelligkeit bezahlte er nach 65 Minuten im Zweikampf mit Alex Teixeira mit dem Platzverweis.

FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge stellte sich vor Alonso: „Die Entscheidung war aus meiner Sicht nicht in Ordnung.“ Dennoch wussten der Vorstandsvorsitzende wie auch die Spieler, dass die Ambitionen der Roten in Unterzahl schlagartig sanken. „Natürlich war es in der zweiten Halbzeit bitter, dass wir mit einem Mann weniger spielen mussten“, gestand Torwart Manuel Neuer und Thomas Müler ergänzte: „Nach der Gelb-Roten Karte waren die Voraussetzungen ganz andere. Von daher kann man mit dem 0:0 schon leben.“

Auch Alonso wusste, dass er seiner Mannschaft mit dem Platzverweis keinen Gefallen getan hatte. Wortlos verließ er die Arena Lwiw, dafür ließ Matthias Sammer ein wenig in Xabis Innenleben blicken. „Er ist ein bisschen traurig“, sagte der Sportvorstand über den Spanier, der seit der Winterpause auf der Suche nach seiner Form ist. „Er hat ordentlich gespielt“, meinte Sammer trotzdem. Dennoch muss Alonso sich schleunigst wieder steigern, wenn er seinen 100 CL-Einsätzen noch weitere folgen lassen will…

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Sven Westerschulze

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