Kovac bangt um Flügelflitzer

Ausfall länger als geplant? Coman sorgt für nächsten Verletzungsschock bei den Bayern

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Kingsley Coman hat sich am 1. Spieltag der Bundesliga schwer verletzt.

Kingsley Coman musste im Eröffnungsspiel der Bundesliga verletzt ausgewechselt werden. Offenbar fällt der Franzose des FC Bayern länger aus als geplant.

Ausfall länger als geplant? Coman sorgt für nächsten Verletzungsschock bei den Bayern

Update, 19. September, 7.54 Uhr: Bislang ging man beim FC Bayern fest davon aus, im Dezember wieder voll auf Flügelflitzer Kingsley Coman setzen zu können. Wie die Sportbild nun berichtet, könnten diese Pläne allerdings Makulatur sein. Demnach soll der Franzose nach seiner schweren Verletzung noch länger ausfallen als geplant. Offenbar rechnet man beim Rekordmeister nicht damit, dass der 22-Jährige in der Hinrunde zurückkehrt. 

Für die offensiven Außenbahnen stehen Coach Niko Kovac damit weiterhin nur die als verletzungsanfällig geltenden Franck Ribéry, Arjen Robben und Serge Gnabry zur Verfügung. Entspannung auf den Flügeln zeichnet sich erst im Januar ab, wenn Wunderkind Alphonso Davies an die Isar wechselt - und hoffentlich auch Coman wieder die Schuhe schnüren kann.

Erstmeldung

München - OP und lange Pause für Kingsley Coman! Der französische Flügelspieler des Rekordmeisters musste im Eröffnungsspiel der Bundesliga-Saison 2018/19 gegen die TSG 1899 Hoffenheim kurz vor der Halbzeitpause vorzeitig ausgewechselt werden (wir berichten im Live-Ticker). Der 22-Jährige verletzte sich am linken Fuß, musste von zwei Betreuern gestützt vom Feld geführt werden.

Die schwere Verletzung Comans dämpfte nach dem 3:1 (1:0) gegen Herausforderer TSG Hoffenheim die Stimmung bei den Münchnern. "Das ist bitter und tut extrem weh. Ich war schockiert. King hat bis dahin überragend gespielt", sagte Nationalspieler Joshua Kimmich mit bedrückter Miene. "Das Einzige, was das Ergebnis trübt, ist die erneute Verletzung von Kingsley Coman", schrieb Sportdirektor Hasan Salihamidzic bei Twitter. "Das ist schade. Er war ja vor der WM schon ausgefallen und gerade erst wieder zurück", ergänzte Kapitän Manuel Neuer.

„Wir sind natürlich sehr traurig darüber, dass Kingsley sich die gleiche Verletzung zugezogen hat wie zuvor auch“, sagte Trainer Niko Kovac am Samstag. Er sah den 22-Jährigen, der in München jener Tempodribbler ist, der die Routiniers Franck Ribéry (35) und Arjen Robben (34) als Weltklassespieler auf den Flügeln beerben soll, auf einem „sehr, sehr guten Weg“. Dieser ist nun wieder unterbrochen.

Der Jungstar erlitt am Freitagabend beim 3:1 des FC Bayern München gegen 1899 Hoffenheim bei seinem Bundesliga-Comeback nach exakt sechs Monaten gleich den nächsten Syndesmosebandriss am linken Fuß. Auf die Operation wird die nächste lange Zwangspause folgen.

Coman zieht sich Syndesmosebandriss zu

Mit Tränen in den Augen und gestützt auf zwei Betreuer hatte Coman den Platz verlassen. Die bittere Diagnose kam noch mitten in der Nacht.

Damit bewahrheiteten sich die Befürchtungen von Trainer Niko Kovac. "Es sieht im Moment nicht so gut aus, er hat starke Schmerzen. Ich hoffe nicht, dass es was Schlimmes ist, aber die Befürchtung geht in diese Richtung", hatte Kovac direkt nach dem Spiel gesagt.

Ein Video, das Sky-Reporter Torben Hoffmann gepostet hat, zeigt Coman nach dem Verlassen der Praxis von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt:

Coman hatte wegen eines Syndesmosebandrisses bereits weite Teile der Rückrunde der vergangenen Saison und deshalb auch die Weltmeisterschaft in Russland verpasst. Sein letztes Bundesligaspiel hatte er im Februar bestritten. Beim Auftaktspiel der 56. Bundesligasaison hatte Coman den Vorzug vor Arjen Robben erhalten.

Coman war lange an der jetzt wieder betroffenen Stelle verletzt

Was war genau passiert? Hoffenheims Nico Schulz grätschte Kingsley Coman in der 45. Minute an der rechten Außenlinie um, dabei wurde dessen linkes Sprunggelenk unglücklich eingeklemmt. Genau dort hatte sich der Franzose zuletzt einen Syndesmosebandriss zugezogen. Wegen der Blessur hatte er sich auch nicht mehr für den französischen WM-Kader empfehlen können. Schulz entschuldigte sich für sein hartes Einsteigen. „Für ihn tut es mir leid. Ich hoffe, er hat nichts Schlimmes. Von meiner Seite aus war es keine Absicht“, sagte der 1899-Verteidiger, der für die Aktion die Gelbe Karte sah.

Kingsley Coman wird von Bayern-Betreuern vom Feld geführt.

Zunächst wirkte die Aktion gar nicht so schlimm, doch der Schein trog offensichtlich. Die gesamte Mannschaft versammelte sich um den Verletzten und versuchte ihm Mut zu machen, besonders tat sich hier Franck Ribéry hervor. Er kniete sich zu seinem Landsmann hinunter, herzte ihn und sprach ihm Mut zu. 

Hoffenheims Nico Schulz entschuldigt sich

Hoffenheims Nico Schulz, der bei seinem Foul vehement in Coman hineingerauscht war, entschuldigte sich für sein hartes Einsteigen: „Für ihn tut es mir leid. Es war keine Absicht.“ Für Coman ist 2018 schon jetzt ein verlorenes Jahr. Der erste Syndesmoseriss hatte den Franzosen womöglich auch den Titel Fußball-Weltmeister in diesem Sommer gekostet. Seine Saisonziele, bei Bayern und in Frankreichs Nationalelf neu durchzustarten, muss er auf 2019 verschieben.

Für Kingsley Coman brachte Niko Kovac den Niederländer Arjen Robben ins Spiel. Coman gilt zusammen mit Serge Gnabry (saß angeschlagen nur auf der Tribüne) als Nachfolger für die alternde bayerische Flügelzange Robben und Frank Ribéry. Kingsley Coman hat in seiner noch jungen Karriere schon eine Menge Titel gewonnen. Der Franzose verriet kürzlich im Interview, was er an seiner Heimat so schätzt.

fw mit dpa/sid

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