Bayern wieder Titelfavorit

Müller: "Jetzt geht das schon wieder los..."

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Thomas Müller war nach dem Spiel der Stimmungsmacher.

München - Nach dem spektakulären Erfolg über den FC Porto und dem Halbfinaleinzug wird der FC Bayern wieder als Titelfavorit gehandelt. Davon will Thomas Müller aber nichts wissen.

Wie von einer Zentnerlast befreit tanzten die Hauptdarsteller des FC Bayern München nach einer spektakulären Vorstellung auf dem Rasen. „Oh, wie ist das schön!“ sangen derweil die begeisterten Fans. Weltmeister Thomas Müller nutzte die ausgelassene Stimmung eines außergewöhnlichen Champions-League-Abends und betätigte sich per Megaphon als Vorsänger. Karl-Heinz Rummenigge schwärmte von einer „magischen Nacht“.

Mit dem 6:1 (5:0) über den FC Porto zogen die Bayern zum vierten Mal in Folge ins Halbfinale der Königsklasse ein. Doch die Art und Weise, wie sie das 1:3 aus dem Hinspiel bereits zur Halbzeitpause wettgemacht hatten, war eine Demonstration ihrer derzeitigen Klasse - „ein Statement-Sieg“, wie Müller betonte.

„Wir haben in der ersten Halbzeit wirklich geil gespielt. Viele Leute haben gedacht, dass wir es nicht schaffen, aber wir sind der FC Bayern. Wir wussten, dass wir Gas geben mussten, aber fünf Tore bis zur Halbzeit, das ist wirklich Wahnsinn“, sagte Doppeltorschütze Robert Lewandowski im ZDF.

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In dieser Verfassung scheint der Weg ins Finale am 6. Juni in Berlin geebnet. Müller wollte davon aber noch nichts wissen: „Jetzt geht das schon wieder los, noch müssen wir ein Halbfinale spielen. Sicherlich hatten wir Hoffnung, aber dass es heute so geht ...“

Vor allem in der ersten Halbzeit hatte die ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Pep Guardiola ein wahres Feuerwerk abgebrannt. Der überragende Thiago (14.), Jerome Boateng (22.) und Lewandowski (27.) trafen mit dem Kopf, Müller (36.) und nochmals Lewandowski (40.) legten per Fuß nach. Xabi Alonso (88.) machte schließlich nach dem Wechsel das halbe Dutzend voll.

Das reichte locker, um erstmals im Europapokal nach einer Auswärtsniederlage mit zwei Treffern Unterschied noch in die nächste Runde einzuziehen, das Gegentor von Jackson Martinez (73.) aus abseitsverdächtiger Position störte nicht weiter. „Jetzt ist es einfach, meine Spieler zu lieben. Wir haben anders gespielt als im Hinspiel. Ohne Kampf schaffen wir das nicht, was wir erreicht haben“, resümierte Guardiola.

Seine Mannschaft schickte zugleich auch ohne die zuletzt so schmerzlich vermissten Antreiber wie Arjen Robben, Franck Ribery oder David Alaba ein deutliches Signal an die Champions-League-Konkurrenz. Und wohl auch an Borussia Dortmund, am kommenden Dienstag Gegner im Halbfinale des DFB-Pokals. Zuvor wird am Freitagmittag das Halbfinale der Champions League ausgelost, gespielt wird am 5./6. und 12./13. Mai. Am Samstag können die Münchner zudem vorzeitig die 25. deutsche Meisterschaft perfekt machen.

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Guardiola hatte offensichtlich die Devise ausgegeben, Porto nach der Sperre der Außenverteidiger Danilo und Alex Sandro über die Außenbahnen zu knacken. Ein Plan, der perfekt funktionierte gegen erstaunlich zaghafte Portugiesen, die viel tiefer standen als im Hinspiel.

Zehn Minuten waren gespielt, als ein Schuss von Lewandowski am Pfosten landete. Vier Minuten später gab es dann kein Halten mehr in der Arena, als Thiago per Kopf den verdienten Führungstreffer erzielte. Porto zeigte sich beeindruckt, und die Bayern legten energisch nach.

Mit seinem Treffer zum 4:0 krönte sich Müller schließlich mit Tor Nummer 27 in der Champions League, dem sechsten in dieser Spielzeit, zum erfolgreichsten deutschen Torschützen der Königsklasse. Obwohl alles klar war, blieb vor allem Guardiola in der zweiten Halbzeit höchst engagiert. So engagiert, dass ihm das linke Hosenbein zerriss. „Fürs Halbfinale finde ich bestimmt eine andere Hose“, scherzte der Spanier am Ende einer wahrlich „magischen Nacht“.

sid

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