Spürt ihr den Atem der Wölfe?

Bayern nach der Pleite: "Hatten einige Probleme"

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Sauer: Kapitän Philipp Lahm und Trainer Pep Guardiola wissen um die Gefahr, die vom VfL Wolfsburg ausgeht

Wolfsburg - Borussia Dortmund? War einmal! Bayern-Jäger Nummer eins ist der VfL Wolfsburg. Das stellte die Millionentruppe aus der Autostadt am Samstag unter Beweis.

Hatten die Wölfe den Rekordmeister im Januar noch mit 4:1 vom Rasen gefegt, setzte es für die Roten nun beim Supercup die nächste Pleite. Ganz so deutlich fiel es zwar nicht aus, das 6:5 nach Elfmeterschießen sorgte aber einmal mehr für düstere Mienen auf Seiten der Münchner.

Und dafür, dass sich Trainer Pep Guardiola diese Trophäe nach zwei gescheiterten Versuchen gegen den BVB auch im dritten Anlauf nicht auf seine Visitenkarte schreiben darf. Vielmehr bleibt die Erkenntnis, dass die Wölfe das Zeug dazu haben, die roten Riesen dauerhaft zu ärgern. Womit sich die Frage stellt: Spürt ihr den Atem der Wölfe, Bayern?

Arjen Robben spürte zunächst einmal Wut. „Ich bin enttäuscht, ich bin sauer“, so der Holländer im Anschluss an die Partie. „Wir müssen kritisch sein, denn wir müssen das Spiel früher entscheiden. Wir haben Chancen gehabt, dann schießen wir das 2:0 und es ist vorbei. So bleibt es bis zum Schluss eng.“

An sich eine treffende Analyse der vorangegangenen 90 Minuten, Mario Götze sah es aber anscheinend anders. Der WM-Held, der selbst wieder nur einen Kurzeinsatz absolvieren durfte, verfolgte das Interview des Holländers auf einem TV-Monitor in der Mixed Zone. Sein trockener Kommentar: „Das ist ja auch clever“.

Manuel Neuer und Medhi Benatia ­lassen sich von Kevin de Bruyne ­ärgern.

Nicht ganz so clever agierte die Zentrale der Münchner, die in Wolfsburg Alonso, Thiago und Müller bildeten. Diese Meinung vertrat zumindest Guardiola. „Wir hatten heute einige Probleme im Spielaufbau und waren nach hinten ein wenig zu langsam“, so der Spanier, der während der Partie an der Seitenlinie nur knapp dem Herzinfarkt entkommen konnte. Pep weiter: „Wir brauchen jetzt Zeit zur Regeneration und dann geht es weiter.“

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Es stehen an: Audi Cup, Pokalspiel in Nöttingen und in zwei Wochen dann schließlich der Bundesligaauftakt gegen den HSV. Gegen die Wölfe geht es erst wieder zur Wiesn-Zeit, eines steht jedoch schon fest: Das Hecking-Rudel jagt die Roten. „Das ist ja kein Geheimnis“, stellte Neuer fest. „Sie haben schon in den letzten Jahren in diese Mannschaft investiert, dabei muss auch was herumkommen. Ich denke auch, dass sie gut arbeiten in Wolfsburg. Jetzt wird man sehen, wie sie sich international in der Champions League schlagen.“

Bestimmt nicht schlecht, wenn Kevin de Bruyne sich nicht von den Scheich-Millionen aus England locken lässt und in Wolfsburg bleibt. Der Belgier, der die Bayern bereits im Januar quasi im Alleingang abgeschossen hatte, war auch am Samstag der überragende Mann und krönte seine Leistung mit dem Assist zu Bendtners Ausgleich kurz vor Schluss. Und siehe da: Auch einen Arjen Robben würde es freuen, wenn der Super-Belgier in Wolfsburg bleiben würde. „Ich hoffe von ganzem Herzen, dass alle bleiben und kein Spieler mehr geht“, so der Holländer, der zu de Bruyne anfügte: „Solche Spieler müssen der Bundesliga erhalten bleiben.“ Vielleicht ja, indem er irgendwann zum FCB wechselt. Was ja auch clever wäre.

José Carlos Menzel López

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