Rummenigge verrät Arzt-Pläne

Bayern: Nachfolge von Müller-Wohlfahrt geklärt

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Sportvorstand Matthias Sammer (l.) hatte bereits kurz nach Müller-Wohlfarths Rücktritt erklärt, dass eine Rückkehr der Vereinsikone nicht ausgeschlossen sei.

München - Er ging mit einem großen Poltern - und lange wurde über seine Nachfolge spekuliert. Nun hat Bayern-Boss Rummenigge verraten, wer an der Säbener Straße die Arbeit von Vereinsarzt Müller-Wohlfahrt künftig übernehmen soll.

Es geht voran an der Säbener Straße: Die Bagger sind angerückt und nehmen zahlreiche Umbauten am Zuhause des FC Bayern München vor. Vor allem im medizinischen Bereich tut sich einiges - nicht nur bei den Räumlichkeiten.

Rummenigge will ein Ärzte-Netzwerk knüpfen

Gerätselt wurde aber vor allem über den oder die Nachfolger von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Der langjährige Vereinsarzt war Mitte April völlig überraschend von seinem Amt zurückgetreten und hatte damit ein mittleres Erdbeben beim Rekordmeister ausgelöst. Über Streitigkeiten mit Trainer Pep Guardiola wurde spekuliert. So soll sich Müller-Wohlfahrt beispielsweise im Zuge der langwierigen Verletzungsproblematik um Mittelfeldspieler Thiago irgendwann geweigert haben, den am Innenband verletzten Spanier zu behandeln.

Volker Braun.

Nun ist aber eine Entscheidung darüber gefallen, wer "Mull" künftig in Sachen medizinischer Betreuung ersetzen soll. Volker Braun, der bereits nach Müller-Wohlfahrts Abgang aus dem Amateurteam ins Profiteam "hochgezogen" wurde, werde weiter der Arzt „an der Säbener Straße sein“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge gegenüber der "Sport Bild": „Wir werden darüber hinaus ein Ärzte-Netzwerk knüpfen, das sich austauscht und für uns arbeitet. Es wird einen Stab von Medizinern geben, die nicht bei uns im Haus tätig sind, aber immer konsultiert werden können."
Ob Müller-Wohlfahrt, der bei vielen Bayern-Profis nach wie vor ein hohes Ansehen genießt, auch unter diesen zu konsultierenden Medizinern ist, darüber schweigt sich Rummenigge allerdings aus. An oberster Stelle stehe allerdings immer das Ziel, "die verletzten Spieler so zügig wie möglich in den Spielbetrieb" zurückzubringen.

Welchen Einfluss nahm Pep Guardiola?

Dafür wollen die Bayern künftig mit regelmäßigen Blut- und Urintests die Gefahr von Verletzungen senken. "Es wird den Profis vor dem Training ein Tropfen Blut abgenommen und sofort analysiert. Wir können dann ablesen: Der Spieler ist im grünen, im gelben oder im roten Bereich", erklärt Rummenigge. Geleitet werden diese ganzen Prozesse von Dr. Holger Broich, seines Zeichens Sportwissenschaftler und Leistungsdiagnostiker, der beim FC Bayern als "Leiter Gesundheit & Fitness" firmiert.

Steckt Guardiola hinter all diesen Änderungen? Bekannt ist, dass sich der Spanier in der Vergangenheit häufiger beschwerte, dass verletzte Spieler von der Säbener Straße erst in die Münchner Innenstadt fahren mussten, um sich dort von Müller-Wohlfahrt untersuchen zu lassen. Rummenigge wiegelt ab: "Das sind Entscheidungen, die der Klub zu treffen hat. (...) Ihm (Guardiola, Anmerk. d. Red.) ist bekannt, dass es Änderungen gibt, und sie gefallen ihm, aber er hat sie nicht gefordert."

Bereits vor einiger Zeit wurde bekannt, dass auf Wunsch von Guardiola ein millionenschwerer Neuzugang im medizinischen Bereich realisiert wird: Die Bayern schaffen sich ein MRT (Magnetresonanz-Tomographie)-Gerät an, mit dem die Körper des kickenden Personals genauestens durchleuchtet werden können.

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