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Bayern-Aufstellung in Pilsen: Nagelsmann stellt Abwehr auf den Kopf

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Von: Manuel Bonke, Philipp Kessler

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Bayern-Coach Julian Nagelsmann beim Abschlusstraining in der Säbener Strasse.
Bayern-Coach Julian Nagelsmann beim Abschlusstraining in der Säbener Strasse. © Ulrich Wagner/imago

Der FC Bayern tritt im Champions-League-Spiel bei Viktoria Pilsen an. Trainer Nagelsmann könnte mit seiner Mannschaft das Achtelfinal-Ticket lösen. Doch der Kader ist arg dezimiert.

Update vom 12. Oktober, 19.50 Uhr: Die Aufstellungen sind da! Der FC Bayern läuft in Pilsen wie erwartet mit einer veränderten Elf auf. Vor allem die Abwehr stellt Julian Nagelsmann nach den Ausfällen von de Ligt, Davies und Hernandez auf den Kopf

Aufstellung Viktoria PilsenStanek - Havel, Hejda, Tijani, Jemelka - Kalvach, Bucha - Kopic, Vlkanova, Mosquera - Chory
Aufstellung FC BayernUlreich - Mazraoui, Pavard, Upamecano, Stanisic - Kimmich, Goretzka - Sané, Coman - Müller, Mané

Erstmeldung vom 12. Oktober: München – Würde die bisherige Saison des FC Bayern „Bayern-like“ verlaufen, wäre das anstehende Champions-League-Spiel bei Außenseiter Viktoria Pilsen am Mittwoch (21 Uhr, DAZN und bei tz.de im Live-Ticker) nicht mehr als eine lästige Pflichtaufgabe, bei der Trainer Julian Nagelsmann (35) das eine oder andere personelle Experiment wagen würde.

Nagelsmann könnte die Bühne Königsklasse beispielsweise zur Talentshow nutzen und hochveranlagte Jungspunde wie Mathys Tel (17), Ryan Gravenberch (20) oder Paul Wanner (16) Spielpraxis auf höchstem Niveau sammeln lassen. „Vor der Saison sagte Julian Nagelsmann, dass er von Tel zehn Bundesliga-Tore erwartet in dieser Saison – ja, dann muss er ihn spielen lassen“, macht sich beispielsweise Rekord-Nationalspieler Matthäus (60) für den jungen Franzosen stark.

Ebenso gäbe es die Möglichkeit, Viel-Spielern wie Sadio Mané (30) oder Leroy Sané (26) eine Verschnaufpause zu geben. Allerdings ist die Lage verzwickt beim deutschen Rekordmeister. Nicht nur, dass die Münchner Personalsorgen plagen, es steht am Sonntag (19.30 Uhr, DAZN) in der Bundesliga das Spitzenspiel gegen den SC Freiburg an. Fakt ist: In Pilsen sollte ein souveräner Sieg eingefahren werden, um etwas Druck vor dem Spiel gegen die Breisgauer vom Kessel zu nehmen.

FC Bayern vor Champions-League-Spiel unter Druck

Gut möglich also, dass Nagelsmann auf Startelf-Experimente in der Champions League verzichten und sein Stammpersonal nicht schonen wird. Immerhin hallen die deutlichen Worte der Führungsriege nach dem 2:2 in Dortmund in letzter Sekunde auch Tage später noch nach.

„Es ist schon eine erstaunliche Saison. Wie wir es immer wieder hinbekommen, uns um den verdienten Lohn zu bringen. Da muss ich mich schon lang zurückerinnern, um mich an so eine Saison erinnern zu können. Wir müssen jetzt schnell in die Puschen kommen“, schimpfte Vorstandschef Oliver Kahn (52). Präsident Herbert Hainer legte (68) nach und erhöhte ebenfalls den Druck: „Wenn wir von neun Spielen nur vier gewinnen, ist das nicht der Anspruch des FC Bayern. Das muss man ganz klar sagen. Und deswegen müssen wir sofort in die Spur kommen und punkten in der Bundesliga, um wieder ganz nach vorne zu kommen.“

Lothar Matthäus: FC Bayern-Stars sind nicht bereit, alles zu geben

Um das zu erreichen, würde Matthäus auch mal hungrigen jungen Spielern eine Chance geben. Der Weltmeister von 1990 kritisiert die Einsatzbereitschaft einiger Bayern-Stars und vermisst den Willen, sich zu quälen.

„Vielleicht sind einige Spieler dieses Jahr auch nicht bereit, in der Liga alles zu geben, weil sie schon so oft Deutscher Meister geworden sind“, schrieb der deutsche Rekordnationalspieler in seiner Sky-Kolumne. „Dieses Quälen, wie es nötig ist, wenn man in Augsburg zurückliegt oder in Dortmund trotz Führung weiter Gas geben muss. Dieser Fight ist aktuell beim FC Bayern nicht mehr jederzeit spürbar.“ Daher „hinken sie in der Bundesliga ihren Ansprüchen hinterher“, meint Matthäus.

Der Sky-Experte stellte zudem den Besuch des Oktoberfestes infrage. „Im Nachhinein hätten sie lieber auf das Fest verzichten sollen“, so Matthäus. Die Münchner hatten mehrere Corona-Fälle. Die Pandemie als Ausrede für die schwankenden Leistungen zählt in München nicht. Es müssen wieder souveräne Siege her.

Für die Anreise zum Champions-League-Duell bei Viktoria Pilsen wählt der FC Bayern ungewöhnliche Wege. Das Team wird mit dem Bus nach Tschechien reisen.

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