Rekordmeister sollte gewarnt sein

Nagelsmann hat Bayern-Schwachpunkt aufgedeckt - und deutet seinen Plan fürs Topspiel an

Julian Nagelsmann hält einen Ball in seiner linken Hand und starrt diesen an
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Das Ding muss ins Tor: Julian Nagelsmann scheint den Ball vor dem Topspiel zu beschwören.

Dank immenser Datenmengen bleibt Statistik-Freunden heutzutage kaum noch etwas verborgen. So kennt Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann auch eine Schwäche des FC Bayern. Und will sich diese zunutze machen.

München - Die Profis des FC Bayern müssen im Gipfeltreffen bei RB Leipzig (ab 18.30 Uhr hier im Live-Ticker) sofort hellwach sein. Klar, es geht ja um nicht weniger als darum, den Vier-Punkte-Abstand zu wahren oder sogar wieder auszubauen. Aber vor allem hat bei den Gastgebern mit Julian Nagelsmann ein absoluter Statistik-Fan das Sagen.

Der RB-Trainer hat sich einige Zahlen ganz genau angeschaut und wird seinem Team deshalb einimpfen, mit Anpfiff auf die Tube zu drücken. Schon im Vorfeld der Partie verriet der gebürtige Oberbayer: „Für die ersten 15 Minuten gibt es klare statistische Werte für beide Teams, die ausgenutzt werden sollten.“

FC Bayern in Leipzig: Schon sieben Liga-Gegentore in der Anfangsviertelstunde

Was Nagelsmann meint: Bereits in der Anfangsviertelstunde musste Manuel Neuer in der laufenden Bundesliga-Saison siebenmal den Ball aus dem Netz holen. Dieses potenzielle Aufmerksamkeitsdefizit bei den Roten wollen die Sachsen ausnutzen. Den Spitzenreiter schnell überrumpeln. Denn im ersten Sechstel der Partie ließ der Rekordmeister auch bereits 48 Schüsse auf das Tor zu - das sind immerhin fünf mehr als der Ligadurchschnitt.

Allerdings gehört zur ganzen Wahrheit auch, dass Leipzigs Tempobolzer ebenfalls etwas Zeit benötigen, um auf Touren zu kommen. Bis zur 16. Spielminute jubelte das Nagelsmann-Team in dieser Bundesliga-Saison erst viermal. Das ist die schwächste RB-Ausbeute in einem der sechs 15-Minuten-Intervalle. Die Leipziger Sahneviertelstunde ist vielmehr die nach Wiederanpfiff: Zwischen der 46. und der 60. Minute gelangen den Roten Bullen bereits zehn Treffer.

Video: Diese Spielerfrauen schauen beim Topspiel ganz genau hin

Topspiel zwischen RB Leipzig und FC Bayern: Beide sind direkt vor der Pause anfällig

Auch der FC Bayern selbst ist in diesem Zeitraum am gefährlichsten - Hansi Flicks Mannschaft jubelte hier schon 14 mal. Ob das mit dem ominösen Pausentee zu tun hat oder doch eher mit fruchtenden Instruktionen der Erfolgstrainer während der Halbzeit?

Ihre anfälligste Phase haben beide Mannschaften übrigens jeweils vor der Pause. Die Münchner fraßen zwischen der 31. und 45. Minute bislang zehn Gegentore. Bei Leipzig sind es fünf - genau so viele wie auch in den 15 Minuten davor. Und zur Erinnerung: Beim sagenhaften 3:3 im Hinspiel fielen im zweiten und dritten Viertelstunden-Intervall jeweils zwei Tore, eines auf jeder Seite.

Aber Statistiken hin, Zahlen her. Die Fans dürfen sich sicher auf einen offenen Schlagabtausch freuen, denn beide Teams stehen für offensive Power. Nagelsmann legte sich schonmal fest: „Wenn wir nicht gewinnen oder unentschieden spielen, ist die Saison zwar nicht vorbei, aber wahrscheinlich der Meisterkampf.“ Was wohl als Botschaft an seine Spieler verstanden werden darf, es bloß nicht dazu kommen zu lassen. (mg)

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