Neue Infos zum Rücktritt des Bayern-Docs

Kabinen-Zoff: So lief der Streit mit Müller-Wohlfahrt

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Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ist nicht mehr Teamarzt des FC Bayern. Auslöser soll ein Kabinenstreit gewesen sein.

München - Der Sofort-Rücktritt von Teamarzt Müller-Wohlfahrt beschäftigt den FC Bayern noch immer. Nun tauchen neue Informationen auf, wie es in der Kabine nach der Porto-Pleite zugegangen sein soll.

Es gibt eine eiserne Regel im Fußballgeschäft, in dem Kameras und Mikrofone inzwischen beinahe jeden Winkel und jeden Atemzug registrieren und die Profis selbst via Twitter, Facebook & Co. die Fans an ihrem Fußballerleben teilhaben lassen. Doch was in der Kabine eines Fußballteams passiert, bleibt generell auch in der Kabine - von Ausnahmen wie oberkörperfreien Jubelposen nach Triumphen mal abgesehen.

Rummenigge macht Ärzte für Porto-Pleite verantwortlich

Dabei wäre es wohl für jeden Fußballfan höchst interessant gewesen, am vergangen Mittwochabend in der Gästekabine des FC Porto Mäuschen zu spielen. Denn nach dem 1:3 des FC Bayern beim portugiesischen Vertreter im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League kam es dort zum Eklat. Angesichts einer langen Verletztenliste und einer schweren Hypothek für das Rückspiel - die Bayern brauchen mindestens einen 2:0-Heimsieg, um das CL-Halbfinale noch zu erreichen - verloren einige Verantwortliche offenbar die Nerven. Allen voran Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstandsvorsitzende soll in seiner Verärgerung Doktor Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und dessen medizinisches Team für die Porto-Pleite verantwortlich gemacht haben.

"Ein wenig emotional" sei die Stimmung gewesen, räumte Sebastian Rode am Rande des Spiels am vergangenen Samstag gegen Hoffenheim ein, und natürlich sei es "auch mal lauter" geworden. Angesichts der Tatsache, dass man als Favorit in Porto wegen dreier dicker Abwehr-Patzer verloren habe, sei dies allerdings auch normal, meinte Rode und zeigte sich von der anschließenden Entwicklung des Kabinenknatschs, nämlich des sofortigen Rücktritts des über 38 Jahre beim Rekordmeister wirkenden Müller-Wohlfahrts, überrascht: "Dass es diese Konsequenzen hat, hat man nicht gedacht."

Kein Lob für die Mediziner beim Bankett

Wie der "Kicker" berichtet, soll Rummenigge Physiotherapeut Fredi Binder angefahren haben: "Ihr" seid schuld an der Pleite und den vielen verletzungsbedingten Ausfällen. Durch diesen Vorwurf sah sich das gesamte medizinische Team angegriffen, dem Müller-Wohlfahrt vorsteht. Zudem sei es bei den Medizinern nicht gut angekommen, dass Rummenigge am abendlichen Bankett nach dem 1:3 zwar die Mannschaft und den Trainer Pep Guardiola als "großartig" lobte, aber kein Wort für Masseure, Physiotherapeuten oder Ärzte fand.

Weniger als 24 Stunden später erschütterte dann eine Mitteilung von "Mull" den Verein und die Öffentlichkeit: In dem Schreiben erklärten Müller-Wohlfahrt, sein Sohn Kilian sowie Peter Ueblacker und Lutz Hänsel, die medizinische Abteilung sei „aus ihnen unerklärlichen Gründen für die Niederlage hauptverantwortlich gemacht“ worden. Das Vertrauensverhältnis sei dadurch nachhaltig beschädigt worden, eine weitere Zusammenarbeit daher unmöglich. Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer bestritt am Samstag allerdings, dass die Verantwortung bei Müller-Wohlfahrt gesucht worden sei: "Keiner hat ihm die Schuld an der Niederlage in Porto gegeben."

Müller-Wohlfahrt: Stationen seiner Karriere - Bilder

Müller-Wohlfahrt: Stationen seiner Karriere - Bilder

Es ist davon auszugehen, dass der Kabinen-Zoff von Porto nur der Zündfunken war, der das Pulverfass zur Explosion brachte. Seit Monaten schwelt der Streit zwischen Guardiola und Mull - seit dem Theater um die Verletzung von Thiago liegen die beiden im Dauerclinch.

Grundübel des Dilemmas: Während für Guardiola die Einsatzfähigkeit der Spieler für das konkrete Spiel über allem steht, denkt Müller-Wohlfahrt eher langfristig und plädiert bei angeschlagenen Profis auch mal für Schonung. "Bei ihm hat die Gesundheit der Spieler absolute Priorität, ich vertraue dem Doc zu 100 Prozent", schwärmt etwa Bundestrainer Joachim Löw von der Koryphäe, die auch regelmäßig die deutsche Nationalmannschaft medizinisch betreut.

Während der FC Bayern den Rücktritt eines fast vier Jahrzehnte beim Verein tätigen Mitarbeiters mit einem knappen Vierzeiler kommentierte ("Der FC Bayern München hat mit Bedauern die Entscheidung von Vereinsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller Wohlfahrt (72), seine medizinische Tätigkeit für den Klub niederzulegen, zur Kenntnis genommen. Speziell Dr. Müller-Wohlfahrt, aber auch sein Team, haben in den zurückliegenden Jahren erstklassige Arbeit für den Klub und seine Spieler geleistet. Hierfür gilt unser ausdrücklicher Dank."), hält sich Müller-Wohlfahrt selbst noch bedeckt, kündigte aber eine Erklärung in den kommenden Tagen an (siehe Video unten).

Was genau in der Kabine vorgefallen ist, bleibt damit weiter im Unklaren. Klar ist nur: In der ganzen Angelegenheit gibt es eigentlich nur Verlierer...

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