Transfer-Notnagel spielte erst 53 Minuten

Tasci zu schlecht: Neururer und Basler kritisieren Bayern-Bosse

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Peter Neururer.

München - Er kam als Notnagel, doch viel gespielt hat Serdar Tasci für den FC Bayern noch nicht. Mario Basler und Peter Neururer machen den Verantwortlichen Vorwürfe wegen des Transfers.

53 Spielminuten gegen Darmstadt 98 - Serdar Tascis Arbeitsprotokoll der vergangenen sechs Wochen ist - gelinde gesagt - überschaubar. Der Abwehrspieler wurde am letzten Tag der Wintertransferperiode als Leihgabe von Spartak Moskau verpflichtet, weil nach Javi Martinez, Mehdi Benatia und Jerome Boateng auch noch Holger Badstuber verletzungsbedingt ausfiel und der FC Bayern plötzlich ohne gelernten Innenverteidiger dastand.

Basler: Tasci ist nicht gut genug für Bayern

Serdar Tasci ist meist nur Zuschauer bei den FCB-Spielen.

Doch mehr als die knappe Stunde Einsatzzeit gegen den Bundesliga-Aufsteiger, bei der auch noch sein direkter Gegenspieler Sandro Wagner das einzige Tor der Darmstädter erzielte, war bislang noch nicht drin für den Deutsch-Türken. Oft nominierte ihn Coach Pep Guardiola nicht mal für den Kader, Tasci durfte hauptsächlich von der Tribüne aus seinen neuen Kollegen bei der Arbeit zuschauen. Der Spanier vertraute in der Abwehrzentrale lieber auf die "Aushilfsverteidiger" Joshua Kimmich und David Alaba.

War der Last-Minute-Transfer also nur ein großes Missverständnis? Ein Panikkauf, den sich die Verantwortlichen des Rekordmeisters besser hätten sparen können? Das finden zumindest Mario Basler und Peter Neururer.

Ex-Bayern-Profi Basler sagte im Bitburger Fantalk bei Sport1 über den 14-fachen deutschen Nationalspieler: "Man muss doch ehrlich sein, Tasci ist kein Spieler für Bayern München. Sein Transfer war aus der Not geboren. Er hat schon mal Bundesliga gespielt und war bei Stuttgart ja auch nicht schlecht. Er ist kein schlechter Innenverteidiger, aber eben nicht gut genug für Bayern."

Neururer fragt sich, "ob da alles richtig gelaufen ist"

Der derzeit nicht als Trainer arbeitende Neururer geht noch einen Schritt weiter und greift die Bayern-Bosse wegen des aus seiner Sicht unnötigen Transfers an: "Wenn ich als Bayern München einen Innenverteidiger verpflichte, habe ich ihn mir vorher angeguckt, dann weiß ich welchen Zustand er hat und ob er der Mannschaft helfen kann. Wenn dieser Spieler dann nicht mal im Kader ist, frag ich mich schon, ob da alles richtig gelaufen ist."

Und wie urteilt Guardiola über den Spieler, dessen Verpflichtung? "Serdar kam in einer unangenehmen Situation, als sich auch noch Badstuber verletzt hat. Der Verein hat sich entschieden, lieber einen Spieler mehr zu haben", sagte der Coach: " Damals war Kimmich noch keine Option. Serdar braucht noch Zeit für unser Konzept. Ich will noch etwas Geduld mit Serdar."

Allerdings ist kaum anzunehmen, dass Tasci bis zum Saisonende - so lange dauert seine Leihe von Moskau noch - viele weitere Einsatzminuten bekommt. Benatia ist bereits jetzt schon wieder fit, Javi Martinez nimmt immerhin schon am Mannschaftstraining teil, und auch Jerome Boateng will bald wieder mit dem Lauftraining beginnen.

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