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Auf Geheiß der Bosse

Kovac treibt FC Bayerns Umbruch voran - stehen schwere Zeiten für Robben und Ribéry an?

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Thomas Müller, Robert Lewandowski, David Alaba, Franck Ribéry (v.r.), Arjen Robben (r.) mit Trainer Niko Kovac (zweiter von r.)

Was mit Carlo Ancelotti 2016/2017 noch krachend scheiterte, scheint mit dem neuen Coach zu funktionieren. Niko Kovac setzt den Umbruchs-Plan der Bayern-Bosse durch - und kennt dabei keine Gnade mit seinen Stars.

München - 77. Minute in Stuttgart, 3:0, komfortable Führung für den FC Bayern beim VfB, die Partie schon lange entschieden. Trotzdem spielt sich auch an diesem Samstag eine Szene ab, die jedem aufmerksamen Bundesliga-Zuschauer mittlerweile bekannt vorkommen dürfte. Die Altstars Franck Ribéry und Arjen Robben werden auf die Bank beordert. Beide ohne Torbeteiligung – und mit ihrer Auswechslung, wie so oft, absolut nicht einverstanden.

Alles beim Alten in München? Nicht so ganz. Was vor einem Jahr intern noch für Zündstoff gesorgt hätte, dürften die Bosse auf der Tribüne mittlerweile mit einer stoischen Gelassenheit hinnehmen. Der Grund? Niko Kovac. Die Art und Weise, wie der neue Trainer den Umgang mit seinen empfindlichen, älteren Semestern moderiert, lässt erahnen, dass der 46-Jährige genau der Richtige ist, um den lang ersehnten Umbruch bei den „Roten“ durchzusetzen. Und damit dürfte er „Robbery“ eher früher als später in den Ruhestand schicken. 

Kovac nahm sich sowohl den Niederländer als auch den Franzosen nach der Auswechslung zur Brust. Herzlich, aber mit dieser Strenge, mit der der Kroate auch auf dem Trainingsplatz an der Säbener Straße immer wieder den Spielern seine Philosophie eintrichert. Der Ex-Eintracht-Coach hat keine Angst vor den Platzhirschen - und noch viel wichtiger: Er hat offenbar das „Go“ von Uli Honeß und Karl-Heinz-Rumenigge.

FC Bayern: Kovac darf, was Ancelotti zum Verhängnis wurde

Das sah bei Carlo Ancelotti vergangene Saison noch anders aus. Auch der Italiener verzichtete vermehrt auf Robben und Ribéry, besonders im Champions-League-Kracher gegen PSG im September. Das Ergebnis kennen wir. Der „Mister“ durfte einen Tag später seine Sachen packen.

Dass es Kovac ernst meint, bekam auch Mats Hummels bereits zu spüren. Beim Bundesliga-Auftakt saß der Innenverteidiger nur auf der Bank. In wichtigen Spielen vergangene Saison undenkbar. Niklas Süle sitzt dem Duo Hummels und Jérôme Boateng im Nacken. Sandro Wagner und Renato Sanches wurden gegen Stuttgart nicht einmal für den Kader nominiert. Stammplatz aufgrund Top-Leistungen vergangener Tage? Nicht mit Kovac!

Von Lothar Matthäus wurde der Führungsstil des Bayern-Coaches gar als Musterbeispiel für die Nationalmannschaft dargestellt: "So wie es Kovac aktuell bei den Bayern moderiert, so muss es auch Löw tun. Keine Belohnungen mehr für vergangene Leistungen. Schluss mit der Nibelungentreue", schrieb der Rekordnationalspieler in seiner Kolumne bei Sky.

FC Bayern: Hoffnung auf den nächsten Müller oder Alaba

Auch Nachwuchsspieler können sich unter Kovac wieder Hoffnungen auf den Profi-Durchbruch machen. Das war unter seinen berühmten Vorgängern Jupp Heynckes, Ancelotti und Pep Guardiola noch anders. Zusammen mit seinem Bruder Robert wohnt Kovac fast jedem Spiel der Amateure bei.

Dass die Jugendarbeit zuletzt bei den Münchnern nur eine untergeordnete Rolle gespielt hatte, hatte Hoeneß im August 2017 bei der Eröffnung des 90 Millionen Euro teuren Leistungszentrums zugegeben: "Wir haben da in den vergangenen Jahren nicht gut gearbeitet".

Mit Kovac als Bindeglied soll das anders werden. In der Vorbereitung durften immer zwölf Youngster mittrainieren, gleich mehrere wurden vor der Saison mit Profiverträgen ausgestattet. Unter anderem Lars Lukas Mai, Meritan Shabani und Franck Evina, denen eine große Zukunft prophezeit wird. Ein neuer Thomas Müller oder David Alaba soll her. Dabei wollen die Bayern-Bosse nicht mehr auf das Schicksal vertrauen, sondern es selbst forcieren. 

Mit Chris Richards und Alphonso Davies, der im Januar 2019 zum Rekordmeister dazustoßen wird, hat der Klub zudem zwei vielversprechende Talente aus er MLS verpflichtet. 

Kovac braucht Robben und Ribéry

Ganz ohne die „Oldies“ geht es jedoch nicht. Das weiß Kovac - und seit der Partie gegen Hoffenheim und der erneuten Verletzung von Kingsley Coman dürfte ihm das noch klarer geworden sein. Plötzlich fehlt dem Trainer eine Option in der Offensive. Und mit Serge Gnabry bleibt nur noch eine echte Alternative zu Robben und Ribéry auf dem Flügel – Müller als Alzweckwaffe mal außen vor gelassen. Zu sehr verärgern darf der 46-Jährige die beiden also nicht.

Umbruch beim FC Bayern: Gemächlich, aber mit klarem Plan.

tlm

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