Österreichs Nationalcoach

Koller: „Alaba spürt, welch enormer Belastung er ausgesetzt ist“

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Marcel Koller (l.) baut auf David Alaba im zentralen Mittelfeld.

München - Mehrfach hat David Alaba geäußert, dass er beim FC Bayern gerne öfter auf seiner Wunschposition im Mittelfeld spielen würde. Sein Nationaltrainer Marcel Koller erklärt, wo er Alaba sieht und was er ihm in Sachen Kritik rät.

Das muss ihm erst mal einer nachmachen: Denn in Österreich als Nicht-Skifahrer zum Sportler des Jahres gewählt zu werden, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Doch David Alaba hat es geschafft - sogar zwei Mal! Dem Österreicher in Diensten des FC Bayern liegen in der Alpenrepublik die Fans zu Füßen, der 24-Jährige ist Österreichs Aushängeschild im internationalen Fußball.

Koller: „Bis dahin war er Everybody‘s Darling“

Doch im vergangenen Jahr blies Alaba erstmals öffentlicher Gegenwind entgegen. Nach einer überragenden Qualifikation schied Österreich bei der Europameisterschaft in Frankreich sang- und klanglos nach der Vorrunde aus. Auch Vorzeigekicker Alaba bekam das negativ zu spüren. Nationaltrainer Marcel Koller beschreibt im Interview mit spox.com die schwierige Zeit für seinen wohl besten Kicker.

„In den vergangenen Monaten wurde er zum ersten Mal in seinem Leben kritisiert, bis dahin war er immer Everybody's Darling. Es ist ihm bewusst geworden, dass es auch möglich ist zwei, drei Mal hintereinander schlechter zu spielen. Jetzt spürt er, was für einer enormen physischen und psychischen Belastung er ausgesetzt ist“, erklärt der Schweizer auf Österreichs Trainerbank.

„Er ist auch ein sehr guter Linksverteidiger“

Nachvollziehen kann Koller die Kritik an Alaba nicht. „Er hat nicht immer gut gespielt, aber auch nicht so grottenschlecht, wie es manchmal geschrieben wurde.“ Bleibende Schäden fürchtet der 56-Jährige nicht, fordert allerdings: „Er muss das wegstecken und wieder auf den Weg zurückfinden, den er schon eingeschlagen hatte. Die aktuellen Erfahrungen sind wichtig für seine Entwicklung. Jetzt sind wir gefordert, ihm gut zuzusprechen und dazu beizutragen, dass er wieder seinen optimalen Level erreicht.“

Im Gegensatz zu seiner Position beim FC Bayern links hinten in der Abwehrkette spielt Alaba in der Alpenauswahl in der Mittelfeldzentrale - wo er sich selbst auch am liebsten sieht, wie er schon mehrfach betonte. Koller hält das zentrale Mittelfeld für die ideale Position für den schussgewaltigen Linksfuß (“Dort ist er für uns am wichtigsten“), weiß aber: „Er ist auch ein sehr guter Linksverteidiger.“ Alaba habe in seiner Karriere schon fast alle Positionen gespielt und diese immer gut ausgefüllt: „David ist ein Spieler, der eine hohe Intelligenz hat und sich schnell an neue Positionen gewöhnen kann.“

Zwar wünscht sich Koller, dass sein Führungsspieler auch bei Bayern im Mittelfeld auflaufen würde, will sich aber nicht in die Arbeit von Carlo Ancelotti einmischen: „Ich hätte es auch nicht gerne, wenn mir ein anderer Trainer sagen würde, wo der eine oder andere Spieler eingesetzt werden soll.“

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