„Keine eigene Philosophie entwickelt“

Kahn rät von Nagelsmann ab und sieht große Probleme bei FCB-Trainersuche

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Oliver Kahn glaubt, dass der FC Bayern große Probleme haben wird, den passenden Trainer für die Zukunft zu finden.

Alles Jupp beim FC Bayern derzeit - doch im Sommer 2018 wird der Triple-Coach sich endgültig aufs Altenteil zurückziehen. Wer beerbt ihn? Oliver Kahn spricht sich gegen Julian Nagelsmann aus und erklärt die grundlegenden Probleme bei Bayerns Trainersuche.

Man kann den Bayern-Bossen jetzt schon gratulieren. Mit der Verpflichtung von Jupp Heynckes als Nachfolger für den geschassten Carlo Ancelotti haben Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß den richtigen Griff zur richtigen Zeit getan. Heynckes, der mittlerweile 72-jährige Triple-Trainer hat alle sieben Spiele unter seiner Leitung gewonnen, der Rekordmeister grüßt wie gewohnt von der Tabellenspitze und ist vorzeitig für das Champions-League-Achtelfinale qualifiziert. Auch im Pokal wurde der Angriff des aufstrebenden Konkurrenten RB Leipzig abgewehrt. Alles Jupp also derzeit an der Säbener Straße!

Kahn fragt kritisch: Welche Art von Trainer hätte der FC Bayern gerne?

Und doch war und ist die Personalie Heynckes eine zeitlich begrenzte. Der Trainerroutinier hat bereits angekündigt, keinesfalls über den kommenden Sommer hinaus die Rolle des Fußballlehrers auszufüllen. Eigentlich hatte er sich bereits 2013 nach dem Dreifach-Triumph in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Jupp Heynckes ist nur eine Übergangslösung“, sagt Bayern-Legende Oliver Kahn gegenüber der Sport-Plattform Omnisport: „Eine sehr gute Lösung, aber keine Lösung für die Zukunft.“

Die Bayern-Bosse müssen also einen Nachfolger finden - und tun sich dabei offensichtlich nicht ganz leicht. Der ehemalige Torwarttitan Kahn glaubt zu wissen, worin die Schwierigkeit besteht. „Das Problem von Bayern München ist, dass sie nicht ihre eigene Philosophie entwickelt haben“, sagte der ZDF-Experte: „Sie haben auch keinen Coach aus ihrem eigenen Nachwchsleistungszentrum entwickelt. Deshalb ist es für Bayern so schwierig, den perfekten Trainer für die Zukunft zu finden. Es ist schwer zu sagen, welche Trainerphilosphie die Bayern eigentlich haben. Welche Art von Trainer hätten sie gerne?“ 

Der Umbruch im in die Jahre gekommenen Kader des Rekordmeisters ist unvermeidlich, nach dem Abgang von Philipp Lahm und Xabi Alonso im vergangenen Sommer steht in naher Zukunft auch die Abschiede von Franck Ribéry (34 Jahre) und Arjen Robben (33) bevor. Auch Mats Hummels (28), Jerome Boateng (29), Rafinha (32), Javi Martinez (29), Arturo Vidal (30), Robert Lewandowski (29) und Thomas Müller (28) befinden sich im letzten Drittel ihrer Fußballkarriere. Der kommende Trainer des FC Bayern sollte einen solchen Umbruch also bewerkstelligen können und vor allem auch akzeptieren.

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Heynckes selbst hat seinen Bossen eine klare Empfehlung für seinen Nachfolger gegeben. „Einer dieser jungen, deutschen Trainer wäre sicher prädestiniert dafür, den FC Bayern zu trainieren. Die jungen Trainer gehen mit der Zeit, sie sind eine Inspiration für die Liga“, sagte der Erfolgscoach in der Sport Bild

Zu diesen jungen Trainern zählt Heynckes sicherlich auch Julian Nagelsmann, derzeit Coach der TSG 1899 Hoffenheim. Der jüngste Trainer der Bundesliga-Geschichte - mit 28 Jahren übernahm Nagelsmann in Hoffenheim den Chefposten - verriet bereits, dass der FC Bayern in seinen Träumen eine größere Rolle spielt. Doch Oliver Kahn rät von einer jetzigen Verpflichtung Nagelsmanns ab. „Ich denke, Nagelsmann ist noch zu jung für Bayern. Er hatte ein bisschen Erfolg mit Hoffenheim, aber ein Job in München käme viele Jahre zu früh.“

Ein weiterer, häufig gehandelter Kandidat ist Ex-BVB-Coach Thomas Tuchel. Auch zu ihm hat Kahn eine Meinung: „Thomas Tuchel ist auch ein sehr guter Trainer. Aber ob er in das Bayern-System passen würde, ist schwer abzuschätzen.“

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