Piräus-Boss unter Manipulationsverdacht

Kann Bayern heute bei Olympiakos gar nicht verlieren?

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Die Atmosphäre im Stadion von Piräus ist extrem, sind es die Geschäftsgebaren von Präsident Evangelos Marinakis auch?

München - Olympiakos ist der einzige griechische Fußballklub, der der Krise trotzt. Vor allem dank Präsident Evangelos Marinakis. Der superreiche Reeder zieht die Fäden beim Bayern-Gegner - und steht unter Manipulationsverdacht. Was das für Bayern bedeutet:

Griechenland steht seit Jahren am Abgrund - und die tiefe Krise hat auch den Sport getroffen. Traditionsreiche Fußballklubs wie AEK Athen und Aris Saloniki sind abgestiegen, andere haben kein Geld mehr und versinken zunehmend in der Bedeutungslosigkeit. Nur ein Verein blieb bislang von der Talfahrt unberührt: Olympiakos Piräus - an diesem Mittwoch (Anstoß 20.45 Uhr, hier geht's zum Live-Ticker) Auftaktgegner von Bayern München in der Champions League.

Der Grund für den "Wohlstand" mitten in der schweren Finanzkrise hat einen Namen: Evangelos Marinakis. Der superreiche Reeder führt den populärsten Verein Griechenlands mit eiserner Hand, und er weiß, wie man mit Geld umgeht.

Olympiakos-Präsident derzeit nur auf Kaution frei

Doch seit über einem Jahr, seit Juli 2014, steht Marinakis im Fokus von Ermittlungen der griechischen Staatsanwaltschaft. Gegen den Olympiakos-Besitzer und andere Funktionäre läuft zurzeit ein Verfahren wegen Manipulation von Spielergebnissen und Einflussnahme bei der Schiedsrichter-Ansetzung. Marinakis, der seine Unschuld beteuert, kam nur gegen Kautionszahlung von 200.000 Euro bis zur Verkündung des Urteils auf freien Fuß. Allerdings sind ihm jegliche Tätigkeiten im fußballerischen Bereich verboten, außerdem muss er sich zwei Mal im Monat bei der örtlichen Polizeistation melden.

Bleibt die Frage, warum die UEFA, der europäische Fußballdachverband und Ausrichter der Champions League, Olympiakos am 24. August trotz der Vorwürfe zur Königsklasse provisorisch zugelassen und der internationale Sportgerichtshof CAS diese Maßnahme bestätigt hat. Die Fußballkonkurrenz aus Athen, Panathinaikos und AEK, hatte den Ausschluss des Serienmeisters beantragt. Vor zwei Jahren wurde beispielsweise Fenerbahce Istanbul vom Europapokal ausgeschlossen, obwohl in der Türkei noch kein nationales Urteil gesprochen war.

Wurde bei der CL-Zulassung für Olympiakos gemauschelt?

Weder der griechische Fußball-Verband noch Behörden hätten bislang eine endgültige Entscheidung gegen den Klub getroffen, hieß es zur Begründung des CAS beziehungsweise der UEFA. Ganz passen will diese Sichtweise also nicht zur ausgegebenen "Null-Toleranz-Politik" des Fußballverbandes. Verschwörungstheoretiker vermuten gar einen Zusammenhang mit Theodoros Theodoridis. Der ist der Sprössling eines Präsidiumsmitgliedes bei Olympiakos und bei der UEFA als stellvertretender Generalsekretär tätig. Michel Platini, Präsident der UEFA und damit Vorgesetzter von Theodoridis, war vor zwei Jahren Gast auf der Hochzeit von Marinakis - ein Schelm, wer Böses dabei denkt?

Sollte Marinakis in Griechenland wegen Spielmanipulation verurteilt werden, hätte das gravierende Konsequenzen. Die UEFA wäre gezwungen zu reagieren und Olympiakos nachträglich vom Europapokal und damit der Champions League auszuschließen. Alle bisherigen Olympiakos-Resultate verlören ihre Gültigkeit, die Spiele würden per Standardergebnis zugunsten des jeweiligen Olympiakos-Gegners gewertet. Bedeutet: Würden die Griechen für die "Königsklasse" nachträglich gesperrt, könnte der FC Bayern heute Abend im Karaiskakis-Stadion auch verlieren - und bekäme die drei Punkte am "Grünen Tisch" zugesprochen. Verlassen sollte sich der Rekordmeister allerdings nicht darauf...

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