Bayern-Personal auf dem Prüfstand

Identität gefährdet? So spanisch ist der FCB

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Bayern-Trainer Pep Guardiola zusammen mit seinen Assistenten Lorenzo Buenaventura und Domenec Torrent.

München - Die Aussagen eines spanischen Journalisten sorgen beim FC Bayern für Wirbel. Gefährdet Pep Guardiola die Identität des Klubs? Wir haben genau hingeschaut.

Versucht Pep Guardiola zu sehr, dem FC Bayern seine Vorstellungen aufzudrücken? Der spanische Journalist Daniel Martinez warnte vor einem Identitätsverlust der Münchner. Laut seiner Aussage will Guardiola den FCB immer mehr zu einer Art zweitem FC Barcelona umgestalten und der deutsche Rekordmeister würde ihm in dieser Beziehung wenig entgegensetzen.

Die Transferpolitik mit der Verpflichtung von spanischen Spielern (Thiago, Juan Bernat, Pepe Reina) und etablierten Stars von anderen Vereinen (Mario Götze, Robert Lewandowski) sei entgegengesetzt zu der bisherigen Philosphie der Bayern, auf eigene Talente zu setzen.

Was ist an dieser Aussage dran? Wir haben einmal genau hingeschaut.

Mit Javi Martinez, Thiago Alcantara, Juan Bernat und Pep Reina hat der FC Bayern im Moment vier Spanier in seinem Kader. Tatsache ist, dass drei von ihnen in der Ära Guardiola verpflichtet wurden. Bei Thiago wurde der Trainer sehr deutlich. "Thiago oder nix", foderte der Coach während einer Pressekonferenz im Trainingslager und der Verein kam seinem Wunsch nach. Hinzu kommt noch Claudio Pizarro, bei dem spanisch ebenfalls die Mutersprache ist.

Fünf Spieler die die Sprache von Guardiola genau verstehen, das wirkt erstmal viel. Angesichts eines Kaders von 25 Mann allerdings doch kein Wert, über den man sich Sorgen machen müsste, zumal es auch sieben Spieler gibt, die gebürtige Bayern sind.

Verpflichtungen unter und für Guardiola

Der nächste Kritik-Punkt. Verpflichtungen von Super-Stars: Gerüchteweise wollte Guardiola vor seinem Amtsantritt den Brasilianer Neymar zu den Bayern holen. Die Verantwortlichen redeten ihm diesen Wechsel jedoch aus und verpflichteten stattdessen mit Mario Götze einen der besten Spieler, den Deutschland derzeit hat. Dazu kam mit Thiago wie bereits erwähnt ein expliziter Wunschsspieler des jetzigen Bayern-Trainers. 62 Millionen Euro ließen sich die Bayern beide Spieler kosten. Zu dieser Saison wechselte Robert Lewandowski an die Isar.

Doch sind diese Einkäufe alle auf Pep Guardiola zurückzuführen? Laut dem Selbstverständnis des FC Bayern, sollen die besten Spieler in der Bundesliga das Münchner Trikot tragen. Schon vor der Verpflichtung von Guardiola hatte der Rekordmeister Robert Lewandowski Avancen gemacht, Vorvereinbarungen gab es angeblich noch zu Zeiten von Jupp Heynckes. Und dass sich der FCB einen Spieler der Klasse von Mario Götze für 37 Millionen Euro kauft scheint angesichts seiner Klasse sehr nachvollziehbar.

Zudem: In der laufenden Saison wurden keine hohen Summen für Spieler ausgegeben. Pep setzt lieber auf aufstrebende Spieler wie Pierre-Emile Hojbjerg und andere Jungstars in Spe wie Gianluca Gaudino und Lucas Scholl, die während der gesamten Vorbereitung auf die Saison 2014/15 bisher dabei waren.

Trainerteam: Zwei Assistenten brachte Guardiola mit

Das Trainer-Team: Nicht nur Guardiola trat im Juli 2013 sein Amt bei den Roten an, sondern auch zwei neue Trainer. Mit Domènec Torrent und Lorenzo Buenaventura wurden zwei Männer verpflichtet, die schon zu FC-Barcelona-Zeiten mit Pep arbeiteten. Allerdings hatte Guardiola zu seinem Amtsantritt angekündigt, mit dem vorhandenen Personal mehr als zufrieden zu sein. Dementsprechend arbeitet er auch jetzt (sehr erfolgreich) noch mit Urgestein Herrmann Gerland, Toni Tapalovic, Andreas Kornmayer und Thomas Wilhelmi zusammen. Dr. Holger Broich wurde zur laufenden Saison von Bayer Leverkusen nach München gelockt.

Drei von acht Mitgliedern im Trainerteam sind aus Spanien und Vertraute von Pep. Ein Identitätsverlust sieht anders aus, zumal es absolut normal ist, dass ein neuer Cheftrainer seine persönlichen Assistenten mitbringt.

Die Spielweise: Natürlich hat sich der Fußball, den die Bayern spielen unter Guardiola verändert. Ballbesitzwerte deutlich jenseits der 60 Prozent waren in der vergangenen Saison eher die Regel als die Ausnahme. Doch waren die Bayern meist noch weit entfernt vom Tikki-Takka-Fußball des FC Barcelona. Und auch lange, hohe Bälle, die bei Barca noch verpönt waren, gehörten zum Handwerkszeug des Münchner Spiels. Er wolle sich in seiner Spielweise seinen Spielern anpassen, hatte Guardiola angekündigt. Und genau das tat er auch - mit Erfolg.

Alle Bayern-Gerüchte des Transfer-Sommers

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bix

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