Die Frage nach den Verletzten

Pep: "Ich habe sicher elf Spieler gegen Stuttgart"

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Ein Fragezeichen, sechs Bayern-Stars: Bastian ­Schweinsteiger, Franck Ribéry, Xabi Alonso, Medhi Benatia und Arjen Robben – ­vervollständigt durch Trainer Pep Guardiola.

München - Es waren nicht allzu viele eindeutige Aussagen, die einem von diesem Nachmittag in Erinnerung blieben. Unterm Strich blieb vor allem eine Erkenntnis hängen: "Dieser Monat ist wichtig!"

Es waren nicht allzu viele eindeutige Aussagen, die einem von diesem Nachmittag in Erinnerung blieben. Eine halbe Stunde lang sprach Pep Guardiola am Freitag über die Situation im Kader bei seinem FC Bayern, über die Gefahren, die vom heutigen Gegner VfB Stuttgart ausgehen und noch ein bisschen über die Menschen in Barcelona, die zuletzt für die Unabhängigkeit Kataloniens auf die Straße gingen. Den letzten Aspekt ausgeklammert, blieb unterm Strich vor allem diese eine Erkenntnis hängen: „Dieser Monat ist wichtig!“ Man konnte nur zustimmen.

In drei englischen Wochen mit sieben Spielen geht es ab sofort um die Grundlage dieser Saison in der Bundesliga und Champions League. Auch deswegen tauchen immer wieder Fragen nach dem Zustand zahlreicher Spieler und der Gesamtsituation des Kaders auf. Einzig: Pep Guardiola hatte keine klaren Antworten parat.

Pep Guardiola: "Ich weiß nicht, was das Problem ist"

„Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht sagen. Ich bin kein Arzt“, sagte Guardiola auf die Frage, wann Bastian Schweinsteiger mal wieder auf dem Platz stehen könnte, mal wieder einen Ball am Fuß habe, mal wieder mit der Mannschaft laufe. Ganz ähnlich klang es bei Xabi Alonso, bei ­Arjen Robben oder Medhi Benatia. „Es geht jeden Tag besser. Früher oder später wird er uns helfen“, sagte der Coach zu Letztgenanntem, verwies aber am liebsten darauf, dass diese Fragen nur von den Ärzten beantwortet werden könnten. Dabei ist er es doch, der mit dem medizinischen Personal spricht und ihre Einschätzung weitergeben könnte. Oder nicht?

„Wir haben eine gute Kommunikation, sprechen fast jeden Tag. Der Arzt spricht zu mir und sagt, wie die Situation bei den Spielern ist“, so Guardiola auf die Nachfrage eines Kollegen, wie es um die internen Absprachen bestellt ist. Und dann: „Aber ich kann Ihnen nicht antworten, denn ich bin nicht der Arzt. Ich weiß nicht, was das Problem ist und das Beste für die Spieler.“ So bringt man Dunkel ins Licht.

Setzt Pep Guardiola auf eine bewusste Irreführung des Gegners?

Laut Guardiola sollte vor allem bei Alonso und Robben das Abschlusstraining noch in die Entscheidung mit einfließen, ob die beiden auflaufen, auf der Bank sitzen oder gar nur Tribünengäste sind. Nähere Informationen gab der Trainer nicht. Vielleicht wollte er auch nicht ankündigen, was er dann widerrufen muss. Es wäre nicht das erste Mal gewesen.

Rückblick: Vor dem Supercup in Dortmund sagte Guardiola am Vortag des Spiels: „Ich nehme Neuer und Starke mit nach Dortmund. Reina bleibt in München.“ Ein paar Stunden später stieg Reina mit der Mannschaft in den Flieger und saß am nächsten Tag in Dortmund auf der Bank. Vor dem zweiten Spieltag in Schalke erklärte der Trainer bei der obligatorischen Pressekonferenz über die Neuzugänge Alonso und Benatia: „Ob sie spielen oder nicht, weiß ich nicht. Aber beide fliegen mit.“ Die Maschine hob ohne Benatia ab – er verfolgte das Schalke-Spiel in München im Hugo’s. Das gleiche Spielchen vor dem Telekom Cup in Hamburg. Da sagte Pep am Donnerstag vor dem Turnier: „Franck kann in Hamburg für ein paar Minuten spielen.“ Aus ein paar Minuten wurden zwei Startelf-Einsätze, insgesamt stand er 96 von möglichen 120 Minuten auf dem Platz. Eine bewusste Irreführung, damit der Gegner die Bayern nicht ausrechnen kann? Oder eine rasante Entwicklung im Trainingsbetrieb?

Zurück in die Gegenwart, zurück zu den aktuellen Fragezeichen. Laut tz-Informationen ist vor allem bei Arjen Robben der Plan zuletzt nicht ganz aufgegangen, die Knöchelverletzung zog sich länger hin als gedacht. Ein Einsatz von Beginn an ist gegen Stuttgart unwahrscheinlich, zumal Pep einen fitten Robben gegen Manchester City kommenden Mittwoch braucht! Schon gestern erwähnte er häufiger den englischen Meister, entgegen seinem eigenen Vorsatz, dass das nächste Spiel immer das einzige sei, was im Zentrum der Aufmerksamkeit stehe.

Zu einem Spieler äußerte er sich dann doch noch, und das dürfte den Fans der Roten Mut machen. Über Franck Ribéry und dessen Entwicklung meinte Pep: „Wir sind sehr zufrieden! Er hat die letzten Tage sehr gut trainiert, fast ganz ohne Schmerzen an seiner Patellasehne. Wenn Franck keine Patellasehnen-Probleme hat, kann er spielen.“ Wenn. Auch und gerade beim Franzosen sei es wichtig, dass er wieder in den Rhythmus kommt.

Letztlich gilt zumindest für das Stuttgartspiel vor ausverkauftem Haus: „Ich habe sicher elf Spieler, und mit diesen Spielern werden wir gewinnen.“ Mit welchen genau? Man weiß es nicht.

mic, sw

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