"Unsere Spielweise ist viel besser"

Bei Bayern hat sich's "ausgejuppt" - bleibt Pep jetzt?

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Pep Guardiola (r.) denkt, dass sich der FC Bayern inzwischen vom Einfluss von Jupp Heynckes (l.) emanzipiert hat - ein klares Argument für eine Vertragsverlängerung?

München - Es war ein schweres Erbe, das Pep Guardiola 2013 beim FC Bayern antrat. Denn sein Vorgänger Jupp Heynckes hatte grade das Triple gewonnen. Inzwischen trägt das FCB-Spiel eindeutig seine Handschrift - ein Argument FÜR eine Vertragsverlängerung?

Update vom 10. November 2015:Bleibt Pep Guardiola Trainer des FC Bayern München? Ende Dezember soll die Öffentlichkeit über die Zukunft des Star-Coaches von den Münchnern informiert werden. Alle Infos zu Pep Guardiola und seine mögliche Vertragsverlängerung beim FC Bayern gibt's in unserem News-Ticker.

Es war kurz vor der Jahrtausendwende, als die Sparkasse eine Werbehit landete: Den Spot mit dem prägnanten "Mein Haus, mein Auto, mein Boot"- Spruch kennt so gut wie jeder, der 1999 mindestens zwölf Jahre alt war. Ob Pep Guardiola allerdings als Katalane auch schon mal von dem "Dreisatz des Materialismus" gehört hat, ist leider nicht überliefert. Dennoch lässt sich die Werbebotschaft - leicht abgewandelt - herrlich in den Mund des Bayern-Trainers legen: "Meine Bayern, meine Titel, meine Zukunft".

Guardiolas Berater in München - Gespräche nächste Woche?

Letztere ist ja nach wie vor ungeklärt. Im Sommer 2016 endet nach aktuellem Stand die Zusammenarbeit zwischen dem akribischen Spanier und dem deutschen Rekordmeister. Der Klub ist brennend an einer Vertragsverlängerung interessiert, der Trainer dem Vernehmen nach zumindest nicht abgeneigt. Guardiolas Berater weilen derzeit in München - angeblich soll es nächste Woche in der Länderspielpause ein Gespräch zwischen Bayern und dem Coach geben, um bis Ende des Jahres Klarheit zu schaffen.

Wer noch eines Arguments PRO Guardiola bedurfte, sollte sich noch einmal die ersten 45 Minuten zu Gemüte führen, die der FC Bayern am Mittwoch in der Champions League gegen den FC Arsenal ablieferte. Mit einem 3:0 für die Münchner ging es in die Pause - und die Kanoniere aus London konnten sich glücklich schätzen, dass die Bayern insgesamt Gnade walten ließen und nicht jede Torchance in Zählbares ummünzten.

"In den ersten beiden Jahren hatte ich das Gefühl, es war die Leistung von Heynckes"

Angesichts des Dargebotenen geriet auch Guardiola ins Schwärmen - und zwar in Tönen, wie sie selbst vom lobhudelnden Katalanen nur selten zu hören sind: "Das sind die besten Bayern in meiner Ära!" So weit, so schön für die Bayern. Noch interessanter im Hinblick auf eine mögliche Vertragsverlängerung waren aber die anschließenden Worte des 44-Jährigen, der 2013 als Nachfolger von Jupp Heynckes und dem historischen Triple-Gewinn das schwerstmögliche Erbe antrat, das man sich vorstellen kann.

"Es ist unser drittes Jahr zusammen. Ich habe diese Zeit gebraucht. In den ersten beiden Jahren bei unseren vier Titeln hatte ich das Gefühl, es war die Leistung von Jupp Heynckes, seine Mentalität. Unsere Spielweise war nicht gut. Nun ist sie aber viel besser!", analysierte Guardiola. Übersetzt heißt das: Die Spieler haben Guardiolas Philosophie des Ballbesitzes (Guardiola: "Wenn 100 Prozent Ballbesitz möglich wären, will ich das!") verinnerlicht und setzen sie hervorragend um, kurz vor der Perfektion.

Eigentlich spricht alles für eine Vertragsverlängerung Guardiolas

Personell trägt das Team ganz klar Guardiolas Handschrift: Mit Douglas Costa und Kingsley Coman standen seine beiden Wunschneuzugänge des Sommers in der Startformation gegen Arsenal, sein "Lieblingsspieler" Thiago zog in Klassemanier im Mittelfeld die Fäden. Zudem wurde in den vergangenen Monaten die medizinische Abteilung an der Säbener Straße Stück für Stück nach Peps Vorstellungen umgestaltet, baulich und personell.

Klingt alles nicht gerade nach Abschied. Der aktuelle FC Bayern ist Pep Guardiolas FC Bayern. Die Mannschaft spielt so gut wie vielleicht noch nie. Auf nationaler Ebene zweifelt nicht mal die Konkurrenz daran, dass Meisterschale und DFB-Pokal am Ende dieser Saison nach München gehen.

Was Guardiola noch fehlt zum Glück, ist der Gewinn der Champions League. An diesem Ziel scheiterte er in den vergangenen zwei Jahren, im Halbfinale war jeweils Endstation. Wer den ehrgeizigen Trainer kennt, weiß, dass der Henkelpott ganz oben auf seiner Prioritätenliste steht. Gut möglich also, dass es demnächst tatsächlich aus Peps Munde tönt: "Meine Bayern, meine Titel, meine Zukunft!"

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