Probleme mit Eto'o, Ibra und Mandzu

Pep und seine Stürmer: Drei Mal hat's gekracht

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Sehen so zwei aus, zwischen denen es Probleme gibt? Pep Guardiola (r.) und Robert Lewandowski.

München - Zwischen Pep Guardiola und Robert Lewandowski soll es Probleme geben, heißt es immer wieder. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Zusammenarbeit zwischen Star-Trainer und Star-Stürmer nicht ideal funktioniert.

Nicht einmal die beiden Tore, die Robert Lewandowski am vergangenen Samstag beim 6:0-Sieg des FC Bayern in Paderborn erzielte, haben die Diskussionen beendet: Nach wie vor halten sich die Gerüchte hartnäckig, dass das Verhältnis zwischen dem polnischen Stürmer und Trainer Pep Guardiola nicht das Beste sein soll. Befeuert wurden die seit einigen Wochen kursierenden Spekulationen noch durch Ex-Bayer Didi Hamann, der sogar so weit ging zu sagen, einer der beiden werde den Verein am Saisonende verlassen. "Sollte Guardiola in der kommenden Saison noch bei Bayern sein, ist es sehr gut möglich, dass Lewandowski nicht mehr da ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lewandowski das noch ein zweites Jahr mitmacht", so die fatalistische Aussage des Sky-Experten.

Möglicherweise sind solche Prognosen übertrieben, dennoch muss man sich in Erinnerung rufen, dass Pep Guardiola in seiner Historie als Trainer meistens nicht ganz warm wurde mit seinen zentralen Sturmspitzen. Da Pep gerne mit einer "falschen Neun" spielen lässt und an seine Angreifer spezielle Anforderungen richtet, scheiterte die eine oder andere Verbindung, die Guardiola mit seinen Angreifern eingegangen war. Als da wären:

Samuel Eto'o: Der Kameruner gehörte im Jahr 2008, als Pep Guardiola den Cheftrainer-Posten beim FC Barcelona übernahm, bereits seit vier Jahren zum Star-Ensemble der Katalanen. Zu jenem Zeitpunkt hatte Eto'o mit dem Klub bereits alles gewonnen - und sich das eine oder andere Mal als charakterlich schwierig erwiesen. Damals sollte Eto'o den Verein eigentlich mit einer anderen Ikone als der erfolgreichen Barca-Ära, Ronaldinho, verlassen. Da sich kein Abnehmer für ihn fand, blieb Eto'o allerdings bei Barca - und trug mit 36 Toren in insgesamt 52 Spielen zu sechs Titelgewinnen in Peps erstem Jahr bei. Im Sommer darauf waren Eto'os Tage bei Barca aber endgültig gezählt. "Es ist eine Frage des 'Feelings', ein Gefühl. Es hat keine fußballerischen Gründe", rechtfertigte Guardiola damals die Abschiebung des exzentrischen Stürmers. Nachdem Eto'o zu Inter Mailand gewechselt war, äußerte sich dieser sehr abfällig über seinen Ex-Coach: "Er hatte nicht den Mut, mir die Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Als wir uns bei einem Champions-League-Spiel wieder gesehen hatten, gab er mir auf dem Spielfeld die Hand zur Begrüßung. Das war aber nur für die Kameras. Im Spielertunnel hatte er mich zuvor noch ignoriert."

Zlatan Ibrahimovic: Vom Regen in die Traufe - oder so ähnlich. Eto'os Nachfolger beim FC Barcelona war damals der Schwede Zlatan Ibrahimovic. Das Experiment mit dem divenhaften Stürmer ging so richtig daneben. Wettbewerbsübergreifend erzielte "Ibracadabra" damals zwar immerhin 21 Tore in 45 Spielen, doch erfüllen konnte er die hohen Erwartungen trotzdem nicht. Nach einem Jahr voller Missverständnisse verließ der Schwede den FC Barcelona im Sommer 2010 in Richtung AC Mailand. Ein Abschied, der sogar bis heute ein Thema für den Schweden zu sein scheint. Der Spieler und sein Berater lassen offenbar keine Gelegenheit aus, gegen Guardiola zu sticheln.

Mario Mandzukic: Der Kroate hatte maßgeblichen Anteil am Triplegewinn des FC Bayern im Jahr 2013 und war für den damaligen Trainer Jupp Heynckes ein wesentlicher Bestandteil, dem einstigen Publikumsliebling Mario Gomez hatte er längst den Rang abgelaufen. Nach Heynckes' Abschied kam Mandzukic im ersten Jahr unter Pep zwar immer noch auf seine Einsätze und Tore (26 Treffer in 48 Spielen), fußballerisch und charakterlich erfüllte er die Maßgaben von Guardiola nicht. Mandzukic musste im Sommer der Neuverpflichtung Robert Lewandowski weichen - dem zu diesem Zeitpunkt in den Augen vieler Experten "besten Stürmer der Welt".

Bei Mandzukics Abschied soll Guardiola nicht mit offenen Karten gespielt haben. So zumindest lautete später der Vorwurf des Kroaten: "In den ersten Monaten, nachdem er zu Bayern gekommen war, merkte ich, wie sich die Dinge veränderten. Ich habe so hart daran gearbeitet, alle Neuerungen aufzunehmen, aber damit so etwas klappt, müssen beide Seiten guten Willen zeigen", sagte der zu Atletico Madrid abgewanderte Kroate im vergangenen Herbst, und nannte Guardiolas Umgang mit ihm "respektlos".

Mit Villa gab's keine Probleme

Während das Trio Eto'o, Ibrahimovic und Mandzukic offenbar schlechte Erfahrungen mit Guardiola machte - und umgekehrt - entpuppte sich lediglich David Villa als stürmende Neuverpflichtung, die die Erwartungen des anspruchsvollen Spaniers voll erfüllte. Villa war 2010 vom FC Valencia zu Barca gewechselt und schlug voll ein, allerdings ließ Guardiola den spanischen Nationalspieler damals vorwiegend über die linke Seite angreifen.

Selbiges versuchte Pep kürzlich mit Robert Lewandowski im Spiel gegen den HSV - mit mehr als zufriedenstellendem Ergebnis: Lewandowski lieferte beim 8:0-Sieg eine gute Leistung ab und trug sich in die Torschützenliste ein. Er selbst sagt: "Natürlich fühle ich mich auf der Neun wohl. Nur ein moderner Stürmer muss mit der Mannschaft spielen können, ebenso defensiv mitarbeiten." Lewandowski kann, so macht es den Anschein, sowohl das eine als auch das andere. Das ist gut für ihn, für Pep Guardiola und für den FC Bayern.

Nach dem Sieg in Paderborn, zu dem er zwei Treffer beisteuerte, sagte Lewandowski: "Ich habe kein Problem, ich will natürlich jedes Spiel spielen. Wenn ich ein Tor schieße und wir gewinnen: Besser kann es nicht sein."

Ob Didi Hamann recht behalten wird und der Pole sich in die Liste der Eto'os, Ibrahimovics und Mandzukics einreihen wird, erscheint momentan daher sehr fragwürdig.

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