Oktoberfest-Programm für die Bayern

Das ist Peps Wiesn-Kalender

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Bezeichnet sich als „Oktoberfest-Profi“: Bayern-Trainer Pep Guardiola – dabei war er erst ein einziges Mal auf der Münchner Festwiese.

München – Die spezielle Jahreszeit beginnt für den FC Bayern und Trainer Pep Guardiola mit dem unberechenbaren HSV-Spiel und bringt eine lange Reise.

Samstagmittag, 12 Uhr. Das Münchner Thema: das Anzapfen auf der Wiesn. Nur die Fußballer, die für die Stadt, das bayerische Land und dessen Bräuche stehen und denen alle außerhalb des Freistaats sinnbildlich die Lederhosen ausziehen wollen, sind weit vom Oktoberfest-Treiben entfernt. In Hamburg, im Hotel. Dreieinhalb Stunden später werden sie in der Imtech-Arena beim HSV antreten. Aber: Natürlich ist ihnen bewusst, was am Samstag um zwölf daheim am anderen Ende der Republik für ein Wahnsinn losgetreten wird. „Das Oktoberfest beginnt, klar“, sagt Trainer Pep Guardiola, „da bin ich Profi“.

Man beachte den ironischen Unterton. Der Katalane gibt zu, dass es im Vorjahr, während seiner ersten Saison beim FC Bayern, nur zu einem kurzen Kontakt mit dem größten Volksfest der Welt gekommen ist. „Einmal habe ich das genossen. Ich hoffe“, kündigt er an, „dass ich dieses Jahr öfter hingehen kann mit Freunden“.

Mit der Tracht wurde Guardiola – wie auch die Mannschaft – bereits vor Wochen ausgestattet. Doch ob sein Vorsatz, die Wiesnbesuchsfrequenz zu steigern, gute Aussichten hat? Eher nicht. Denn der Kalender der bevorstehenden zwei Wochen sieht noch mehr Absenzen vor als üblich.

Samstag, 20. September: Wie es in Hamburg läuft, das entscheidet über die Grundstimmung, mit der man in die Wiesnzeit geht. Auf dem Papier ist der HSV ein leichter Gegner, doch dass in Hamburg gerade ein Trainerwechsel erfolgt ist, bereitet Guardiola Unbehagen. Er spricht den Präzedenzfall an: „Zuletzt hat Hamburg auch mitten in der Saison gewechselt und im ersten Spiel des neuen Trainers Dortmund geschlagen.“ Das war damals Mirko Slomkas famoser Einstand: 3:0! Nun ist Slomka Geschichte – und Jo Zinnbauer der Mann, mit dessen potenziellen Ideen Guardiola sich auseinandersetzen muss. Was weiß er über diesen Mann, konnte Assistent Hermann Gerland, der Allwissende, ihn mit Informationen versorgen? „War in Karlsruhe, hat in Hamburg mit der zweiten Mannschaft alle Spiele gewonnen.“

Sonntag, 21. September: Wird man sich bei den Bayern entweder wegducken wegen eines Punktverlusts beim HSV – oder eben pflichtbewusst vorausschauend schon einstellen auf Paderborn. Guardiola hat keine Zeit für die Wiesn, denn er muss den Namen des nächsten Trainerwidersachers einstudieren: Breitenreiter.

Montag, 22. September: Ab ins Hotel, von Paderborn träumen.

Dienstag, 23. September: Erstes Wiesn-Heimspiel gegen den SC Paderborn.

Mittwoch/Donnerstag, 24./25. September: Könnte man als Bayern-Angestellter mal auf der Theresienwiese auftauchen. Nachmittags.

Freitag, 26. September: Flug nach Köln – mit großem Gepäck. Man bleibt länger weg.

Samstag, 27. September: Nach dem Spiel beim 1. FC Köln keine Rückreise, man bleibt noch eine Nacht im Rheinland.

Sonntag, 28. September: Die Wiesn rückt ganz weit weg. Es geht nach Moskau. Direkt vom Bundesliga-Auswärts- zum Champions-League-Auswärts-Match zu reisen – machen die Bayern sehr selten.

Montag, 29. September: Abschlusstraining in Moskau.

Dienstag, 30. September: Um 20 Uhr Ortszeit Spiel in Moskau. Die Fans zuhause können das deutscher Zeit um 18 Uhr anschauen – fürs Oktoberfest ist danach Zeit.

Mittwoch, 1. Oktober: Schon um kurz nach ein Uhr landet die Bayern-Mannschaft in München. Mit kleinem Jetlag (zwei Stunden Zeitdifferenz). Man ist rechtschaffen müde. Kein guter Wiesn-Tag, eigentlich. Andererseits: Noch drei Übernachtungen vom nächsten Spiel entfernt.

Donnerstag, 2. Oktober: Da könnte Pep Guardiola einen Bummel über die Festwiese unternehmen – wenn er nicht Videos von Hannover 96 schauen muss.

Freitag, 3. Oktober: Da hat sich das Zeitfenster für einen Wiesn-Besuch schon wieder geschlossen, die Mannschaft wird sich im Hotel einfinden, mit nichts anderem als Hannover im Kopf.

Samstag, 4. Oktober: 15.30 Uhr Wiesn-Abschluss-Spiel gegen Hannover 96. Einige Spieler werden die Arena wohl schon lederbehost und trachtenbejanckert verlassen und privat losziehen.

Sonntag, 5. Oktober: Auf den letzten Drücker die offizielle Oktoberfestaufwartung des Teams, des Trainers und des Vorstands. Beim Käfer. Es sei denn, in den zwei Wiesn-Wochen wird sportlich Mist gebaut.

2010, im zweiten und letzten Louis-van-Gaal-Jahr, ist der FC Bayern seine Wiesn-Visite zuletzt schuldig geblieben.

Günter Klein

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