Ex-Verteidiger spricht übers Toreschießen

Lahm: Das war wohl mein letzter Doppelpack

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Typischer Torjägerjubelsprung: Philipp Lahm.

München - Der Ex-Verteidiger des FC Bayern, Philipp Lahm, nähert sich dem Tor, bleibt aber auf Distanz zur Nationalmannschaft.

Sein erstes Tor: erzielt mit der rechten Klebe. Ein satter Schuss, das Netz wird gedehnt bis zum Gehtnichtmehr. Sein zweites Tor: kühl vollendet, vollstreckt, echter Goalgetter-Style. Wäre einer, der die Dinger so reinmacht, der Deutscher und somit spielberechtigt für die Nationalmannschaft ist, nicht einer für Jogi Löw, den Trainer der Zu-wenig-Tore-Nationalmannschaft?

Wäre er. Handelte es sich bei diesem Spieler nicht um einen, der „mit dem Thema Nationalmannschaft abgeschlossen“ hat und leicht grimmig sagt, „dass ich mich nicht jeden Tag dazu äußern will“. Außerdem: Dass der Typ am Samstag zwei Tore erzielte, ist ein Ausreißer nach oben in seiner Karriere. „Wer darauf gewettet hat, ist jetzt reich“, witzelte Philipp Lahm, Mister Doppelpack beim 6:0 über Werder Bremen.

„Jeder, der sagt, er schießt nicht gerne Tore, der lügt“, erläuterte der Bayern-Kapitän. Am Tag, als er zum 200. Mal in seiner Laufbahn ein Bundesligaspiel gewann („Ich habe es im Bayern-Magazin gelesen, dass ich davorstand – ist mir aber egal“), gelang ihm im 321. Punktspiel sein elftes Tor. Und sein zwölftes. Zwei (in der Saison 2010/11) hatte er per Foulelfmeter erzielt, zwei im Jahr 2004 für den VfB Stuttgart, an den er in Jungprofijahren ausgeliehen war. Die längste Torlos-Strecke hatte Lahm zwischen dem 11. Dezember 2010 und dem 8. Februar 2014. Früher waren Tore aber überhaupt nicht seine Währung, denn er war Außenverteidiger. Seit gut einem Jahr ist Lahm Mittelfeldspieler, und gegen Bremen war es so, „dass ich definitiv offensiver gespielt habe – denn mit Xabi (Alonso) und Pierre (Hojbjerg) hatten wir zwei Spieler, die eher defensiv agieren.“ Gelegenheit für ihn, sich im Bremer Strafraum herumzutreiben.

Man hat Philipp Lahm die Frische angemerkt, die er wohl kaum gehabt hätte, lägen hinter ihm nicht zwei entspannte Trainingswochen, sondern die frustrierenden Auftritte mit der Nationalmannschaft gegen Polen und Irland. „Ich drücke der Mannschaft die Daumen und schaue die Spiele an, wenn ich Zeit habe. Ich habe gehofft, dass sie die beiden Spiele gewinnt, was aber leider nicht der Fall war.“ Er bleibt Ex-Nationalspieler – wie die Kollegen Ribery (Frankreich), Alonso (Spanien) und wohl auch Dante (Brasilien).

Dass er mit der Kraft, die er in den Länderspielpausen schöpft, zum Torjäger wird, erwartet Lahm von sich aber nicht: „Ich gehe davon aus, dass es mein letzter Doppelpack gewesen ist.“  

gük

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