Dürfte der „Schickeria München“ nicht gefallen

Brisantes Hoeneß-Zitat: Er bezeichnet Bayern-Fans indirekt als „Kunden“

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Symbolfiguren der Macht beim FC Bayern: Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge

Das könnte Bayern-Fans auf die Palme bringen: Präsident Uli Hoeneß hat sie in einem Interview als „Kunden“ bezeichnet. Das könnte für Verstimmung sorgen. 

München - Eigentlich war der Anlass recht unverfänglich: In einem Interview mit dem Online-Auftritt der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung plauderte Uli Hoeneß über alles mögliche, Fußball und Politik ließ er dabei jedoch weitestgehend aus - nur als es um Selfies ging, wurde der Präsident des FC Bayern klarer: Diese bezeichnete er als „Krankheit in unserer Gesellschaft“. Doch eine scheinbar harmlose Äußerung könnte jetzt für ordentlich Brisanz sorgen.

Denn Futter für die Fans der Konkurrenz und die Neider des FC Bayern lieferte Hoeneß - wahrscheinlich unfreiwillig - am Rande des Interviews. Die Fans der Bayern wird das wahrscheinlich nicht freuen. Diese werden von anderen Zuschauern häufig als „Kunden“ verspottet - wegen der oft (zu) ruhigen Atmosphäre in der Allianz Arena und der vielen Erfolge des Vereins. Im Interview bezeichnete Hoeneß die Bayern-Anhänger ebenfalls genau so. 

„Kunde“ könnte als Degradierung der FC-Bayern-Anhänger verstanden werden

„Wir alle sind Dienstleister und müssen die Kunden zufriedenstellen. Das ist beim Hotelier und Gastronomen nicht anders als im Fußball“, beschrieb er seine Aufgabe für den Verein. Und hing an: „Der Kunde muss Spaß haben und zufrieden nach Hause gehen.“ Treuen Anhängern wird diese Bezeichnung nicht gefallen: Sie sehen ihre Beziehung zum Verein meist nicht als Konsument, sondern möchten teilhaben und mitwirken. 

Problematisch ist für viele Bayern-Fans die Bezeichnung als Kunde vor allem deshalb, weil sie - und vor allem die Mitglieder des Vereins - in ihren Augen, und gemäß der Satzung im Verein, die eigentliche Macht ausüben. Vorstand und Aufsichtsrat sind zur Führung und Kontrolle lediglich beauftragt. Von Hoeneß als Kunden betrachtet zu werden, könnten manche als Degradierung zum passiven Zuschauer empfinden. 

Zitat als neuer Aufreger für FC-Bayern-Fans?

Dabei hatte Hoeneß das ungezwungene Gespräch mit ahgz.de sicher nicht als weiteren Konfliktherd ausgemacht, unterhielt sich locker über seine Gewohnheiten als Hotelgast oder seinen Traum, einen Biergarten zu eröffnen. Zuletzt gab es bereits einige Aufregung um Uli Hoeneß: So schoss er nach dem WM-Aus bereits scharf Mesut Özil, ging kürzlich auf der aufsehenerregenden Bayern-Pressekonferenz Sky-Reporter Uli Köhler an und zog über den ehemaligen Bayern-Spieler Juan Bernat her. 

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Philipp Lahm kritisiert die Jugendarbeit des FC Bayern

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Was Kunden mit 50+1 zu tun haben

Der Streit um die Rolle der Fans im Verein ist keine Wortklauberei: Noch ist es den Profiteams in der Bundesliga verboten, die Hälfte ihrer Anteile oder mehr an einen anderen Eigner als den Verein zu verkaufen. Diese als „50+1“ bekannte Regel bewirkt somit etwa, dass Institutionen wie die Jahreshauptversammlung den Mitgliedern demokratische Macht im Verein geben. Kritiker der Regel befürchten aber, dass dies große Investoren abhält und somit die wirtschaftliche und sportliche Konkurrenzfähigkeit der Bundesligavereine gefährdet. Bisher sind jedoch alle Versuche gescheitert, 50+1 zu kippen. Massive Verfechter davon sind die Bayern gerade nicht.

Am Samstag muss der FC Bayern München in der Bundesliga gegen den FSV Mainz ran. Wir tickern live für Sie mit.

FC Bayern München: Uli Hoeneß deutet Abschied als Präsident an

Bei einer Veranstaltung in Dresden tätigte Bayern-Präsident Medienberichten zufolge ein paar brisante Aussagen. Demnach deutete Hoeneß seinen Abschied als Präsident des FC Bayern an und nannte auch einen Zeitplan.

chp

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