Kritik nach Pleite gegen Porto

"Guardiola ist nach diesem Duell angezählt"

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Pep Guardiola gerät in die Kritik.

Porto - Nach der herben Niederlage im Viertelfinale der Königsklasse sitzt bei Spielern und Verantwortlichen der Schock tief. Während sich der Vorstand schützend vor Guardiola stellt, sieht eine Zeitung seine Tage in München fast schon gezählt.  

Als Vorstandchef Karl-Heinz Rummenigge seinem "großartigen Trainer" Pep Guardiola beim obligatorischen Bankett das Vertrauen aussprach, blickte dieser gequält zur Seite. Der FC Bayern droht, wie schon im letzten Jahr in der Champions League zu scheitern. International stößt Guardiolas System erneut an seine Grenzen und der Trainer auf Kritik von Fans und Medien.

Zeitung "As": "Guardiola ist angezählt"

So schreibt die spanische Zeitung As nach dem Spiel: "Porto war der FC Bayern. Die Bayern waren nicht wiederzuerkennen. Guardiola ist nach diesem Duell angezählt."  

Auch den Spielern war die Fassungslosigkeit über den Champions-League-Albtraum noch deutlich anzusehen. Die tröstenden Worte von Rummenigge bei seiner kurzen Rede vor rund 500 Edelfans konnten die finsteren Mienen kurz vor Mitternacht nicht aufhellen. Schon nach wenigen Minuten flüchteten viele der Profis vom Saal Apollo im noblen Sheraton-Hotel auf ihre Zimmer. An einen ruhigen Schlaf war nach einer desolaten Darbietung im Estadio do Dragao allerdings nicht zu denken. Besonders die beiden Auslaufmodelle Xabi Alonso und Dante sowie Jerome Boateng dürften ihre dilettantischen Fehler beim ernüchternden und verdienten 1:3 (1:2) im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse beim FC Porto noch im Traum verfolgt haben.

Sammer sucht beruhigende Worte

Vom berühmten „Mia san Mia“ war rund sieben Wochen vor dem avisierten Champions-League-Finale in Berlin nach einer historischen Niederlage deshalb auch beim Heimflug am Donnerstagmittag nichts zu spüren. Die Bayern befanden sich in einer Art Schockstarre - und verzichteten entgegen sonstiger Gepflogenheiten vor dem Rückspiel am Dienstag (20.45 Uhr/Sky und ZDF) sogar auf die üblichen, großspurigen Kampfansagen.

„Es wäre kein Fußball-Wunder, wenn wir 2:0 gewinnen sollten. Aber es steckt noch viel Arbeit drin. Durch das Auswärtstor lebt die Hoffnung natürlich noch“, sagte Thomas Müller, klang aber wenig überzeugend.

Sportvorstand Matthias Sammer tat sich schwer, eine positive Botschaft auszusenden. Man dürfe jetzt „nicht die Nerven verlieren. Wir müssen in der Lage sein, zu Hause 2:0, 3:1 oder nach Verlängerung 5:2 zu gewinnen“, meinte Sammer leise.

Sogar der Kaiser kritisiert Dante

Es war die Art und Weise der Niederlage, an der die ambitionierten Bayern heftig zu knabbern hatten. Der bärenstarke FC Porto, angeführt von den Torschützen Ricardo Quaresma (3., Foulelfmeter und 10.) und Jackson Martinez (65.), erwies sich den Münchnern auf ihrem Weg zum zweiten Triple nach 2013 als ein fast in allen Belangen überlegener Kontrahent - wie Real Madrid vor einem Jahr im Halbfinale.

Allerdings wurde der 27-malige portugiesische Meister von den Bayern geradezu eingeladen. Erst stolperte der überforderte Alonso wie ein Anfänger über seine eigenen Beine. Manuel Neuer konnte Martinez nur durch ein Foul bremsen und hatte Glück, nicht Rot zu bekommen. Dann zeigte Dante eindrucksvoll, warum es viele Stimmen gibt, die dem Brasilianer keine Zukunft in München mehr geben. „Ja mei, der Dante“, sagte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer bei Sky, „wenn das jetzt ein Isländer wäre, oder wenn der vom Nordpol käme, dann würde ich sagen, gut, der hat seine Skistiefel noch an. Aber so: fürchterlich.“ Der FC Bayern habe den Start „total verschlafen, eine totale Katastrophe.“

Als dann auch noch der ansonsten stabile Boateng vor dem 1:3 einen weiten Ball unterlief, war das Unglück perfekt. Immerhin suchten die arg dezimierten Bayern nicht nach Ausreden, Schuldzuweisungen gab es keine. „Wir sind alle schuld“, sagte Neuer tapfer. Sammer merkte jedoch an: „Das sollte nicht zweimal passieren. Das müssen wir abstellen im Rückspiel.“

Doch nicht nur diese groben Schnitzer waren besorgniserregend. Auch im Mittelfeld, wo laut Müller „eine Schlacht“ tobte, und im Spiel nach vorne ging wenig bis nichts zusammen. Ausnahme war das zwischenzeitliche 1:2 durch Thiago nach Hereingabe von Boateng (28. ). Ansonsten wurde Trainer Pep Guardiola mehr als deutlich vor Augen geführt, dass ein Arjen Robben und ein Franck Ribery eben nicht zu ersetzen sind. Auch Bastian Schweinsteiger hätte dem Rekordmeister angesichts der anhaltenden Krise von Alonso gut getan.

Was vor dem Rückspiel blieb, waren die üblichen Durchhalteparolen. Ein zweites Porto-Trauma nach dem bitteren 1:2 im Landesmeister-Finale 1987 will jedenfalls keiner erleben. „Jetzt müssen wir daran arbeiten, dass wir am Ende wieder Sieger sind“, betonte Sammer.

sr/SID

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