5-Minuten-Boykott in London

Engländer finden Protest der Bayern-Fans "great"

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Die Arsenal-Fans haben Verständnis für den Protest der Bayern-Anhänger.

München - Wenn der FC Bayern am Dienstag beim FC Arsenal antritt, wird der FCB-Fanblock die ersten fünf Minuten lang verwaist sein. Aus England bekommen die Anhänger der "Roten" viel Zuspruch.

Englands Stadien sind für ihre Atmosphäre berühmt - oder besser gesagt: waren es einmal. Die nach oben offene Entwicklung für Ticketpreise hat dazu geführt, dass sich auf der Insel der "normale" Fan den Stadionbesuch kaum noch leisten kann. Neidisch blicken die englischen "Supporter" nach Deutschland oder Spanien, wo der Eintritt zu den Spielen in den allermeisten Fällen noch erschwinglich ist.

Wie die englische Zeitung "The Mirror" berichtet, kostet beispielsweise eine Dauerkarte beim FC Bayern oder beim FC Barcelona weniger als bei allen anderen Klubs in den vier oberen Ligen in England und Schottland.

Fünf Minuten soll der Bayern-Block leer bleiben

Doch wenn die Fans des deutschen Rekordmeisters auf Reisen gehen, werden auch sie auswärts zur Kasse gebeten. So auch am kommenden Dienstag, wenn der FC Bayern in der Champions League beim englischen Vertreter FC Arsenal antritt.

Da den roten Anhängern umgerechnet an die 100 Euro (inklusive aller Gebühren) abgeknöpft werden, haben sich mehrere Fangruppierungen zu einem Boykott entschlossen. Die ersten fünf Minuten des Spiels soll der FCB-Block im Londoner Emirates Stadium leer bleiben. Diesen Aufruf verbreitete der Club Nr. 12, eine Art Dachorganisation der Bayern-Fans, am Mittwoch auf Facebook einen Aufruf der Organisation "Without Fans Football is not worth a Penny":

£ 64 A TICKET, BUT WITHOUT FANS FOOTBALL IS NOT WORTH A PENNY - AKTION DER BAYERNFANS FÜR BEZAHLBARE EINTRITTSKARTEN...

Posted by Club Nr. 12 on Mittwoch, 14. Oktober 2015

Auf der Insel schlägt dem Fanboykott allerlei Sympathie entgegen. Auf dem Twitterkanal "Highbury Harry", mit über 31.000 Followern eine der mitgliederstärksten FC-Arsenal-Fangruppen, sind die Mitteilungen des Club Nr. 12 zum einen übersetzt. Zum anderen bekunden die Anhänger der "Gunners" Solidarität mit der Aktion. "Es ist großartig, dass die Aktion des Club Nr. 12 und der Bayern-Fans die inakzeptable Gier, die in der Premier League existiert, ein weiteres Mal beleuchtet wird", heißt dort auf Twitter:

Die exorbitanten Ticketpreise sind schon lange ein Thema auf der Insel. Vielleicht schaffen es die Bayern-Anhänger mit ihrem Boykott ja, Nachfolger für ähnliche Aktionen in der Premier League zu finden. Den "normalen" Fußballfan würde das sicherlich freuen.

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