„Serge tut so ein Tor gut“ – Sieg über PSG auch Befreiungsschlag für Bayern-Buhmänner?
Der FC Bayern steht nach dem Sieg im Rückspiel gegen PSG im Viertelfinale der Champions League. Auch für die zuletzt so arg gescholtenen FCB-Stars könnte dieser Erfolg wichtig sein.
München – Endlich einmal, möchte man fast schon sagen. Die positiven Schlagzeilen über Serge Gnabry beim FC Bayern waren in den vergangenen Monaten von überschaubarer Natur. Der viel diskutierte Paris-Trip wirkte sich negativ auf die Leistungskurve des Bayern-Stars aus.
Von Teilen der Medien wurde Gnabry seitdem auffällig kritisch beäugt. Nun könnte ein Paris-Revival aber der Wendepunkt in der bislang doch recht durchwachsenen Saison des Nationalspielers sein. Aber der Einzug ins Viertelfinale der Champions League nach dem 2:0-Erfolg am Mittwochabend gegen PSG könnte nicht nur bei Gnabry der Turnaround sein.
| Name: Serge Gnabry |
| Geburtsdatum: 14. Juli 1995 (27 Jahre) |
| Verein: FC Bayern München |
| Position: Rechtsaußen |
| Marktwert: 65 Millionen (Quelle: transfermarkt.de) |
FC Bayern schlägt PSG: Gnabry sorgt wieder für positive Schlagzeilen
Als in der 68. Minute auf der Anzeigetafel in der Allianz Arena die Nummer zehn und die 13 aufleuchteten, war auf der Pressetribüne ein leichtes Raunen zu vernehmen. Beim Stand von 1:0 für die Bayern nahm Julian Nagelsmann Torschütze Eric Maxim Choupo-Moting vom Platz – und brachte Leroy Sané.
Das Zeichen des FCB-Trainers war klar: Mit der Schnelligkeit von Sané wollten die Münchner die letzten 20 Minuten in diesem denkwürdigen Champions-League-Spiel auf Konter setzen. Der Matchplan von Nagelsmann, der zuvor schon perfekt aufgegangen war, wurde für die Schlussphase angepasst.
Gnabry, Mané und Co. beim FC Bayern: Vom Flop- zum Top-Joker
Allerdings war Joker Sané anzumerken, dass er nicht vor Selbstvertrauen strotzte. In der allerersten Aktion spielte der 27-Jährige die Drei-gegen-zwei-Überzahlsituation unsauber aus. Kurz darauf verpasste er im Strafraum den Zeitpunkt für den Abschluss, um wiederum wenig später eine Coman-Flanke unglücklich zu verarbeiten.
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Die Ansätze waren da, dennoch wirkte Sanés Auftritt unglücklich. Nach der Partie wurde der Turbo-Dribbler von Hasan Salihamidzic dennoch bewusst gelobt. „Auch Leroy hat sehr gut gespielt heute“, sagte der Sportvorstand in der Mixed Zone: „Er hat zwar kein Tor gemacht, aber genau das gezeigt, was wir von ihm erwarten. Natürlich hätte er den ein oder anderen Konter besser ausspielen können. So stellt man sich das vor: Wenn die Jungs reinkommen, dass sie so Gas geben.“

FC Bayern im Champions-League-Viertelfinale: Brazzo lobt Joker „So stellt man sich das vor“
Das „auch“ in Brazzos Lob bezog sich dabei auf Gnabry und die restlichen Joker Sadio Mané und Joao Cancelo. Für die drei Bayern-Einwechselspieler neben Sané verlief der Abend nämlich erfolgreicher – zumindest in Sachen Treffer oder Torbeteiligung. Sadio Mané, der in der 82. Minute für Jamal Musiala ins Spiel kam, erzielte in der Nachspielzeit das vermeintliche 3:0, welches aber zurecht wegen Abseits nicht zählte.
Die Protagonisten des 2:0 (89.) waren zuvor Gnabry und Cancelo. Nach dem Kimmich-Ballgewinn in der eigenen Hälfte war es der Portugiese, der den Ball über das halbe Feld trieb und im richtigen Moment Kollege Gnabry in Szene setzte. Der blieb dann vor dem Tor cool und tütete mit links das Weiterkommen der Bayern ein.
„Serge tut so ein Tor gut“ – Sieg über PSG auch Befreiungsschlag für Bayern-Buhmänner?
„Das war ein super Tor“, schwärmte Musiala nach dem Spiel: „Wir wissen, welche Qualität Serge hat. Vorne vor dem Tor wissen wir, er macht den rein.“ Salihamidzic hofft auf einen positiven Effekt für die kommenden Wochen bei Gnabry: „Serge tut so ein Tor gut.“
Auch bei Joao Cancelo, der zuletzt ebenfalls in der Kritik stand, könnte die Aktion eine Art Befreiungsschlag gewesen sein: „Er wird noch ein ganz wichtiger Spieler“, besänftigte Salihamidzic in der Mixed Zone. „Klar hat er ein paar Mal nicht so trainiert oder gespielt, wie er sich das auch selbst vorgestellt hat“, räumte Brazzo ein, beschwichtigte dann aber: „Wir kommunizieren sehr gut mit ihm. Er ist ein überragender Spieler und wird richtig wichtig.“
Am kommenden Samstag geht es nach der CL-Gala für die Bayern in der Liga gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr). Gut möglich, dass dann einer der vier Joker in der Startelf stehen wird. Dann haben Sané, Gnabry und Co. die Möglichkeit, weiter für positive Schlagzeilen zu sorgen. (smk)
Aus der Allianz Arena berichtet Florian Schimak