Holländer und Lewandowski mit Doppelpack

Robben rettet Kovac - Bayern putzen Benfica und stehen im CL- Achtelfinale

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Arjen Robben setzt sich gegen Lissabons German Conti durch und erzielt das Tor zum 2:0.

Der FC Bayern präsentiert sich wieder als Einheit und zieht gegen Benfica Lissabon souverän ins Achtelfinale der Champions League ein.

München - Totgesagte leben länger. Das gilt nicht nur in Hollywood-Blockbustern, sondern allem Anschein nach auch beim FC Bayern München. Mit 5:1 (3:0) setzten sich die Roten gegen Benfica Lissabon durch und zogen damit vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League ein. Es war eine Partie, die viele Geschichten schrieb (der Spielverlauf im Ticker zum Nachlesen). Die eine drehte sich um Niko Kovac, der nach dem Triumph gegebenenfalls doch noch das Weihnachtsfest in der Landeshauptstadt verbringen darf. Arjen Robben und Franck Ribéry, beide schon in die Kategorie Altersheim verbannt, spielten sich mit ihren Toren auch in den Mittelpunkt und waren mitverantwortlich dafür, dass der FCB wieder siegt. Und da wären auch noch die Herren Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß, die das ganze Spektakel auf der Ehrentribüne verfolten und sich jetzt Gedanken machen können, ob die ihren Trainer weiterhin bis aufs Blut verteidigen oder nicht. Die Fans jedenfalls stellten sich hinter Kovac.

An die ruhmreiche Vergangenheit erinnerten zunächst nur die Arbeitsklamotten der Münchner. Rotweiße Trikots, Hosen und Stutzen – mit diesen Outfits hatten die Bayern vor gut fünf Jahren noch die Champions League in London gewonnen und ausschließlich in diesen Vereinsfarben werden die Bayern auf Drängen ihrer Anhänger auch zukünftig auflaufen. Und wer weiß, vielleicht waren es ja genau die Leiberl, die Arjen Robben so melancholisch stimmten, dass er sich plötzlich so frisch fühlte wie vor fünf Jahren auf dem Rasen des Wembley-Stadions.

Robben bringt FC Bayern gegen Benfica schnell auf die Siegerstraße

Dass Niko Kovac am Sonntag doch noch zum Fanclubbesuch nach Inzell darf, hat er dem Holländer zu verdanken. Als seine Mannschaft gegen Benfica nämlich überwiegend damit beschäftigt war, bei Kontern richtig zu stehen, tat 34-jährige Robben das, was ihn mit Anfang 20 berühmt gemacht hatte. Er schnappte sich den Ball, ließ fünf Abwehrspielern aussteigen und vollendete ins Kreuzeck (13.). Eine gute Viertelstunde später wiederholte er das Kunststück, erhöhte auf 2:0 (30.), worauf die Südkurve schon das Lied über die „Wembley-Nacht“ anstimmte.

Robben schrie, Kovac schrie, alle schrien. Alle bis auf Robert Lewandowski. Der guckte bei den Toren des Niederländers in etwa so, wie man beim Einräumen der Spülmaschine oder dem Anwerfen des Staubsaugers guckt. Es war ein Gesichtsausdruck, der viel über das aktuelle Innenleben dieser Mannschaft verriet. Thomas Müller bemerkte ihn, richtete ein paar Worte an den polnischen Kollegen, worauf er sieben Minuten später eine Kimmich-Ecke zum 3:0 (37.) einnickte. Der Spüli-Blick war verflogen, alle wieder glücklich.

Trainer Niko Kovac (r.) bedankt sich bei Arjen Robben, als er diesen vorzeitig vom Feld nimmt.

Wer diese Saison schon das ein oder andere Spiel des Rekordmeisters verfolgt hat, der weiß allerdings, dass die Gewitterwolken über der Allianz Arena meistens erst in Hälfte zwei aufziehen. So auch am Dienstag. Der zweite Durchgang war keine 30 Sekunden alt, da zappelte das Leder schon in Manuel Neuers Netz. Gedson hatte Doppelpass mit Jonas gespielt, Jerome Boateng den Rasen umgegrätscht und der gerade erst eingewechselte Portugiese auf 1:3 (46.) verkürzt. Wieder Geisterstund’ im Fröttmaninger Rund!

Ticker: Schützenfest! Bayern fegt Benfica aus dem Stadion - und rettet Kovac den Job?

„Keine Panik auf der Titanic, wieder alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“

Namen wie Dodi Lukebakiu, Felix Götze oder Alassane Plea geisterten nicht nur Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge auf der Ehrentribüne durch den Kopf – diesmal allerdings knappe fünf Minuten lang. Kimmich trat erneut eine Ecke, Lewandowski stieg erneut am höchsten und stellte damit den alten Abstand wieder her.

Auch die Südkurve bemerkte dies und stimmte diesmal einen anderen Klassiker an. „Keine Panik auf der Titanic, wieder alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“, hallte es aus der Münchner Stimmungszentrale. Eigentlich konnte es nicht schöner werden, bis es sich in der 76. Minute eine andere rote Legende anders überlegte. David Alaba setzte sich über die linke Außenbahn durch, in der Mitte wartete sein langjähriger Spezl Ribéry, der den 5:1-Endstand markierte. Und Kovac rettete?

Am Ende ließ Uli Hoeneß sogar noch seinen Sportdirektor Hasan Salihamidzic sprechen, der prompt erklärte, warum er in den letzten Wochen kaum vor die Kamera getreten ist.

lop, bok, jau, ffu

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