Brasilianer im Interview

Rafinha prophezeit: "Costa wird noch stärker"

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Spaß in der Sonne: Rafinha (Mitte) mit Lewandowski (r.) und Costa.

Doha - Rafinha spricht im Interview über seinen Landsmann Douglas Costa, Grillpartys und die Verteidiger-Suche des FC Bayern.

Doha – Rafinha (30) blickt auf ein bemerkenswertes Jahr 2015 zurück. Der Brasilianer, der immer als Streichkandidat gehandelt wird, ist unter Pep Guardiola nach wie vor eine feste Größe. Und abseits des Platzes ergab sich auch etwas Kurioses: Seit Dezember ist der Bayern-Verteidiger deutscher Staatsbürger.

Rafinha, Sie haben Ihren deutschen Pass das erste Mal bei Ihrem Heimaturlaub über Weihnachten benutzt, nun hier in Katar das zweite Mal – wie fühlt sich das an, Reisen als Deutscher?

(lacht) Ach, das ist keine große Veränderung. Ich bin ja der gleiche Mensch. Aber ich freue mich sehr, dass es geklappt hat mit der Einbürgerung, ich bin da wirklich sehr sehr, glücklich. Ach, aber warten Sie: eine Sache hat sich jetzt doch verändert, bei der Einreise hier ins Trainingslager ...

… und zwar was?

Ich habe mich jetzt an der Schlange der EU-Bürger angestellt. Das ist schon irgendwie ungewohnt. Aber wie gesagt: Ich bin froh.

Wie ist das denn inzwischen mit der deutschen Kultur und Ihnen? Mal ein ganz triviales Beispiel aus dem Alltag: Grillpartys haben in Brasilien eine große Tradition. Landen da bei Ihnen auch Bratwürste und Käsekrainer auf dem Rost?

Ja, klar, natürlich – das gehört schon lange bei unserer Familie alles dazu. Die Deutschen, gerade die Bayern, haben ja auch eine große Grillkultur.

Xabi Alonso sagt, sein Lieblingsausdruck in deutscher Sprache sei „Flüssigkeitshaushalt ausgleichen“. Haben Sie auch ein deutsches „Lieblingswort“?

Also, „Flüssigkeitshaushalt ausgleichen“, das kriege ich gut hin. Aber ich verstehe, wenn Ausländer erst einmal dastehen, den Mund offen, und sagen: Was ist das denn? Ich mag die deutsche Sprache, auch wenn sie wirklich schwer ist. Man merkt da einfach, dass die Deutschen gerne und viel nachdenken.

Die Bayern in Doha - Bilder

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Douglas Costa ist oft an Ihrer Seite, Sie erleichtern dem Neuzugang das Eingewöhnen. Hat es Sie überrascht, wie gut er sportlich eingeschlagen hat?

Douglas ist eine großartige Verstärkung. Ich wusste schon vorher, er ist sehr gut - aber er hat hier noch einmal einen Sprung gemacht.

Sein Ziel ist es, einmal unter die besten drei Fußballer der Welt zu kommen – schafft er das?

Ich wünsche es ihm von Herzen, er ist ein guter Typ und hat auf jeden Fall viel Potenzial. Er ist noch nicht an der Leistungsgrenze.

Wird er noch besser?

Natürlich. Er ist gerade mal sechs Monate hier. Beim FC Bayern wird jeder Spieler noch besser, weil du in jedem Training auf absolutem Top-Level arbeitest. Die Fans können sich freuen: Er wird noch stärker.

Die Bayern suchen einen neuen Rechtsverteidiger. Sind Sie deshalb sauer?

Nein, ich bin nicht böse. Das ist doch normal, das gehört zum Geschäft. Gute Verteidiger sind schwer zu finden, jedes Jahr heißt es hier: Für Rafinha wird es jetzt schwer – aber schauen Sie her: Rafinha ist immer noch da. Es ist okay, dass der Klub Verstärkungen sucht – aber ich glaube, wir haben hier auch schon jetzt gute Verteidiger.

Andreas Werner

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