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Leih-Bilanz des FC Bayern: Richards meist gesetzt, Mai und Fein in der Krise

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Von: Alexander Nikel

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Chris Richards, Lars Lukas Mai und Adrian Fein sind derzeit vom FC Bayern ausgeliehen.
Chris Richards, Lars Lukas Mai und Adrian Fein sind derzeit vom FC Bayern ausgeliehen. © dpa/Imago

Der FC Bayern hat im Sommer zwölf Talente zu anderen Klubs verliehen. Wir geben im ersten Teil einen Überblick zu den aktuellen Leistungen der Defensivspieler.

München - Nach dem überraschenden Abstieg der FC Bayern Amateure von der 3. Liga in die Regionalliga Bayern hat der deutsche Rekordmeister im vergangenen Sommer zwölf Talente verliehen, um ihnen weiterhin Spielpraxis auf hohem Niveau garantieren zu können. Da in den meisten Ligen rund die Hälfte der Spiele absolviert ist, ist Zeit für eine erste Zwischenbilanz: Bei wem hat sich die Leihe bisher ausgezahlt und wer hat dementsprechend in Zukunft Chancen auf einen Platz im Kader der Profis? Im ersten Teil beschäftigen wir uns mit den Defensivakteuren.

Ron-Torben Hoffmann

Der Torhüter verlängerte in den letzten Zügen des Sommer-Transferfensters seinen Vertrag beim FC Bayern* bis 2023 und wechselte im Anschluss zum ACF Sunderland. Beim englischen Drittligisten ist der 22-Jährige absolut gesetzt und kam in allen 14 Spielen nach seinem Wechsel in der League One zum Einsatz und kassierte dabei Gegentore 20. Viermal spielte der ehemalige Leipziger zu Null. Nur im FA- und EFL-Cup musste Ron-Thorben Hoffmann* von der Bank aus zusehen. Hier bekam Ersatztorwart Lee Burge seine Chance.

Die Engländer besitzen nach der Saison eine Kaufoption für Hoffmann. In der Vergangenheit strebte der gebürtige Rostocker bereits mehrfach einen Transfer an, stattdessen verlängerten die Bayern den Vertrag einseitig, um noch eine Ablöse erhalten zu können. Eine Rückkehr zu den Bayern ist dementsprechend unwahrscheinlich. Bei Sunderland spielt ebenfalls seit Sommer der ehemalige Münchner Leon Dajaku.

Ron-Thorben Hoffmann ist beim AFC Sunderland unumstrittener Stammspieler.
Ron-Thorben Hoffmann ist beim AFC Sunderland unumstrittener Stammspieler. © Richard Lee / IMAGO

Roman Reinelt

Der 18-Jährige durchlief seit 2013 alle Jugendmannschaften beim FC Bayern. Im Sommer wurde er bei der U19 aussortiert und wechselte zum Kooperationspartner SSV Ulm. Dort führte Reinelt die U19 als Kapitän bisher unter anderem zu einem Sieg gegen seine alten Mannschaftskollegen. In sieben Spielen in der A-Junioren-Bundesliga erzielte er zwei Treffer. Bei der Regionalliga-Mannschaft saß er im Württembergpokal einmal auf der Bank. Zuletzt fehlte er aufgrund einer Corona-Erkrankung.

Jonas Kehl kommt beim SSV Ulm kaum zum Einsatz.
Jonas Kehl kommt beim SSV Ulm kaum zum Einsatz. © Pressefoto Eibner (www.fupa/oberbayern)

Jonas Kehl

Der 20-Jährige spielt ebenfalls leihweise beim SSV Ulm. In den ersten vier Spielen der Bayern Amateure in der Regionalliga Bayern kam der Außenverteidiger dreimal zum Einsatz und steuerte dabei sogar eine Vorlage bei. Im Anschluss wechselte Kehl erneut nach Ulm, wo er bereits letzte Saison auflief. Bisher kam der ehemalige deutsche U17-Nationalspieler allerdings nur in acht von 23 Spielen zum Einsatz, darunter einmal im DFB-Pokal. Meistens reichte es dabei nur für Kurzeinsätze. Im Sommer 2019 war der Linksverteidiger mit den Profis im Sommertrainingslager und durfte dort unter anderem gegen Real Madrid* ran.

Remy Vita

Der 20-Jährige wechselte im Sommer 2020 mit der Empfehlung von fünf Spielen in der Ligue 2 als großes Talent vom französischen Zweitligisten Troyes nach München. Für die Amateure bestritt er in der letzten Saison in der 3. Liga 25 Spiele und erzielte dabei zwei Treffer. Zu Saisonbeginn fehlte er dem Team von Martin Demichelis, weil er mit den Profis im Trainingslager weilte. Nach zwei Einsätzen in der Regionalliga Bayern bremste ihn eine Knieverletzung aus. Dennoch wechselte der Linksverteidiger zum englischen Zweitligisten FC Barnsley. Dort stand Vita bisher jedoch nur in sieben von 16 möglichen Spielen im Kader und wartet sogar noch auf sein Debüt.

Remy Vita wartet noch auf sein Debüt bei Barnsley.
Remy Vita wartet noch auf sein Debüt bei Barnsley. © Imago Images

Chris Richards

Der 21-Jährige darf sich von den Leihspielern die größten Hoffnungen auf eine Zukunft bei den Profis des FC Bayern machen. Am 2. Spieltag durfte der flexible Abwehrspieler zwei Minuten unter Julian Nagelsmann* ran. Im Anschluss zog es den US-Amerikaner, wie bereits letzte Saison, zu seinem ehemaligen Förderer Sebastian Hoeneß und der TSG 1899 Hoffenheim*. Bei den Kraichgauern kam Chris Richards* bisher in allen elf Spielen in der Bundesliga und im DFB-Pokal zum Einsatz, darunter auch gegen den FC Bayern. In den vergangenen vier Partien musste der amerikanische Nationalspieler jedoch von der Bank aus zusehen und wurde erst im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt. Gegen Eintracht Frankfurt am Wochenende durfte Richards wieder einmal über 90 Minuten ran.

Lars Lukas Mai

Der 21-Jährige gehörte in der Vergangenheit zu den größten Talenten des FC Bayern. Im Frühjahr 2018 kam der Innenverteidiger zweimal über 90 Minuten in der Bundesliga zum Einsatz. In der Spielzeit 2019/2020 führte Mai die Amateure überraschend zur Meisterschaft in der 3. Liga. In der vergangenen Saison war er an Zweitligist SV Darmstadt 98 verliehen und bestritt für die Lilien 32 Spiele. Seit Sommer läuft der gebürtige Dresdner für den SV Werder Bremen* auf. Zu Saisonbeginn war Mai beim Bundesliga-Absteiger absolut gesetzt. In vier der letzten fünf Spielen saß der deutsche U21-Nationalspieler nur noch auf der Bank. Gegen Aue erhielt Mai mal wieder einen Kurzeinsatz.

Adrian Fein

Der 22-Jährige wurde ebenfalls als eines der hoffnungsvollsten Talente des deutschen Rekordmeisters gehandelt. Die Entwicklung des Mittelfeldspielers stockt inzwischen jedoch seit Jahren. Fein ist bereits zum vierten Mal ausgeliehen. Zuerst in der 2. Bundesliga* zum SSV Jahn Regensburg und zum Hamburger SV*, dann in die Eredivisie zu PSV Eindhoven. Die Niederländer verzichteten auf das Ziehen der Kaufoption. Seit Sommer steht der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler bei Bundesligist SpVgg Greuther Fürth unter Vertrag. Beim Tabellenletzten ist Fein jedoch meistens außen vor. In 14 Ligaspielen stand der Ex-Löwe acht Mal im Kader, durfte aber insgesamt nur 29 Minuten, aufgeteilt auf drei Spiele, ran. (Alexander Nikel) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Hier geht es zum Teil mit den Offensivspielern.

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